Bildungsglossar Anfangsbuchstabe B

Beendigung der Ausbildung

Die Berufsausbildung wird nach Berufsbildungsgesetz beendet:
– vor Ablauf der Ausbildungszeit durch Kündigung,
– vor Ablauf der Ausbildungszeit durch erfolgreiche Abschlussprüfung. Sie endet mit der Bekanntgabe des Ergebnisses durch den Prüfungsausschuss.
– mit dem Ablauf der Ausbildungszeit nach Berufsausbildungsvertrag.
Daneben können die allgemeinen Beendigungsgründe nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch greifen, z. B. Auflösung durch Anfechtung wegen Irrtums oder arglistiger Täuschung oder durch den Tod des Auszubildenden. Bei Tod des
Ausbildenden treten dessen Erben in die Rechte des Berufsausbildungsvertrags ein, unter Umständen besteht aber die Möglichkeit zur Kündigung.
Darüber hinaus kann der Berufsausbildungsvertrag jederzeit von beiden Vertragspartnern einvernehmlich vor dem Ablauf der Ausbildungszeit aufgelöst werden.

Befangenheit

Bei der Zulassung zur Prüfung und bei der Prüfung dürfen Angehörige nicht mitwirken.
Dies sind:
– Verlobte,
– Ehegatten,
– eingetragene Lebenspartner,
– Verwandte und Verschwägerte gerader Linie,
– Geschwister,
– Kinder der Geschwister,
– Ehegatten der Geschwister und Geschwister der Ehegatten,
– Geschwister der Eltern,
– Personen, die durch ein auf längere Dauer angelegtes Pflegeverhältnis mit häuslicher Gemeinschaft wie Eltern und Kind miteinander verbunden sind (Pflegeeltern und Pflegekinder).
Darüber hinaus kann es Gründe geben, die die Befangenheit eines Prüfers vermuten lassen, seitens des Prüflings oder seitens des Prüfers selbst. In diesem Fall muss dies der zuständigen Stelle, während der Prüfung dem Prüfungsausschuss, von der betroffenen Person mitgeteilt werden. Die Entscheidung über den Ausschluss von der Mitwirkung trifft dann die zuständige Stelle, während der Prüfung der Prüfungsausschuss. Bei Ausschluss darf das betroffene Mitglied nicht mitwirken.
Ausgeschlossene Personen dürfen bei der Beratung und Beschlussfassung nicht zugegen sein.

Begleitete betriebliche Ausbildung (bbA)

Zielgruppe der begleiteten betrieblichen Ausbildung sind Jugendliche und junge Erwachsene unter 25 Jahren mit Behinderungen, die jedoch für die Berufsausbildung nicht auf eine besondere außerbetriebliche Einrichtung für behinderte Menschen angewiesen sind.
Die bbA bietet eine längere Vorbereitungsphase auf die betriebliche Ausbildung und Hilfe bei der Suche nach einem passenden betrieblichen Ausbildungsplatz. Der
Berufsausbildungsvertrag wird zum 01.09. mit dem Ausbildungsbetrieb in einem
anerkannten Ausbildungsberuf abgeschlossen.
Zu den Dienstleistungen für die Jugendlichen gehören bewährte Elemente wie Bewerbungstrainings und Praktika in der Vorbereitungsphase, Begleitung und Unterstützung in den Lernorten Betrieb und Berufsschule, Stütz- und Förder-unterricht in kleinen Gruppen, Beratung, Hilfen zur Lebensbewältigung, Prüfungs-vorbereitung und die Unterstützung des Übergangs in Beschäftigung nach der Berufsausbildung.

Befreiung von Prüfungsleistungen

Rechtsbegriff aus der Fortbildung.
Auf der Grundlage neuerer Fortbildungsordnungen, wie in der des Pferdewirt-schaftsmeisters oder Pflanzentechnologiemeisters, kann die zuständige Stelle unter diesem Rechtsbegriff den Prüfungsteilnehmer auf Antrag von der Prüfung einzelner Prüfungsbestandteile freistellen, wenn
– in den letzten fünf Jahren vor Antragstellung
– vor einer zuständigen Stelle, einer öffentlichen oder staatlich anerkannten Bildungseinrichtung oder vor einem staatlichen Prüfungsausschuss eine Prüfung mit Erfolg abgelegt wurde
– die den Anforderungen der entsprechenden Prüfungsinhalte nach der Fortbildungsordnung entspricht.
Dieser Rechtsbegriff wird nicht stringent angewendet. In anderen Verordnungen zur Meisterprüfung wird der Begriff Anerkennung von Prüfungsleistungen gebraucht. Er ist synonym zu verstehen, es gelten die oben beschriebenen Regeln.
Für Anrechnungs- und Befreiungsentscheidungen können verschiedene Kriterien genutzt werden, insbesondere Prüfungsanforderungen und –inhalte. Es ist immer eine Einzelfallentscheidung. Letztlich gelten die Bestimmungen zur Anrechnung von Prüfungsleistungen auch für im Ausland erworbene Kompetenzen.
Die übergeordnete Rechtsgrundlage ist immer der § 56 Berufsbildungsgesetz.
Eine Befreiung von Prüfungsleistungen im Rahmen der Abschlussprüfungen in landwirtschaftlichen Ausbildungsberufen ist nicht rechtskonform. Diese Möglichkeit gibt es nur bei Umschulungsprüfungen.

