Fachagrarwirt

Fachagrarwirt ist die Abschlussbezeichnung einer Aufstiegsfortbildung. Der Abschluss als Fachagrarwirt kann über Fortbildungsordnungen des Bundes oder über Fortbildungsprüfungsregelungen der zuständigen Stellen erworben werden.
Fortbildungsordnungen des Bundes mit dem Abschluss als Fachagrarwirt sind beispielsweise:
– Fachagrarwirt Klauenpflege,
– Fachagrarwirt Baumpflege und Baumsanierung.
Beispiele von Fortbildungsprüfungsregelungen der zuständigen Stellen sind:
– Fachagrarwirt Herdenmanagement,
– Fachagrarwirt Besamungswesen,
– Fachagrarwirt erneuerbare Energien,
– Fachagrarwirt Golfplatzpflege.
Während der Meister als Fachmann, Unternehmer und Ausbilder fortgebildet wird, konzentriert sich die Fortbildung der Fachagrarwirte auf die Vermittlung beruflicher Fachkompetenzen und die Grundlagen der Betriebsführung. Die Vermittlung der beruflichen Spezialkenntnisse erlangt eine große Kenntnis- und Fertigkeitstiefe.
Der Abschluss Fachagrarwirt ist der zweiten Fortbildungsebene zugeordnet.
Fachagrarwirte dürfen in landwirtschaftlichen Berufen nicht ausbilden, auch nicht wenn sie zusätzlich die Prüfung nach der Ausbildereignungsverordnung abgelegt haben. Sie besitzen nicht die notwendige fachliche Eignung.

Facharbeiter

Im Bereich des Handwerks werden Personen, die die Abschlussprüfung bestanden haben als Gesellen bezeichnet. Im Bereich der Abschlussprüfungen nach dem
Berufsbildungsgesetz, zu denen die landwirtschaftlichen Berufe zählen, fehlt eine solch allgemeine Bezeichnung. Es existieren verschiedene Bezeichnungen. Eine der üblichen ist Facharbeiter. Andere Bezeichnungen sind Fachkraft oder Gehilfe.

Fachgespräch

Das Fachgespräch ist ein Prüfungsinstrument und beschreibt die vorgegebene Verfahrensweise des Prüfens und den Gegenstand der Bewertung.
Für jeden Prüfungsbereich sind die Prüfungsinstrumente festzulegen. Das Fach-gespräch ist ein häufiges Prüfungsinstrument und wird in der Regel mit anderen Prüfungsinstrumenten kombiniert.
Dazu zwei Beispiele aus landwirtschaftlichen Ausbildungsordnungen:
– Der Prüfling soll zwei Prüfungsaufgaben aus (…) bearbeiten und jeweils in einem Prüfungsgespräch (i. S. eines auftragsbezogenen Fachgesprächs) erläutern,
– der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe durchführen und hierüber ein auftragsbezogenes Fachgespräch führen
In beiden Fällen werden praktische Aufgaben mit auftragsbezogenen Fachgesprächen kombiniert. Fachgespräche können nicht mit schriftlichen Prüfungsaufgaben kombiniert werden.
Der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung empfiehlt folgende Formen von Fachgesprächen:
– auftragsbezogenes Fachgespräch, bezieht sich auf eine abgeschlossene Arbeitsaufgabe und hat keine eigenen Prüfungsanforderungen und keine eigene Bewertung,
– situatives Fachgespräch, bezieht sich auf eine Arbeitsaufgabe und hat keine eigenen Prüfungsanforderungen und keine eigene Bewertung, es kann während und nach der Durchführung der Arbeitsaufgabe geführt werden,
– fallbezogenes Prüfungsgespräch mit eigenen Prüfungsanforderungen und eigener Bewertung.
Die Anwendung ist jedoch nicht immer einheitlich und stringent, darüber hinaus gibt es andere synonyme Fachbegriffe.

