Deutscher Qualifikationsrahmen

Der Deutsche Qualifikationsrahmen ist ein Instrument zur Einordnung der Qualifikationen des deutschen Bildungssystems. Er soll zum einen die Orientierung im deutschen Bildungssystem erleichtern und zum anderen zur Vergleichbarkeit deutscher Qualifikationen in Europa beitragen. Um transparenter zu machen, welche Kompetenzen im deutschen Bildungssystem erworben werden, definiert er acht Kompetenzniveaus, die den acht Niveaus des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) zugeordnet werden können.
Die Abschlüsse der anerkannten Ausbildungsberufe in der Landwirtschaft werden dem Niveau 4 zugeordnet, der Abschluss als Meister dem Niveau 6. Noch nicht alle Abschlüsse sind den Niveaus zugeordnet.
Der DQR hat orientierenden Charakter, keine regulierende Funktion.

Internetpräsenz des Deutschen Qualifikationsrahmens:
http://www.dqr.de:8002/content/60.php

Duale Ausbildung

Die Berufsausbildung der Landwirtschaft erfolgt nach Berufsbildungsgesetz im Dualen System. Darunter ist die Ausbildung in einem Ausbildungsbetrieb der Wirtschaft oder in Ausbildungseinrichtungen einerseits und in der Berufsschule andererseits, also an zwei Lernorten, zu verstehen.
Der praktische Teil der Ausbildung wird den Auszubildenden in den Betrieben vermittelt, den theoretischen Teil übernimmt die Berufsschule.
Grundlage für die betriebliche Ausbildung sind die jeweilige Ausbildungsordnung und der Ausbildungsrahmenplan des jeweiligen Berufes. Diese sind verbindlich in ganz Deutschland. Die betriebliche Ausbildung wird oft ergänzt durch die überbetriebliche Ausbildung. Diese überbetrieblichen Lehrgänge sollen die Ausbildungsdefizite, die durch die Spezialisierung vieler Betriebe entstanden sind, ausgleichen.
Die Ausbildung in der Berufsschule unterliegt den Schulaufsichtsbehörden der Bundesländer und den jeweils in den Ländern geltenden Lehrplänen, die wiederum auf dem Rahmenlehrplan basieren.

Duales Studium

Für den Begriff duales Studium gibt es noch keine einheitliche Definition. Einige Varianten haben sich heraus kristallisiert:
– Ausbildungsbegleitende oder ausbildungsintegrierende Studiengänge
In dieser Form des dualen Studiengang werden das Studium und eine vollständige Berufsausbildung durchlaufen. Am Ende haben die Absolventen zwei staatlich anerkannte Abschlüsse erworben: den Abschluss von der Hochschule und den Berufsabschluss in einem landwirtschaftlichen Beruf. Für die Berufsausbildung ist ein Ausbildungsvertrag abzuschließen. Das Studium an der Hochschule und die duale Ausbildung im Ausbildungsbetrieb und der Berufsschule werden organisatorisch verzahnt. Der Teilnehmer kann in den einzelnen Ausbildungsabschnitten aus rechtlicher Sicht immer nur Student oder Auszubildender sein. Die Abschlussprüfung im Beruf wird von der zuständigen Stelle durchgeführt.
– Praxisintegrierte Studiengänge
In einem praxisintegrierenden dualen Studiengang wird das Hochschul-studium durch längere Praxisphasen in einem Unternehmen ergänzt. Eine richtige Berufsausbildung absolvieren die Studenten allerdings nicht und am Ende erhalten sie nur den Hochschulabschluss. In der Regel schließen Student und Unternehmen vor Beginn des dualen Studiums einen Vertrag, der Dauer und Inhalte der Praxisphasen regelt.
– Berufsbegleitende Studiengänge
Berufsbegleitende duale Studiengänge richten sich an Arbeitnehmer mit einem Vollzeit-Job, die neben dem Beruf studieren möchten.