Behindertenausbildung

Behinderung

Das Berufsbildungsgesetz bezieht sich auf die Definition von Behinderung gemäß
§ 2 Abs. 1 Satz 1 des Neunten Buches Sozialgesetzbuch:
„Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist.“

Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses

Das Prüfungsergebnis wird durch den Prüfungsausschuss als „bestanden“ oder „nicht bestanden“ bekannt gegeben. In der Regel wird eine Bescheinigung des Prüfungsausschusses ausgereicht.
Mit der Bekanntgabe des erfolgreichen Ablegens der Abschlussprüfung ist die
Berufsausbildung beendet.
Bei nicht erfolgreich abgeschlossener Abschlussprüfung hat der Auszubildende Anspruch auf die Verlängerung der Berufsausbildung.

Benachteiligung

Als „benachteiligt” gelten junge Menschen mit individuellem Förderbedarf, die ohne besondere Hilfen keinen Zugang zur Ausbildung und Arbeit finden und ihre soziale, berufliche und persönliche Integration in die Gesellschaft nicht allein bewältigen können.
Benachteiligt sind insbesondere folgende Gruppen:
– noch nicht ausbildungsreife Jugendliche,
– junge Menschen mit fehlender Berufseignung,
– junge Menschen mit Lernbeeinträchtigung,
– Un- und Angelernte,
– sozial Benachteiligte,
– Jugendliche, denen die Aufnahme oder der Abschluss einer Ausbildung nicht gelungen ist
und deren Ausbildungs- und Arbeitsmarktchancen durch die weitere Förderung ihrer beruflichen Handlungsfähigkeit erhöht werden sollen.
Häufig finden sich insbesondere junge Menschen mit Migrationshintergrund in diesen Gruppen.

Berichterstatterprinzip

Beschlüsse über die Noten zur Bewertung einzelner Prüfungsleistungen, der Prüfung insgesamt sowie über das Bestehen und Nichtbestehen der Abschlussprüfung werden durch den Prüfungsausschuss gefasst.
Beim Berichterstatterprinzip kann der Vorsitz des Prüfungsausschusses zur Vorbereitung der Beschlussfassung mindestens zwei Mitglieder mit der Bewertung einzelner, nicht mündlich zu erbringender Prüfungsleistungen beauftragen. Die Beauftragten sollen nicht derselben Mitgliedergruppe angehören.

Berichtsheft

Nach § 5 Berufsbildungsgesetz sind schriftliche Ausbildungsnachweise zu führen, sobald das die Ausbildungsordnungen vorsehen. Dies ist in allen landwirtschaftlichen Ausbildungsordnungen der Fall.
Der ordnungsgemäß geführte Ausbildungsnachweis ist gemäß § 43 Berufsbildungsgesetz Zulassungsvoraussetzung zur Abschlussprüfung.
Die Begriffe Berichtsheft und Ausbildungsnachweis werden oft synonym gebraucht.
Die historisch entstandenen Berichtshefte für die Berufe der Landwirtschaft sind jedoch erheblich umfangreicher und enthalten über den Ausbildungsnachweis hinaus unter anderen:
– umfangreiche Informationen zum Ausbildungsbetrieb,
Leittexte,
– Sach- oder Erfahrungsberichte.
Diese zusätzlichen Informationen dienen dazu, sich intensiv mit betrieblichen Schwerpunktthemen zu beschäftigen, den Ausbildungsbetrieb näher kennen zu lernen, sich in betriebliche Zusammenhänge einzuarbeiten, das fachliche Wissen zu überprüfen und zu vertiefen und sich damit optimal auf die Anforderungen in den Prüfungen vorzubereiten.
Die zuständigen Stellen für Berufsbildung in der Landwirtschaft empfehlen die Führung des umfangreicheren Berichtshefts. Viele Ausbildende schließen mit den Auszubildenden Zusatzvereinbarungen zur Führung des Berichtshefts ab.
Zunehmend stehen online-Versionen zur Berichtsheftführung zur Verfügung.
In allen Berufsausbildungsverträgen ab dem 01.10.2017 muss bereits mit dem Vertragsabschluss vereinbart werden, ob der Ausbildungsnachweis elektronisch geführt wird oder nicht.

Beispiel für ein online-Berichtsheft im Beruf Gärtner, Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau:
https://www.berichtsheft-galabau.de/

Beruf

Berufliche Handlungsfähigkeit

Berufliche Handlungsfähigkeit ist das Ziel der Berufsausbildung. Im Rahmen einer geregelten Berufsausbildung sollen die für den Beruf notwendigen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten erlangt werden. Durch ihren Erwerb soll jeder Mensch über ein Handlungsrepertoire verfügen, das ihn befähigt, die zunehmende Komplexität der beruflichen Umwelt zu begreifen und durch ziel- und selbstbewusstes, flexibles und verantwortliches Handeln zu gestalten.
Welche Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten das sind, werden in der
Ausbildungsordnung und dem Ausbildungsrahmenplan als Mindestanforderung beschrieben.
Durch die Abschlussprüfung ist festzustellen, ob der Prüfling die berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat.
Die über eine Berufsausbildung hinausgehende erweiterte berufliche Handlungsfähigkeit wird durch Fortbildungsprüfungen im Rahmen der beruflichen Fortbildung festgestellt.