Fachkraft

Dieser Begriff wird in mehrfacher Hinsicht verwendet.
a) Im Bereich des Handwerks werden Personen, die die Abschlussprüfung bestanden haben als Gesellen bezeichnet. Im Bereich der Abschlussprüfungen nach dem Berufsbildungsgesetz, zu denen die landwirtschaftlichen Berufe zählen, fehlt eine solch allgemeine Bezeichnung. Es existieren verschiedene Bezeichnungen. Eine der üblichen ist Fachkraft. Andere Bezeichnungen sind Facharbeiter oder Gehilfe.
b) Der Fachbegriff Fachkraft hat Bedeutung bei der Festlegung eines angemessenen Verhältnisses von Ausbildern zu Auszubildenden. Fachkräfte, die eine
Berufsausbildung in einer dem anerkannten Ausbildungsberuf entsprechenden Fachrichtung erfolgreich abgeschlossen haben, können den Ausbilder bei seiner Tätigkeit unterstützen.

Fachliche Eignung des Ausbilders

Ausbilder müssen die fachliche und die persönliche Eignung besitzen.
Fachlich geeignet ist, wer die beruflichen sowie die berufs- und arbeitspädagogischen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt, die für die Vermittlung der Ausbildungsinhalte erforderlich sind. Die Kombination von beruflichen und berufs- und arbeitspädagogischen Kompetenzen wird teilweise auch als erweiterte Ausbildereignung bezeichnet.
An die beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten des Ausbilders in den
Ausbildungsberufen der Landwirtschaft und Hauswirtschaft werden sehr hohe Anforderungen gestellt. Es wird mindestens die Qualifikation eines Meisters oder der erfolgreiche Abschluss einer zweijährigen Fachschule gefordert. Die genaue Zuordnung der Qualifikationen zu den Ausbildungsberufen ist in der „Verordnung über die Anforderung an die fachliche Eignung und die Anerkennung von Prüfungen zum Nachweis der fachlichen Eignung für die Berufsausbildung in den Berufen der Landwirtschaft und der Hauswirtschaft“ geregelt (s. rechte Spalte). Bei Ausbildungsberufen mit Fachrichtungen ermöglicht der Abschluss als Meister in diesem Beruf die Ausbildung in allen Fachrichtungen. So kann beispielsweise ein Pferdewirtschaftsmeister der Fachrichtung Pferdehaltung und Service auch Pferdewirte in der Fachrichtung Klassische Reitausbildung oder jeder anderen Fachrichtung ausbilden.
Die berufs- und arbeitspädagogischen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten werden durch die erfolgreiche Prüfung nach der Ausbilder-Eignungsverordnung oder des Teils Berufsausbildung und Mitarbeiterführung der Meisterprüfung nachgewiesen.

Fachpraktiker

Abschlussbezeichnung für Personen die eine Abschlussprüfung nach einer Ausbildungsregelung der zuständigen Stellen für behinderte Menschen bestanden haben, zum Beispiel Fachpraktiker Landwirtschaft.
Andere im landwirtschaftlichen Bereich verwendete Abschlussbezeichnungen sind Helfer, Werker, Fachwerker. Der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung empfiehlt die einheitliche Anwendung der Abschlussbezeichnung Fachpraktiker.

Fachrichtungen

Fachrichtungen sind ein Strukturelement von Ausbildungsordnungen. Klar nach Fachrichtungen strukturierte Berufe in der Landwirtschaft sind Tierwirt, Gärtner und Fischwirt. Daneben gibt es noch eine Sonderform der Strukturierung nach Fachrichtungen im Beruf Pferdewirt (zwei Fachrichtungen werden mit Einsatzgebieten kombiniert).
Eine Differenzierung nach Fachrichtungen führt zu unterschiedlich zu vermittelnden Kenntnissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten Ausbildungsberufsbild) in jeder Fachrichtung. Die Notwendigkeit wird beispielsweise daran deutlich, dass Imker und Schäfer zwei Fachrichtungen des Berufs Tierwirt sind. Deshalb gibt es auch verschiedene inhaltliche Ausbildungsrahmenpläne für jede Fachrichtung.
Die Ausbildung nach Fachrichtungen erfolgt nach Ausbildungsordnung immer erst im dritten Ausbildungsjahr. Im ersten und zweiten Ausbildungsjahr werden gemeinsame berufsprofilgebende Ausbildungsinhalte vermittelt.
Die Prüfungsanforderungen werden für jede Fachrichtung gesondert festgelegt.