Informationen zu dualen Studiengängen in der Landwirtschaft auf Bildungsserver Agrar:
https://www.bildungsserveragrar.de/studium/duale-studiengaenge

Durchführung von Prüfungen

Die Durchführung von Prüfungen ist eine der wichtigsten Aufgaben der
zuständigen Stelle. Hierbei teilt sie sich die Aufgaben mit dem von ihr berufenen Prüfungsausschuss.
Die zentrale Aufgabe des Prüfungsausschusses ist die Abnahme der Prüfungen. Weitere Aufgaben der Prüfungsausschüsse sind:
– Entscheidung über die Zulassung zur Prüfung, wenn die zuständige Stelle die Voraussetzungen für nicht gegeben hält,
– Beschlussfassung über die Noten zur Bewertung einzelner Prüfungsleistungen, der Prüfung insgesamt sowie über das Bestehen und Nichtbestehen der Prüfung,
Bekanntgabe des Ergebnisses der Prüfung (als Organ der zuständigen Stelle).
Die zuständige Stelle hat folgende Aufgaben:
Berufung der Prüfer,
– Prüfung der Voraussetzungen zur Zulassung zur Prüfung,
– Entscheidung über die Zulassung zur Prüfung, wenn alle Voraussetzungen gegeben sind,
– Organisation der Prüfung,
– Festlegung der Prüfungsaufgaben,
– Vor- und Nachbereitung der Prüfung,
– Bereitstellen der Prüfungsunterlagen,
– Ausstellen des Prüfungszeugnisses oder des Bescheids über das Nichtbestehen,
– Entschädigung der Prüfer.

Dualpartner

Unter Dualpartner sind die beiden Lernorte in der dualen Berufsausbildung, somit die Ausbildung in einem Ausbildungsbetrieb der Wirtschaft oder in Ausbildungseinrichtungen einerseits und in der Berufsschule andererseits, also an zwei Lern-orten, zu verstehen.
Der praktische Teil der Ausbildung wird den Auszubildenden in den Betrieben oder Ausbildungseinrichtungen vermittelt, den theoretischen Teil übernimmt die Berufsschule.
Die betriebliche Ausbildung wird oft ergänzt durch die überbetriebliche Ausbildung.

Eignungsfeststellung der Ausbildungsstätte

Auszubildende dürfen nach § 27 Berufsbildungsgesetz nur eingestellt und ausgebildet werden, wenn die Ausbildungsstätte nach Art und Einrichtung für die Berufsausbildung geeignet ist.
Das Bundesministerium Landwirtschaft kann durch Rechtsverordnung Mindest-anforderungen für die Größe, die Einrichtung und den Bewirtschaftungszustand der Ausbildungsstätte festsetzen. Für 13 der 14 Berufe hat das Bundesministerium für Landwirtschaft anerkannten Ausbildungsberufe jeweils eine berufsspezifische Verordnung über die Anforderungen zur Eignung als Ausbildungsstätte erlassen.
Diese Anforderungen können durch die zuständigen Behörden, die letztendlich die Anerkennung aussprechen, weiter untersetzt werden.
In die Eignungsfeststellung fällt auch die Feststellung des angemessenen Verhältnisses von Ausbildern zu Auszubildenden.

Verordnungen zur Eignung der Ausbildungsstätten nach Berufen im Bildungsserver Agrar:
https://bildungsserveragrar.de/rechtliche-regelungen/regelungen-fuer-ausbilder/

Empfehlung des Hauptausschusses des Bundesinstituts für Berufsbildung zur Eignung von Ausbildungsstätten

Eignung von Ausbildern

Ausbilder müssen die persönliche Eignung und die fachliche Eignung nachweisen.