Berufliche Fortbildung nach Berufsbildungsgesetz

Berufliche Fortbildung nach Berufsbildungsgesetz erfordert den vorausgegangenen Erwerb der beruflichen Handlungsfähigkeit und damit eine abgeschlossene Berufsausbildung oder / und angemessene Berufserfahrung.
Der Paragraph 1 des Berufsbildungsgesetzes unterscheidet zwischen Fortbildung, die einen beruflichen Aufstieg ermöglicht („Aufstiegsfortbildung“) und einer Fortbildung, die das Ziel hat, die Berufsfähigkeit zu erhalten („Anpassungsfortbildung“). Die „Anpassungsfortbildung“ ist eine Weiterbildung ohne staatlich anerkannten Abschluss.
Im Berufsbildungsgesetz wird nur die berufliche Fortbildung im Sinne der „Aufstiegsfortbildung“ gesetzlich geregelt, durch die entsprechende Fortbildungsordnung werden u. a. die Zulassungsvoraussetzungen und das Prüfungsverfahren festgelegt. Damit ist in der „Aufstiegsfortbildung“ im Unterschied zur „Anpassungsfortbildung“ die Qualifizierung gesetzlich geregelt und verbindlich.
Die „Aufstiegsfortbildung“ bietet ein mehrstufiges System von geregelten beruflichen Fortbildungsqualifikationen (Fortbildungsordnung, Fortbildungsprüfungsregelung) im beruflichen Kontext. Das Erreichen der erweiterten beruflichen Qualifikation wird durch eine öffentlich-rechtliche Prüfung festgestellt und führt zu einem beruflichen Fortbildungsabschluss (z. B. Meister, Fachagrarwirt).
Der Begriff berufliche Fortbildung wird häufig sehr unterschiedlich, mitunter auch missverständlich und intransparent verwendet.
Unter beruflicher Fortbildung wird teils missverständlich auch staatlich anerkannte Fortbildung außerhalb des Berufsbildungsgesetzes verstanden, z. B. nach den Schulgesetzen der Bundesländer. Unter die staatlich anerkannter Fortbildung fällt auch die Fortbildung im schulischen Bereich, z. B. in der Fachschule, die ebenfalls auf einem Berufsabschluss oder / und beruflicher Praxis aufbaut. Es gibt jedoch deutliche Unterschiede zwischen der Fortbildung nach dem Berufsbildungsgesetz und Fortbildung nach den Schulgesetzen der Bundesländer.

Berufliche Schule

Oft verwendet, aber nicht korrekter Begriff. Der korrekte Fachbegriff ist berufsbildende Schule.

Berufs- und Arbeitspädagogik (BAP)

Berufsausbildung (dual)

Die entscheidende gesetzliche Grundlage für die Berufsausbildung ist das Berufsbildungsgesetz. Danach hat die Berufsausbildung die für die Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit in einer sich wandelnden Arbeitswelt notwendigen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten in einem geordneten Ausbildungsgang zu vermitteln, der auch den Erwerb der erforderlichen Berufserfahrung ermöglicht.
Die Berufsausbildung hat somit eine breit angelegte berufliche Grundbildung und die für die Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit erforderliche Fachbildung in einem geordneten Ausbildungsgang zu vermitteln.
Die Berufsausbildung erfolgt auf der Grundlage von Ausbildungsordnungen oder Ausbildungsregelungen.
Zur inhaltlichen Abgrenzung anderer Ausbildungen siehe auch Ausbildungsberuf.

Berufsausbildungsvertrag

Wer andere Personen zur Berufsausbildung einstellt (Ausbildende), hat mit den Auszubildenden nach § 10 Berufsbildungsgesetz einen Berufsausbildungsvertrag zu schließen.
Der Berufsausbildungsvertrag ist vor Beginn der Berufsausbildung schriftlich abzufassen.
In die Niederschrift sind mindestens aufzunehmen:
– Art, sachliche und zeitliche Gliederung sowie Ziel der Berufsausbildung, insbesondere die Berufstätigkeit, für die ausgebildet werden soll,
– Beginn und Dauer der Berufsausbildung,
– Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte,
– Dauer der regelmäßigen täglichen Ausbildungszeit,
– Dauer der Probezeit,
– Zahlung und Höhe der Vergütung,
– Dauer des Urlaubs,
– Voraussetzungen, unter denen der Berufsausbildungsvertrag gekündigt werden kann,
– ein in allgemeiner Form gehaltener Hinweis auf die Tarifverträge, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen, die auf das Berufsausbildungsverhältnis anzuwenden sind.
Die elektronische Form des Vertragsabschlusses ist ausgeschlossen. Der Vertrag ist auf den von den zuständigen Stellen vorgegebenen Vertragsformular auszustellen. Ausbildende haben unverzüglich nach Abschluss des Berufsausbildungsvertrages die Eintragung in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse bei den zuständigen Stellen zu beantragen.