Fachwerker

Abschlussbezeichnung für Personen die eine Abschlussprüfung nach einer
Ausbildungsregelung der zuständigen Stellen für behinderte Menschen bestanden haben.
Andere Abschlussbezeichnungen sind Helfer, Werker, Fachpraktiker. Der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung empfiehlt seit 2010 die einheitliche Anwendung der Abschlussbezeichnung Fachpraktiker.

Fallstudie

Die Fallstudie ist ein Prüfungsinstrument und beschreibt die vorgegebene Verfahrensweise des Prüfens und den Gegenstand der Bewertung in den
Meisterprüfungen aller landwirtschaftlichen Berufe.
Die Fallstudie gehört zum Prüfungsteil 3 – Berufsausbildung und Mitarbeiterführung, Prüfungsabschnitt Mitarbeiterführung. Das Prüfungsinstrument Fallstudie wurde im Mai 2014 in allen Fortbildungsordnungen für landwirtschaftliche Meister eingeführt, um den veränderten und steigenden Anforderungen an landwirtschaftliche Führungskräfte im Bereich der Mitarbeiterführung gerecht zu werden.
In der Fallstudie soll der Prüfling eine vom Prüfungsausschuss vorgegebene Situation der Mitarbeiterführung analysieren, Handlungsoptionen entwickeln, schriftlich darlegen und diese in einem Fachgespräch erläutern.

Fehlzeiten

Zur Abschlussprüfung ist zuzulassen, wer die Ausbildungszeit (im Sinne von
Ausbildungsdauer) „zurückgelegt“ hat. Das bedeutet, dass der Auszubildende aktiv an der Berufsausbildung teilgenommen haben muss. Der alleinige Besitz eines Berufsausbildungsvertrages reicht zur Erfüllung dieser Zulassungsvoraussetzung nicht aus.
Demzufolge führen erhebliche Fehlzeiten während der Ausbildung zu einer Nichtzulassung. Als erheblich werden in der Rechtsprechung Fehlzeiten von größer als 10 % der im Berufsausbildungsvertrag vorgesehenen Ausbildungszeit angesehen. Die zuständigen Stellen und deren Berufsbildungsausschüsse können konkrete Grenzen für die Erheblichkeit festlegen.
Über die Zulassung zur Abschlussprüfung entscheidet die zuständige Stelle. Hält sie die Zulassungsvoraussetzungen nicht für gegeben, so entscheidet der
Prüfungsausschuss. Bei seiner endgültigen Entscheidung über die Zulassung oder Nichtzulassung zur Abschlussprüfung soll der Prüfungsausschuss folgende Entscheidungshilfen berücksichtigen:
– Welche Ausbildungsinhalte wurden infolge der Fehlzeiten versäumt?
– Welche Maßnahmen wurden eingeleitet, um die versäumten Inhalte aufzuarbeiten?
– Wann wurden die versäumten Inhalte aufgearbeitet?
Dazu haben die an der Berufsausbildung Beteiligten Stellungnahmen abzugeben.

Fertigkeiten

Als Fertigkeiten bezeichnet man die Anwendung von Kenntnissen und den konkreten Einsatz von beruflichem Know-how, um Aufgaben auszuführen und Probleme zu lösen.
Fertigkeiten werden als kognitive Fertigkeiten (logisches, intuitives und kreatives Denken) und als praktische Fertigkeiten (Geschicklichkeit und Verwendung von Methoden, Materialien, Werkzeugen und Instrumenten) beschrieben.
Fertigkeiten sind eines der Elemente zum Erreichen der beruflichen Handlungsfähigkeit, dem Ziel der Berufsausbildung.

Feststellung von Prüfungsergebnissen

Zu den Aufgaben des Prüfungsausschusses gehören die Beschlussfassung über die Noten zur Bewertung einzelner Prüfungsleistungen, der Abschlussprüfung oder Fortbildungsprüfung insgesamt sowie über das Bestehen und Nichtbestehen der Prüfung.
Das Prüfungsergebnis ist die Verrechnung aller Prüfungsleistungen einer
Abschlussprüfung oder Fortbildungsprüfung unter Berücksichtigung aller Verfahrens- und Gewichtungsregelungen der Ausbildungsordnung oder Fortbildungsordnung. Das Prüfungsergebnis ist somit die „Abschlussnote“ der Prüfung und bildet die Grundlage für das Prädikat einer bestandenen Prüfung insgesamt.
Das Prüfungsergebnis ist für jeden Prüfling individuell festzustellen und zu dokumentieren.