Eignung von Prüfern

Die Prüfer müssen nach Festlegung des Berufsbildungsgesetzes für die Prüfungsgebiete sachkundig und für die Mitwirkung im Prüfungswesen geeignet sein.
Sachkundig ist, wer das erforderliche berufliche Wissen und Können besitzt um die berufliche oder erweiterte berufliche Handlungsfähigkeit der Prüflinge festzustellen. Die Sachkunde bezieht sich deshalb vor allem auf die Prüfungsanforderungen. Der Prüfer muss in der Lage sein, über die Bewertung einzelner Prüfungsleistungen, die Prüfung insgesamt sowie das Bestehen und Nichtbestehen zu beschließen. Dafür sind die Kenntnis der Ausbildungsordnung bzw. Fortbildungsordnung und des Prüfungswesens für den ordnungsgemäßen Ablauf einer Prüfung unverzichtbar.
Eignung bedeutet im Allgemeinen, dass der Prüfer:
– in der Regel mindestens 24 Jahre alt ist und eine gewisse menschliche Reife besitzt,
– ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein, persönlicher Integrität, Urteilsvermögen und Gerechtigkeitssinn besitzt,
– berufspädagogische Kenntnisse besitzt. Eine Prüfung nach der Ausbilder-Eignungsverordnung ist rechtlich nicht erforderlich, erscheint aber angemessen.
Die Prüfungsordnungen oder die zuständigen Stellen können detaillierte Festlegungen zur Sachkunde und Eignung der Prüfer festlegen.
Die zuständigen Stellen haben die Sachkunde und Eignung der Prüfer festzustellen. Der Überprüfung kommt hinsichtlich der Qualität der Prüfungen besondere Bedeutung zu.

Einsatzgebiet

Einsatzgebiete sind ein Strukturelement von Ausbildungsordnungen. Klar nach Einsatzgebieten strukturierte Berufe sind Pflanzentechnologe und Hauswirtschafter. Daneben gibt es noch Sonderformen der Strukturierung nach Einsatzgebieten in den Berufen Pferdewirt (in Kombination mit Fachrichtungen), Landwirt
(Betriebszweige) und Fachkraft Agrarservice (Differenzierung nach
Kulturen).
Die vom Betrieb zu wählenden Einsatzgebiete entsprechen bestimmten Geschäftsfeldern, Produktsparten oder Produktionsverfahren. Unabhängig vom gewählten Einsatzgebiet werden die zu vermittelnden Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten (Ausbildungsberufsbild) einheitlich für den Beruf beschrieben.
Einsatzgebiete können sich über die gesamte Ausbildung erstrecken (Pflanzentech-nologe, Fachkraft Agrarservice) oder erst zum Ende der Ausbildung einsetzen (Pferdewirt, Hauswirtschafter).
Einsatzgebiete sind bei der Wahl der Prüfungsaufgaben zu berücksichtigen.

Einsicht in Prüfungsunterlagen

Die Musterprüfungsordnungen und alle Prüfungsordnungen der zuständigen Stellen gewähren dem Prüfling auf Antrag innerhalb der gesetzlich vorgegebenen Frist zur Einlegung eines Rechtsbehelfs Einsicht in seine Prüfungsunterlagen.
Der Lauf der Frist beginnt, soweit nichts anderes bestimmt ist, mit der Zustellung oder, wenn diese nicht vorgeschrieben ist, mit der Eröffnung oder Verkündung. Die Dauer der Frist hängt davon ab, ob die Abschlussprüfung bestanden oder nicht bestanden ist.
Im Fall einer nicht bestandenen Prüfung beträgt die Dauer einen Monat, beginnend mit dem Bekanntwerden des Bescheides über die nicht bestandene Prüfung. Bei bestandenen Prüfungen beträgt die Frist ein Jahr. Sie beginnt am Tag der Übergabe oder des Bekanntwerdens des Prüfungszeugnisses.
Die Einsichtnahme ist bei den zuständigen Stellen schriftlich zu beantragen. Diese legen einen Termin fest. Einsichtnahme bedeutet nicht, dass Kopien oder Fotos angefertigt werden dürfen. Die Einsichtnahme kann kostenpflichtig sein.