Berufsausbildungsvorbereitung (BvB)

Die Berufsausbildungsvorbereitung dient dem Ziel, durch die Vermittlung von Grundlagen für den Erwerb beruflicher Handlungsfähigkeit an eine
Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf heranzuführen. Die Berufsausbildungsvorbereitung bezeichnet qualifizierende Angebote für junge Menschen, die die allgemeine Schulpflicht erfüllt, aber auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt keinen Platz gefunden haben.
In einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme der Agentur für Arbeit kann man sich auf eine Berufsausbildung vorbereiten. Sie ist geeignet für Interessenten, die nicht mehr schulpflichtig sind, keinen Ausbildungsplatz gefunden, keinen Schulabschluss oder die Ausbildungsstelle verloren haben. Die berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme dauert in der Regel bis zu zehn Monate.
Die berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme ist eine Mischung aus Unterricht und Betriebspraktika.
Unter bestimmten Voraussetzungen kann in der berufsvorbereitenden Bildungs-maßnahme auch einen Hauptschulabschluss nachholt werden.
Während einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme besteht Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe.
Die Vermittlung von Grundlagen für den Erwerb beruflicher Handlungsfähigkeit erfolgt insbesondere durch inhaltlich und zeitlich abgegrenzte Lerneinheiten, die aus den Inhalten anerkannter Ausbildungsberufe entwickelt werden (Qualifizierungsbausteine).

Berufsberater

Die Berufsberater sind Mitarbeiter der Arbeitsverwaltung (Arbeitsagenturen) und haben u.a. folgende Aufgaben
– Berufsinformation,
– Unterstützung bei der individuellen Berufsfindung und Berufsvorbereitung,
–  Information zum Berufseinstieg.
Das Aufgabenspektrum der Berufsberater unterscheidet sich von demjenigen der
Ausbildungsberater der zuständigen Stellen.

Berufsbezeichnung

Die Berufsbezeichnung für einen erfolgreichen Abschluss ist in der
Ausbildungsordnung, der Ausbildungsregelung, der Fortbildungsordnung oder den Fortbildungsprüfungsregelungen festgelegt.
Die Bezeichnung des Berufs, gegebenenfalls mit Fachrichtung oder prüfungsrelevantem Schwerpunkt ist auf dem Prüfungszeugnis auszuweisen.

Berufsbildende Schule

Formen der berufsbildenden Schulen, fälschlicherweise auch als berufliche Schulen bezeichnet, sind:
– die Berufsschule (inkl. Berufsgrundbildungsjahr, Berufsvorbereitungsjahr),
– die Berufsfachschule,
– die Höhere Berufsfachschule,
– die Fachoberschule,
– das berufliche Gymnasium,
– die Fachschule und
– berufsbildende Schulteile/Klassen für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf, Förderberufsschulen.
Da das Schulrecht Rechtshoheit der Bundesländer ist, kann es länderbezogene Abweichungen geben.

Berufsbildung nach Berufsbildungsgesetz

Der Begriff Berufsbildung wird in § 1 des Berufsbildungsgesetzes erklärt.
Berufsbildung im Sinne dieses Gesetzes sind:
– die Berufsausbildungsvorbereitung,
– die Berufsausbildung,
– die berufliche Fortbildung und
– die berufliche Umschulung.

Berufsbildungsausschuss

Der Berufsbildungsausschuss ist ein zentrales Gremium der Berufsbildung bei den zuständigen Stellen.
Die zuständige Stelle errichtet einen Berufsbildungsausschuss. Ihm gehören sechs Beauftragte der Arbeitgeber, sechs Beauftragte der Arbeitnehmer und sechs Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen an, die Lehrkräfte in der Regel mit beratender Stimme. Die Tätigkeit im Berufsbildungsausschuss ist ehrenamtlich.
Der Berufsbildungsausschuss ist in allen wichtigen Angelegenheiten der beruflichen Bildung zu unterrichten und anzuhören. Er hat im Rahmen seiner Aufgaben auf eine stetige Entwicklung der Qualität der beruflichen Bildung hinzuwirken.
Das Berufsbildungsgesetz begründet umfassende Befugnisse des Berufsbildungs-ausschusses und zugleich die Verpflichtung der zuständigen Stelle, diese Befugnisse des Ausschusses zu beachten. Der Berufsbildungsausschuss ist Überwachungs- und zugleich Beschlussorgan der zuständigen Stelle für die von ihr zu erlassenden Rechtsverordnungen. Der Berufsbildungsausschuss hat umfassende Regelungsbefugnis zum technisch – organisatorischen Vollzug und zur inhaltlichen Gestaltung der Berufsbildung.