Folgevertrag

Ein Folgevertrag ist ein neu abgeschlossener Berufsausbildungsvertrag, der nach einer vorzeitigen Lösung eines Berufsausbildungsvertrages mit einem anderen Ausbildungsbetrieb zur Fortsetzung der Berufsausbildung abgeschlossen wird.
Die Anrechnung der vorherigen Ausbildungsdauer bei Folgeverträgen ist als
Verkürzung der Ausbildungszeit zu erfassen.
Eine Besonderheit ist gegeben, wenn von Anfang an die Durchführung der Berufsausbildung in mehreren Betrieben vorgesehen ist. Zur Sicherung des Ausbildungsziels sind mehrere Folgeverträge abzuschließen, die die gesamte Ausbildung abdecken und zu einem Ausbildungsverhältnis zusammengefasst werden

Fortbildung

Der Begriff der Fortbildung wird im Allgemeinen sehr breit verwendet und soll hier auf den Bereich der beruflichen Fortbildung nach Berufsbildungsgesetz beschränkt bleiben. Erläuterungen unter berufliche Fortbildung.

Fortbildungsberuf

Ein Fortbildungsberuf mit erweiterter beruflicher Qualifikation kann durch eine erfolgreiche Aufstiegsfortbildung erreicht werden.
Die Aufstiegsfortbildung bietet ein mehrstufiges System von geregelten beruflichen Fortbildungsqualifikationen (Fortbildungsordnung, Fortbildungsprüfungsregelung) im beruflichen Kontext. Das Erreichen der erweiterten beruflichen Qualifikation wird durch eine öffentlich-rechtliche Prüfung festgestellt und führt zu einem beruflichen Fortbildungsabschluss. Fortbildungsberufe im landwirtschaftlichen Bereich sind zum Beispiel Meister und Fachagrarwirt.

Fortbildungsebenen

Der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung hat mit den „Empfehlungen für Eckpunkte zur Struktur und Qualitätssicherung der beruflichen Fortbildung nach Berufsbildungsgesetz und Handwerksordnung“ die öffentlich-rechtlich geregelten beruflichen Fortbildungen des Bundes, die Systematik ihrer verschiedenen drei Qualifikationsniveaus und die Systematik der Qualitätssicherung dargestellt. Damit werden die im Berufsbildungsgesetz und der Handwerksordnung festgelegten Anforderungen an Fortbildungsordnungen konkretisiert und ein Strukturrahmen für die drei Niveaus der beruflichen Aufstiegsfortbildung beschrieben.
Die bundesweit geregelten Fortbildungsqualifikationen nach § 53 Berufsbildungs-gesetz werden mit Niveaumerkmalen beschrieben und anhand verschiedener Kriterien auf drei Fortbildungsniveaus zugeordnet. Gleichzeitig werden Empfehlungen der Zuordnung der Fortbildungsebenen zu den Niveaus des Deutschen Qualifikationsrahmens gegeben.
Die Fortbildungsabschlüsse im landwirtschaftlichen Bereich werden folgenden Niveaus zugeordnet (Beispiele):
– Fortbildungsebene 1: Geprüfter Klauenpfleger, Geprüfter Kundenberater Gartenbau
– Fortbildungsebene 2: Meister, Fachagrarwirt Klauenpflege.