Einstiegsqualifizierung (EQ)

Die Einstiegsqualifizierung ist eine vorbereitende Qualifizierungsmaßnahme zur Hinführung auf eine Berufsausbildung in Form eines längeren, geförderten Praktikums, das auf eine Ausbildung vorbereitet. Es dauert zwischen sechs und zwölf Monaten. In der Einstiegsqualifizierung lernt der Praktikant einen Beruf oder ein Berufsfeld kennen und findet heraus, ob er / es ihm gefällt und zu ihm passt.
Die Voraussetzungen für eine Einstiegsqualifizierung werden im Jobcenter geprüft.
Betriebe, die die Einstiegsqualifizierung anbieten, können öffentliche Fördermittel zur Finanzierung nutzen. Die Betriebe müssen keine anerkannten Ausbildungs-betriebe sein. Dies ist aber sinnvoll, um das Ziel der Einstiegsqualifizierung, die Aufnahme einer Berufsausbildung, nicht zu verfehlen.
Der Praktikant erhält eine Praktikumsvergütung.
Nach Abschluss ist der Betrieb verpflichtet, ein Zeugnis über die Einstiegsquali-fizierung auszustellen. Auf Antrag stellen die zuständigen Stellen auch ein Zertifikat aus.
Die Zeit der Einstiegsqualifizierung wird nur selten auf eine anschließende Berufsausbildung angerechnet. Die Informationen dazu geben die zuständigen Stellen.

Eintragung Ausbildungsvertrag

Ausbildende haben unverzüglich nach Abschluss des Berufsausbildungsvertrages die Eintragung in das Verzeichnis der Ausbildungsverhältnisse bei den
zuständigen Stellen zu beantragen. Eine Ausfertigung der Vertragsniederschrift ist beizufügen. Entsprechendes gilt bei Änderungen des wesentlichen Vertragsinhalts.
Die Eintragung ist für den Auszubildenden kostenfrei.
Die Eintragung ist ein Verwaltungsakt, deshalb haben die zuständigen Stellen die Voraussetzungen förmlich zu prüfen. Der Berufsausbildungsvertrag wird eingetragen, wenn:
– er dem Berufsbildungsgesetz und der Ausbildungsordnung entspricht,
– die persönliche und fachliche Eignung sowie die Eignung der Ausbildungsstätte für das Einstellen und Ausbilden vorliegen und
– für Auszubildende unter 18 Jahren die ärztliche Bescheinigung über die Erstuntersuchung nach § 32 Abs. 1 des Jugendarbeitsschutzgesetzes zur Einsicht vorgelegt wird.
Liegen Mängel vor, wird die zuständige Stelle den Ausbildenden zur Beseitigung in einer angemessenen Frist auffordern. Können die Eintragungsvoraussetzungen nicht hergestellt werden, muss die zuständige Stelle die Eintragung ablehnen.
Der Eintragung kommt mehrfache Wirkung zu. Durch sie wird eine Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung geschaffen. Weiter wird anerkannt, dass der Berufsausbildungsvertrag dem Berufsbildungsgesetz und der Ausbildungsordnung entspricht und der Ausbildende zum Einstellen und Ausbilden berechtigt ist. Oft ist die Eintragung auch Voraussetzung für die Gewährung von Kindergeld für die Eltern des Auszubildenden.

Einvernehmliche Auflösung des Berufsausbildungsvertrags

Ein Berufsausbildungsvertrag kann in gegenseitigem Einvernehmen von Ausbildenden und Auszubildenden jederzeit aufgelöst werden. Weitere Informationen unter Auflösungsvertrag.

Elektronisches Berichtsheft

Elternlehre

Der Begriff Elternlehre beschreibt eine frühere Form der Berufsausbildung des eigenen Kindes im Betrieb der Eltern. Bei dieser Form der Berufsausbildung waren hinsichtlich der Anforderungen an die Qualifikationen der Eltern als Ausbilder Einschränkungen möglich. Mindestens ein Jahr der Berufsausbildung musste in einem anderen Betrieb, dem sogenannten Fremdbetrieb, durchgeführt werden.
Heute gelten an die Berufsausbildung des Kindes im eigenen Betrieb die gleichen Anforderungen wie an jede andere Berufsausbildung.