Berufsbildungsbericht

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gibt jährlich einen Berufsbildungsbericht heraus. Dieser enthält umfassende Informationen über bundesweite Entwicklungen im Bereich der Berufsbildung einschließlich entsprechender fachlicher Übersichten und aktueller statistischer Daten. Die Sozialpartner und die Bundesländer geben im Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung eine Stellungnahme zum Berufsbildungsbericht ab.
siehe Berufsbildungsstatistik

Berufsbildungsgesetz

Das Berufsbildungsgesetz ist das zentrale Bundesgesetz für die Berufsbildung in Deutschland, soweit sie nicht in berufsbildenden Schulen oder in berufsqualifizierenden oder vergleichbaren Studiengängen an Hochschulen durchgeführt wird. Für die Berufsbildung im Handwerk gilt entsprechend die Handwerksordnung.
Das Berufsbildungsgesetz regelt die Berufsausbildungsvorbereitung, die Berufsausbildung im Rahmen des dualen Systems, die berufliche Fortbildung und die berufliche Umschulung.
Ziele der Berufsbildung sind:
– Die Berufsausbildungsvorbereitung dient dem Ziel, durch die Vermittlung von Grundlagen für den Erwerb beruflicher Handlungsfähigkeit an eine Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf heranzuführen.
– Die Berufsausbildung hat die für die Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit in einer sich wandelnden Arbeitswelt notwendigen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten (berufliche Handlungsfähigkeit) in einem geordneten Ausbildungsgang zu vermitteln. Sie hat ferner den Erwerb der erforderlichen Berufserfahrungen zu ermöglichen.
– Die berufliche Fortbildung soll es ermöglichen, die berufliche Handlungsfähigkeit zu erhalten und anzupassen oder zu erweitern und beruflich aufzusteigen.
– Die berufliche Umschulung soll zu einer anderen beruflichen Tätigkeit befähigen.

Berufsbildungsstatistik

Für Zwecke der Planung und Ordnung der Berufsbildung werden Bundesstatistiken nach Berufsbildungsgesetz durchgeführt. Die zentralen Statistiken werden jährlich zum 30.09. und 31.12 erhoben. Die zuständigen Stellen haben die Daten zu liefern.
Die Statistiken bilden die wesentliche Grundlage für den jährlich erscheinenden Berufsbildungsbericht des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).
Der Berufsbildungsbericht gliedert sich in vier Kapitel:
– Kapitel 1: Berufsbildungspolitische Prioritäten der Bundesregierung,
– Kapitel 2: Ausbildungsmarktsituation,
– Kapitel 3: Bildungspolitische Maßnahmen und Programme,
– Kapitel 4: Stand und Perspektive der beruflichen Bildung in der internationalen Zusammenarbeit
Der Berufsbildungsbericht wird durch den Datenreport zum Berufsbildungsbericht ergänzt, der vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) herausgegeben wird. Er bietet zahlreiche Informationen und Analysen rund um die Entwicklung der beruflichen Bildung. Der Datenreport zum Berufsbildungsbericht erscheint jährlich zeitgleich zur Veröffentlichung des Berufsbildungsberichts.

Link zur Statistik des Bundeslandwirtschaftsministerium:
http://www.bmel-statistik.de/de/landwirtschaft/ausbildung/

Link zu den Berufsbildungsberichten des BMBF:
https://www.bmbf.de/de/berufsbildungsbericht-2740.html

Link zu den Datenreports der Berufsbildungs-berichte:
https://www.bibb.de/datenreport/

Link zu den Ergebnissen der Erhebung zum 30.09.:
https://www.bibb.de/de/2918.php

Berufsfachschule

Berufsfachschulen sind eine Form der berufsbildenden Schulen.
Die Bildungsgänge der zwei- oder dreijährigen Berufsfachschule können im Anschluss an den Realschulabschluss zu einer beruflichen Qualifikation führen. Die Qualifikation ist keine duale Berufsausbildung nach Ausbildungsordnung und unterliegt nicht dem Berufsbildungsgesetz, sondern dem Schulrecht der Bundesländer.
Erfolgreiche Absolventen der dreijährigen Berufsfachschule können zur
Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf zugelassen werden, wenn dieser Bildungsgang der Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf entspricht. Ein Bildungsgang entspricht der Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf, wenn er
– nach Inhalt, Anforderung und zeitlichem Umfang der jeweiligen Ausbildungsordnung gleichwertig ist,
– systematisch, insbesondere im Rahmen einer sachlichen und zeitlichen Gliederung, durchgeführt wird und
– durch Lernortkooperation einen angemessenen Anteil an fachpraktischer Ausbildung gewährleistet.

Berufsgrundbildungsjahr (BGJ)

Das Berufsgrundbildungsjahr ist in einigen Bundesländern ein Ausbildungsjahr an der Berufsschule.
Der erfolgreiche Besuch des Berufsgrundbildungsjahres führt in der Regel zur
Verkürzung der Ausbildungsdauer in der dualen Berufsausbildung um ein Jahr. Dazu haben die Länder entsprechende Verordnungen auf der Grundlage des § 7 Berufsbildungsgesetz erlassen. Die Anrechnung auf die Ausbildungsdauer bedarf eines gemeinsamen Antrags von Ausbildenden und Auszubildenden.
Das Berufsgrundbildungsjahr wird in der Regel im Vollzeitunterricht durchgeführt (Berufsgrundschuljahr).
Ein Berufsausbildungsvertrag ist zum Besuch des Berufsgrundbildungsjahres nicht erforderlich.
Die Anrechnung des Besuchs eines schulischen Berufsgrundbildungsjahrs setzt in der Regel voraus, dass
– der Bildungsgang anerkannt ist
– der Bildungsgang an einer öffentlichen Berufsschule oder zugelassenen anderen Schule besucht wurde,
– der Bildungsgang erfolgreich absolviert wurde.