Fortbildungsordnung

Fortbildungsordnungen werden für landwirtschaftliche Berufe durch das Bundesministerium für Landwirtschaft im Rahmen der Aufstiegsfortbildung erlassen. Durch Fortbildungsordnungen werden die Anforderungen an eine berufliche Höherqualifizierung einheitlich definiert. Gleichzeitig ist damit die bundesweite Anerkennung gegeben.
Fortbildungsordnungen bauen auf den entsprechenden anerkannten Ausbildungsberufen des dualen Systems auf. Die Abschlüsse bieten eine attraktive Perspektive für den beruflichen Aufstieg und sind bei den Betrieben wegen ihrer Praxisrelevanz gefragt.
In der Regel wird die Initiative zur Erarbeitung einer Fortbildungsordnung durch die Praxis aufgenommen und in einem Sachverständigenverfahren der Sozialpartner durchgeführt. Innerhalb des allgemeinen Rechtsrahmens haben die Sachverständigen im Konsens dafür zu sorgen, dass die Qualifikationen bzw. Kompetenzen, die in den Fortbildungsordnungen beschrieben werden, den aktuellen und zu erwartenden Qualifikationserfordernissen in den jeweiligen Beschäftigungsbereichen auf der entsprechenden Fortbildungs- bzw. betrieblichen Funktionsebene entsprechen.
Die Fortbildungsordnung regelt:
– die Bezeichnung des Fortbildungsabschlusses,
– das Ziel, den Inhalt und die Anforderungen der Prüfung,
– die Zulassungsvoraussetzungen sowie
– das Prüfungsverfahren.

Broschüre des Bundesinstituts für Berufsbildung
„Fortbildungsordnungen und wie sie entstehen”

Fortbildungsprüfung

Fortbildungsprüfungen werden zur Überprüfung der erweiterten beruflichen Handlungsfähigkeit in Aufstiegsfortbildungen durchgeführt. Das Ziel, der Inhalt und die Anforderungen der Prüfung sind in Fortbildungsordnungen oder
Fortbildungsprüfungsregelungen festgelegt.
Für Fortbildungsprüfungen hat die zuständige Stelle gesonderte Prüfungsausschüsse zu berufen und, nach Genehmigung durch die oberste Landesbehörde, eine Prüfungsordnung für die Fortbildung zu erlassen.
Hinsichtlich der Prüfungsausschüsse und der Ausstellung eines Fortbildungszeugnisses gelten die rechtlichen Regeln für die Abschlussprüfung entsprechend.

Fortbildungsprüfungsregelung

Fortbildungsprüfungsregelungen können durch die zuständige Stelle erlassen werden, soweit das zuständige Bundesministerium für Landwirtschaft keine Fortbildungsordnung für die spezielle Qualifizierung erlassen hat. Wie bei Fortbildungsordnungen werden bei den Fortbildungsprüfungsregelungen ebenfalls
Aufstiegsfortbildungen für eine berufliche Höherqualifizierung geregelt.
Mit diesen Prüfungsregelungen hat der Berufsbildungsausschuss der zuständigen Stelle die Möglichkeit auf regionale oder neue Arbeitsmarktverhältnisse zu reagieren und einheitliche Anforderungen an die berufliche Höherqualifizierung zu definieren. Darüber hinaus haben solche regionalen Regelungen oft Pilotcharakter. Im landwirtschaftlichen Bereich gehören die Fortbildungsprüfungsregelungen zur ersten und zweiten Fortbildungsebene.
Fortbildungsprüfungsregelungen gelten im landwirtschaftlichen Bereich immer nur für das Bundesland, in dem sie erlassen sind. Andere zuständige Stellen können die gleiche Regelung erlassen.
Die Fortbildungsprüfungsordnung regelt:
– die Bezeichnung des Fortbildungsabschlusses,
– das Ziel, den Inhalt und die Anforderungen der Prüfung,
– die Zulassungsvoraussetzungen sowie
das Prüfungsverfahren. Fortbildungsprüfungsregelungen der zuständigen Stellen einfügen

Fortbildungsverordnung

Fortbildungsordnungen erlangen ihre Rechtskraft durch Veröffentlichung als Verordnung im Bundesgesetzblatt. Sie werden z. B. als „Verordnung über die Meisterprüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Berufsname“ im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und dann als Fortbildungsverordnung bezeichnet. Erst nach der Veröffentlichung kann nach diesen Verordnungen geprüft werden.
Die Begriffe Fortbildungsverordnung und Fortbildungsordnung werden oft synonym gebraucht.