Elternzeit in der Ausbildung

Auszubildende werden im Hinblick auf Elternzeit den Arbeitnehmern gleichgestellt und haben Anspruch auf Elternzeit bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres eines Kindes. Wer Elternzeit beanspruchen will, muss diese rechtzeitig beantragen und sie spätestens sieben Wochen vor Beginn schriftlich vom Ausbildenden verlangen und gleichzeitig erklären, für welche Zeiten innerhalb von zwei Jahren Elternzeit genommen werden soll.
Die Ausbildungszeit ruht während der Elternzeit und verlängert sich um die Zeit der Abwesenheit „automatisch“. Die Zeiten müssen der zuständigen Stelle gemeldet werden.
Hinsichtlich der Fortführung des Ausbildungsverhältnisses gibt es die Möglichkeit, dieses mit reduzierter Ausbildungszeit, also in Teilzeit mit nicht mehr als 30 Wochenstunden im Durchschnitt des Monats zu absolvieren. An dem regelmäßigen Besuch der Berufsschule und der überbetrieblichen Ausbildung ändert sich jedoch nichts.
Kündigungsschutz besteht ab dem Zeitpunkt, von dem an Elternzeit verlangt worden ist, höchstens jedoch acht Wochen vor Beginn der Elternzeit und während der Elternzeit.
Eine Teilnahme an der Abschlussprüfung ist auch während der Elternzeit möglich.

Entschädigung

Die Tätigkeit im Prüfungsausschuss ist ehrenamtlich. Für bare Auslagen und für Zeitversäumnis ist, soweit eine Entschädigung nicht von anderer Seite gewährt wird, eine angemessene Entschädigung zu zahlen, deren Höhe von der zuständigen Stelle mit Genehmigung der obersten Landesbehörde festgesetzt wird. Auch Prüfungsbetriebe werden für ihre Aufwendungen bei Prüfungen entschädigt. Die zuständigen Stellen haben Richtlinien für die Entschädigung erlassen.
Die Entschädigung für Zeitversäumnis ist steuerpflichtiges Einkommen.

Ergänzungsprüfung

Europäischer Qualifikationsrahmen (EQR)

Der Europäische Qualifikationsrahmen fungiert als Übersetzungsinstrument, das die Einordnung von nationalen Qualifikationen europaweit verständlich macht und so die Mobilität von Beschäftigten und Lernenden und deren lebenslanges Lernen fördert. Er ist der Referenzrahmen für den Vergleich der verschiedenen nationalen Qualifikationssysteme. Kernstück des EQR sind acht Referenzniveaus. Sie beschreiben Lernergebnisse, also das, was Lernende wissen, verstehen und in der Lage sind, zu tun.
Dazu entwickeln die Mitgliedstaaten eigene nationale Qualifikationsrahmen. Ihre Niveaus werden den Niveaus des EQR zugeordnet. In Deutschland ist dies der
Deutsche Qualifikationsrahmen (DQR).

weitere Informationen auf der Internetpräsens des Deutschen Qualifikationsrahmens;

https://www.dqr.de/content/2323.php

Externenprüfung

Berufsabschlussprüfung nach § 45 Berufsbildungsgesetz für Personen, die ohne das Durchlaufen einer vorherigen Berufsausbildung in besonderen Fällen zugelassen werden.
Zur Abschlussprüfung ist zuzulassen, wer nachweist, dass er mindestens das Eineinhalbfache der Zeit, die als Ausbildungszeit (gemeint ist die Ausbildungsdauer) vorgeschrieben ist, in dem Beruf tätig gewesen ist, in dem die Abschlussprüfung abgelegt werden soll. Als Zeiten der Berufstätigkeit gelten auch Ausbildungszeiten in einem anderen, einschlägigen anerkannten Ausbildungsberuf.
Beim Nachweis der Zeiten der praktischen Tätigkeiten ist von einer Vollzeitbeschäftigung mit 40 Arbeitsstunden je Woche auszugehen. Bei Teilzeitbeschäftigung verlängern sich die Zeiten entsprechend.
Die genannten Zeiten können reduziert werden, wenn der Bewerber nachweist, dass er an einem gezielten Angebot zur Vorbereitung auf die Prüfung (z.B. Lehrgänge von zuständigen Stellen oder Bildungseinrichtungen oder regelmäßiger Besuch einer einschlägigen Berufsschule) teilgenommen hat.

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