Berufsgrundschuljahr (BGS)

Berufsschule

Die Berufsschule ist der schulische Lernort der dualen Ausbildung. Sie hat die Aufgabe, den Schülern berufliche und allgemeine Lerninhalte unter besonderer Berücksichtigung der Anforderungen der Berufsausbildung zu vermitteln. Ungefähr ein Drittel der gesamten Ausbildungsdauer entfallen auf Zeiten der Berufsschule.
Parallel zur Ausbildungsordnung oder Ausbildungsregelung wird ein darauf abgestimmter Rahmenlehrplan der Kultusministerkonferenz für den berufsschulischen Teil der Berufsausbildung erarbeitet. Der in der Berufsschule zu vermittelnde Lehrstoff ist auch Gegenstand der Abschlussprüfung.
Ausbildende haben Auszubildende zum Besuch der Berufsschule anzuhalten. Die Berufsschulpflicht bestimmt sich nach den Schulgesetzen der Länder.
Die Lehrkräfte der Berufsschulen sind Mitglieder der Prüfungsausschüsse.
Darüber hinaus kann die Berufsschule auch den Erwerb weiterer schulischer Abschlüsse ermöglichen. Erworben werden können unter bestimmten Voraussetzungen:
– Hauptschulabschluss,
– Realschulabschluss,
– die Fachhochschulreife.

Berufsvorbereitung

In der Regel wird mit Berufsvorbereitung der Fachbegriff der Berufsausbildungsvorbereitung gemeint. Betriebspraktika dienen auch der Berufsvorbereitung

Berufsvorbereitungsjahr (BVJ)

Das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) ist ein schulischer Bildungsgang, der der
Berufsausbildungsvorbereitung dient. Das Berufsvorbereitungsjahr bereitet Jugendliche (in der Regel ohne Hauptschulabschluss) auf den Eintritt in eine
Berufsausbildung vor, wenn sie nach einem mindestens 9-jährigen Besuch einer allgemeinbildenden Schule aus unterschiedlichen Gründen weder einen
Berufsausbildungsvertrag abschließen noch ein Arbeitsverhältnis aufnehmen können und auch nicht an einer Fördermaßnahme der Arbeitsagentur teilnehmen. Das Berufsvorbereitungsjahr findet an berufsbildenden Schulen statt.
Im BVJ wird berufliches Grundwissen in einer oder mehreren Berufsgruppen vermittelt: Es dient somit auch der beruflichen Orientierung, neben der Erweiterung der Allgemeinbildung und dem Erwerb von grundlegenden Qualifikationen, die zu einer (verbesserten) Ausbildungsreife führen sollen. Das Abschlusszeugnis des BVJ schließt den Hauptschulabschluss ein.

Berufung der Prüfer

Berufen bedeutet die einverständliche Bestellung einer Person zur Mitwirkung als Prüfer in einem bestimmten Prüfungsausschuss. Der Prüfer muss seine Bereitschaft zur Mitwirkung erklärt haben.
Weitere Voraussetzungen für die Berufung sind das Vorliegen der fachlichen Sachkunde für die Prüfungsgebiete und die Geeignetheit des Prüfers voraus. Die Berufung ist ein Verwaltungsakt, der in der Regel durch ein Berufungsschreiben oder eine Berufungsurkunden ausgefertigt wird.
Die Berufung von Prüfungsausschussmitgliedern ist im Berufsbildungsgesetz geregelt und erfolgt immer durch die zuständige Stelle.
Danach werden die Mitglieder des Prüfungsausschusses für eine einheitliche Periode von maximal 5 Jahren berufen. Nach diesem Zeitraum ist eine erneute Berufung möglich. Auch kürzere Zeiträume oder die Berufung für nur einen Prüfungstermin sind unter Umständen möglich.

Bescheinigung des Prüfungsausschusses

Dem Prüfling soll unmittelbar nach Feststellung des Gesamtergebnisses der
Abschlussprüfung mitgeteilt werden, ob er die Prüfung „bestanden“ oder „nicht bestanden“ hat. Hierüber erhält der Prüfling eine vom Vorsitz des Prüfungsausschusses zu unterzeichnende Bescheinigung.
Mit der Bekanntgabe des erfolgreichen Ablegens der Abschlussprüfung ist die
Berufsausbildung beendet.
Kann die Feststellung des Prüfungsergebnisses nicht am Tag der letzten Prüfungs-leistung getroffen werden, so hat der Prüfungsausschuss diese unverzüglich zu treffen und dem Prüfling mitzuteilen.

Bestehensregeln

In jeder Ausbildungsordnung, Ausbildungsregelung, Fortbildungsordnung oder Fortbildungsprüfungsregelung sind die Anforderungen für das Bestehen der
Prüfung geregelt.
In den meisten Prüfungen gilt folgende Grundregel:
Die Prüfung ist nicht bestanden, wenn in der gesamten Prüfung eine der Leistungen in den Prüfungen mit „ungenügend“ oder mehr als eine dieser Leistungen mit „mangelhaft“ benotet worden ist.
Während bei erfolgreich abgelegten Prüfungen ein Zeugnis ausgestellt wird, wird im Fall des Nichtbestehens das Ergebnis durch einen schriftlichen Bescheid der zuständigen Stelle dokumentiert.