Fortbildungszeugnis

Das Fortbildungszeugnis wird als Prüfungszeugnis einer erfolgreichen
Fortbildungsprüfung in der Aufstiegsfortbildung von der zuständigen Stelle ausgestellt. Sie ist ein offizielles Dokument zur formalen Bestätigung der
Prüfungsleistungen.
Das Fortbildungszeugnis wird auf der Grundlage der Prüfungsordnung für Fortbildungsprüfungen ausgestellt.
Das Fortbildungszeugnis enthält im Allgemeinen:
– die Bezeichnung “Zeugnis über die Fortbildungsprüfung nach § 53 bzw. 54 Berufsbildungsgesetz“,
– Rechtsgrundlage des Abschlusses (Fortbildungsordnung oder Fortbildungsprüfungsregelung),
– die Personalien des Prüflings (Name, Vorname, Geburtsdatum, Geburtsort),
– die Bezeichnung des erworbenen Abschlusses, ggf. mit Fachrichtung,
– das Gesamtergebnis der Prüfung, die Ergebnisse der einzelnen Prüfungsleistungen und -teile,
– das Datum des Bestehens der Prüfung und
– die Unterschrift des Beauftragten der zuständigen Stelle mit Siegel.
Es kann geringfügige länderspezifische Abweichungen geben.

Freistellung

Ausbildende haben Auszubildende für die Teilnahme am Berufsschulunterricht und an Prüfungen freizustellen. Das Gleiche gilt, wenn Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte, z. B. überbetriebliche Ausbildungsmaßnahmen, durchzuführen sind. Auszubildende sind verpflichtet, an der Ausbildung teilzunehmen, für die sie freigestellt werden.
Das Recht des Auszubildenden auf Freistellung für den Berufsschulunterricht gilt auch, wenn dieser nicht mehr nach den Schulgesetzen der Länder berufsschulpflichtig ist, aber am Berufsschulunterricht teilnehmen will.
Für die Zeit der Freistellung haben Auszubildende Anspruch auf Ausbildungsvergütung.
Die Versagung der Freistellung ist eine Ordnungswidrigkeit und kann mit Bußgeld geahndet werden.

Fähigkeiten

Fähigkeiten sind eines der Elemente zum Erreichen der beruflichen Handlungsfähigkeit, dem Ziel der Berufsausbildung. Der Begriff wurde mit der Novellierung des Berufsbildungsgesetzes im Jahr 2005 als drittes Element neben Kenntnisse und
Fertigkeiten aufgenommen, aber mit Blick auf die Umsetzungspraxis nicht hinreichend definiert.
Allgemein sind Fähigkeiten dasjenige Können, das zum Vollzug einer Tätigkeit notwendig ist. Sie lassen sich in einzelne Facetten ausdifferenzieren, zum Beispiel Teamfähigkeit, Handlungsfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, etc.

Förderung in der Berufsausbildung

Führungszeugnis

Das Führungszeugnis ist Bestandteil des Nachweises der persönlichen Eignung von Ausbildenden und Ausbildern.
Zu unterscheiden sind:
– das einfache Führungszeugnis,
– das erweiterte Führungszeugnis und
– das Führungszeugnis zur Vorlage bei eine Behörde.
Die zuständigen Stellen entscheiden, welches Führungszeugnis zum Nachweis der persönlichen Eignung vorzulegen ist.

umfangreiche Informationen des Bundesamtes für Justiz zum Führungszeugnis:

https://www.bundesjustizamt.de/DE/Themen/Buergerdienste/BZR/Inland/FAQ_node.html#faq5504812

Gebühren

Die zuständigen Stellen können Gebühren für die Umsetzung der Aufgaben in der Berufsbildung verlangen.
Wichtige Gebührentatbestände sind:
Anerkennung von Ausbildungsbetrieben und Ausbildern,
– Eintragung, Änderung oder Löschung der Berufsausbildungsverträge,
– Durchführung der Zwischen-, Abschluss– und Fortbildungsprüfungen.
Nicht alle zuständigen Stellen erheben Gebühren für alle Gebührentatbestände oder sie verzichten vollständig auf die Gebührenerhebung. Auch wenn Prüfungsgebühren erhoben werden, decken sie nicht immer die Kosten der Abschlussprüfung.

Gehilfe

Im Bereich der Abschlussprüfungen nach dem Berufsbildungsgesetz, zu denen die landwirtschaftlichen Berufe zählen, fehlt eine allgemeine Bezeichnung für Personen, die die Abschlussprüfung bestanden haben. Es existieren verschiedene Bezeichnungen. Eine der älteren Abschlussbezeichnungen ist Gehilfe. Andere Bezeichnungen sind Fachkraft oder Facharbeiter. Im Bereich des Handwerks werden Personen, die die Abschlussprüfung bestanden haben als Gesellen bezeichnet.