Betrieblicher Ausbildungsplan

Der betriebliche oder individuelle Ausbildungsplan wird auf der Grundlage des
Ausbildungsrahmenplans aufgestellt.
Ausbildende bzw. Ausbilder haben für jeden Auszubildenden einen betrieblichen Ausbildungsplan zu erstellen, in dem die zeitliche und sachliche Aufbau der Ausbildung beschrieben ist. Der betriebliche Ausbildungsplan muss die Mindestanforderungen des Ausbildungsrahmenplans berücksichtigen.
Er berücksichtigt individuelle Belange des Auszubildenden sowie betriebliche Belange des Ausbildenden. Ausbildungsabschnitte in Kooperationsbetrieben oder im Ausland sind ebenso zu erfassen. Darüber hinaus kann der Erwerb von zusätzlichen Qualifikationen berücksichtigt werden.
Der betriebliche Ausbildungsplan ist mit dem Berufsausbildungsvertrag bei der zuständigen Stelle einzureichen.

Betriebspraktikum

Das Praktikum soll dazu dienen, dem Schüler einer allgemeinbildenden Schule einen Einblick in betriebliche Abläufe und Zusammenhänge zu vermitteln. Der Schüler soll einzelne, jahreszeitlich passende Arbeiten praktisch durchführen und dabei Einblicke in die Produktionsbereiche eines landwirtschaftlichen Betriebes erhalten und erste Grundkenntnisse erlernen.
Auch der verantwortungsbewusste Umgang mit Lebewesen und Technik soll vermittelt werden. Durch ein interessant gestaltetes Praktikum kann sich ein Interesse an der Landwirtschaft im Hinblick auf eine spätere Berufsausbildung entwickeln.

Betriebswechsel

Wechsel des Ausbildungsbetriebes im Rahmen einer dualen Berufsausbildung. Der Wechsel des Ausbildungsbetriebes ist kein Abbruch der Berufsausbildung. Die Ausbildung wird mit einem Folgevertrag im neuen Ausbildungsbetrieb fortgesetzt.
Bisher zurückgelegte Ausbildungszeiten (im Sinne von Ausbildungsdauer) werden auf die Berufsausbildung angerechnet.

Betriebszweig

Betriebszweige sind ein Strukturelement des anerkannten Ausbildungsberufes Landwirt. Bei der Vermittlung der in der Ausbildungsordnung genannten Fertigkeiten und Kenntnisse sind jeweils mindestens zwei der dort aufgeführten Betriebszweige der Pflanzen- und Tierproduktion zugrunde zu legen.
Andere landwirtschaftliche Ausbildungsordnungen kennen dieses Strukturelement nicht. Betriebszweige sind eine Sonderform und werden in der Umsetzung wie
Einsatzgebiete gehandhabt. Erläuterungen zur Bedeutung dort.

Bewertung

Die Bewertung von Prüfungsleistungen ist eine der Kernaufgaben der
Prüfungsausschüsse. Jedes einzelne Mitglied des Prüfungsausschusses hat die Pflicht, die Prüfungsleistung zunächst getrennt und selbständig zu beurteilen und zu bewerten, um anschließend anhand dieser Einzelbewertungen eine gemeinsame Bewertung des Prüfungsausschusses herbeizuführen.
Dabei ist eine Prüfungsleistung vom jeweiligen Prüfer selbst, unmittelbar und vollständig zur Kenntnis zu nehmen und aus eigener Sicht selbständig zu beurteilen. Das Erfordernis einer selbständigen Einzelbewertung verbietet einen kommunikativen Austausch zwischen den Prüfern, bevor die Einzelbewertungen abgeschlossen sind. Von einer abgeschlossenen Bewertung ist erst nach deren schriftlicher Fixierung auszugehen.
Beim Berichterstatterprinzip kann der Vorsitz zur Vorbereitung der Beschlussfassung mindestens zwei Mitglieder mit der Bewertung einzelner, nicht mündlich zu erbringender Prüfungsleistungen beauftragen. Die Beauftragten sollen nicht derselben Mitgliedergruppe angehören. Mündlich zu erbringende Prüfungsleistungen können jedoch nur vom gesamten Prüfungsausschuss abgenommen werden.
Die Beschlüsse über die Bewertung einzelner Prüfungsleistungen, der Prüfung insgesamt und über das Bestehen oder Nichtbestehen werden vom gesamten Prüfungsausschuss gefasst. Bei der gemeinsamen Feststellung der Ergebnisse dienen die Einzelbewertungen der Prüfungsausschussmitglieder als Grundlage.
Eine Bewertung von Prüfungsleistungen ist nachvollziehbar, wenn sie in sich schlüssig und frei von Fehlern ist.
Prüfungsleistungen werden mit Noten bewertet.

Bewertungsfehler

Die nachfolgend beschriebenen Bewertungsfehler bzw. Beurteilungstendenzen treten insbesondere bei der Bewertung mündlicher Prüfungsleistungen auf.
• Hof-Effekt (halo effect): Der Prüfer schließt aus dem Vorhandensein einer Eigenschaft oder Fähigkeit auf das gleichzeitige Vorhandensein anderer Eigenschaften oder Fähigkeiten, ohne diese jedoch explizit festzustellen.
• Positionseffekt: Der erste (letzte) Eindruck bzw. die erste (letzte) Information prägt das Urteil. Alle anderen Informationen werden an das gefasste Urteil angepasst.
• Reihenfolgeneffekt: Dieser Effekt tritt besonders oft bei mündlichen Prüfungen auf. Die Leistung eines Prüfungskandidaten wird dabei nicht an den festgelegten Anforderungen, sondern an der Leistung des vorangegangenen Prüflings gemessen.
• Milde-Effekt: Erwünschte Eigenschaften, Fähigkeiten oder richtige Antworten werden hoch gewichtet, unerwünschte Eigenschaften, Fehler oder Lücken hingegen vernachlässigt. Der umgekehrte Fall ist beim Strenge-Effekt gegeben.
• Zentrale Tendenz: Die Bewertungen konzentrieren sich auf den mittleren Bereich (etwa um die Note 3), die extremen Bereiche (etwa die Noten 1 und 6) werden vermieden.
• Kontrastfehler: Er liegt vor, wenn der Prüfer Fähigkeiten, Eigenschaften etc. des Prüflings, die er selber nicht hat, besonders positiv oder negativ beurteilt.
• Ähnlichkeitseffekt: Der Prüfer bewertet solche Fähigkeiten, Eigenschaften etc. des Prüflings besonders positiv (selten negativ), über die er auch selber verfügt.
• Darüber hinaus können Vorinformationen über den Prüfungsteilnehmer zu bestimmten Erwartungen bei den Prüfern führen und die Leistungsbeurteilung lenken (selbst erfüllende Prophezeiung).

Die Beschreibung der Bewertungsfehler ist dem Prüferportal entnommen.
http://www.prueferportal.org/html/142.php

Bewertungsschlüssel

Der Bewertungsschlüssel für die Bewertung von Prüfungsleistungen wird in § 24 der Musterprüfungsordnung für die Durchführung von Abschlussprüfungen und Umschulungsprüfungen und analog im § 21 der Musterprüfungsordnung für Fortbildungsprüfungen festgelegt.
Danach sind die Prüfungsleistungen wie folgt zu bewerten:
– Eine den Anforderungen in besonderem Maße entsprechende Leistung
= 100 – 92 Punkte = Note 1 = sehr gut
– eine den Anforderungen voll entsprechende Leistung
= unter 92 – 81 Punkte = Note 2 = gut
– eine den Anforderungen im allgemeinen entsprechende Leistung
= unter 81 – 67 Punkte = Note 3 = befriedigend
– eine Leistung, die zwar Mängel aufweist, aber im Ganzen den Anforderungen noch entspricht
= unter 67 – 50 Punkte = Note 4 = ausreichend
– eine Leistung, die den Anforderungen nicht entspricht, jedoch erkennen lässt, dass gewisse Grundkenntnisse noch vorhanden sind
= unter 50 – 30 Punkte = Note 5 = mangelhaft
– eine Leistung, die den Anforderungen nicht entspricht und bei der selbst Grundkenntnisse fehlen
= unter 30 – 0 Punkte = Note 6 = ungenügend.
Der 100-Punkte-Schlüssel ist der Bewertung aller Prüfungsleistungen sowie der Ermittlung von Zwischen- und Gesamtergebnissen zugrunde zu legen.
Die Prüfungsordnungen der zuständigen Stellen können im Detail von diesem Rahmen abweichen.

Bildungsberater

In einigen Bundesländern synonym gebraucht für Ausbildungsberater.
Daneben verwenden auch Verbände, Bildungseinrichtungen und andere private Einrichtungen den Begriff Bildungsberater für ihre Mitarbeiter.

Bildungsgang

Als Bildungsgang werden in sich abgeschlossene, geregelte und anerkannte Bildungswege der schulischen Ausbildung bezeichnet. Die rechtliche Hoheit zur Einführung von Bildungsgängen liegt bei den Bundesländern.
Beispiele sind:
Berufsgrundbildungsjahr oder Berufsgrundschuljahr
– Bildungsgänge der Berufsfachschule

Bundesinstitut für Berufsbildung

Das Bundesinstitut für Berufsbildung hat seine Grundlage im Berufsbildungsgesetz. Es ist eine bundesunmittelbare rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts und hat seinen Sitz in Bonn.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung hat die Aufgabe, durch wissenschaftliche Forschung zur Berufsbildungsforschung beizutragen. Darüber hinaus hat es folgende Aufgaben:
– an der Vorbereitung von Ausbildungsordnungen und sonstigen Rechtsverordnungen nach dem Berufsbildungsgesetz mitzuwirken,
– an der Vorbereitung des Berufsbildungsberichts mitzuwirken,
– an der Durchführung der Berufsbildungsstatistik mitzuwirken,
– Verwaltungsaufgaben des Bundes zur Förderung der Berufsbildung zu übernehmen,
– die Förderung überbetrieblicher Berufsbildungsstätten durchzuführen,
– das Verzeichnis der anerkannten Ausbildungsberufe zu führen und zu veröffentlichen,
– die im Fernunterrichtsschutzgesetz beschriebenen Aufgaben wahrzunehmen und durch Förderung von Entwicklungsvorhaben zur Verbesserung und Ausbau des berufsbildenden Fernunterrichts beizutragen.
Der Hauptausschuss ist ein zentrales Organ des Bundesinstituts für Berufsbildung.

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