Gemeinsamer Prüfungsausschuss

Grundsätzlich errichtet die zuständige Stelle Prüfungsausschüsse für die Abnahme der Abschlussprüfung. Mehrere zuständige Stellen können bei einer von ihnen gemeinsame Prüfungsausschüsse errichten. Dies ist insbesondere bei kleinen Prüfungsgruppen aus fachlicher und prüfungsökonomische Sicht sinnvoll.
Die Zulassung zur Abschlussprüfung wird bei der zuständigen Stelle beantragt, in deren Bezirk der Prüfungsbewerber ausgebildet wird oder seinen Beruf (oder andere dauernde Tätigkeiten) ausübt oder, sofern er nicht ausgebildet wird und keinen Beruf ausübt, seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Die örtlich zuständige Stelle entscheidet über die Zulassung. Hält die örtlich zuständige Stelle die Voraussetzungen für die Zulassung zur Abschlussprüfung nicht gegeben, entscheidet der gemeinsame Prüfungsausschuss.
Die Abschlussprüfung wird durch den gemeinsamen Prüfungsausschuss bei der prüfenden zuständigen Stelle unter Anwendung der dort geltenden Prüfungsordnung durchgeführt. Die örtlich zuständige Stelle stellt das Zeugnis bzw. den Bescheid über das Nichtbestehen der Prüfung aus.

Gesamtergebnis

Das Gesamtergebnis ist die Verrechnung aller Prüfungsleistungen der
Abschlussprüfung unter Berücksichtigung der Verfahrens- und Gewichtungsregelungen der Ausbildungsordnung oder Ausbildungsregelung. Das Gesamtergebnis ist somit die „Abschlussnote“ der Abschlussprüfung und bildet die Grundlage für das Prädikat einer bestandenen Prüfung insgesamt. Das Gesamtergebnis kann auch ein Kriterium für das Nichtbestehen einer Abschlussprüfung sein.
Die Fachbegriffe Gesamtergebnis und Prüfungsergebnis sind synonym zu verstehen.
Bei Fortbildungsprüfungen ist der Fachbegriff Gesamtleistung üblich.

Gesamtleistung

Die Gesamtleistung ist die Verrechnung aller Prüfungsleistungen der Fortbildungsprüfung unter Berücksichtigung der Verfahrens- und Gewichtungsregelungen der Fortbildungsordnung oder der Fortbildungsprüfungsregelung. Das Gesamtergebnis ist somit die „Abschlussnote“ der Fortbildungsprüfung und bildet die Grundlage für das Prädikat einer bestandenen Prüfung insgesamt. Das Gesamtergebnis ist auch ein Kriterium für das Nichtbestehen der Fortbildungsprüfung.
Für Abschlussprüfungen sind die Begriffe Gesamtergebnis oder Prüfungsergebnis üblich.

Gesamtnote

Der Begriff Gesamtnote wird teils synonym gebraucht für das Gesamtergebnis einer Abschlussprüfung oder die Gesamtleistung einer Fortbildungsprüfung. Die Gesamtnote spiegelt das Prüfungsergebnis wider.

Geselle

Im Bereich des Handwerks werden Personen, die die Gesellenprüfung (Abschlussprüfung) bestanden haben als Gesellen bezeichnet. Im Bereich der
Abschlussprüfungen nach dem Berufsbildungsgesetz, zu denen die landwirtschaftlichen Berufe zählen, fehlt eine solch allgemeine Bezeichnung. Es existieren verschiedene Bezeichnungen. Übliche Bezeichnungen sind Facharbeiter, Fachkraft und Gehilfe.

Gestreckte Abschlussprüfung

Anstelle des Ablegens von Zwischenprüfung und Abschlussprüfung findet bei dieser Prüfungsstruktur nur noch eine Abschlussprüfung statt. Neu seit 2005 ist, dass die Abschlussprüfung aus zwei zeitlich voneinander getrennten Teilen besteht, deren Teilergebnisse nicht einzeln beurkundet werden dürfen. Das heißt, dass Teil 1 der Prüfung nicht als eigenständige Prüfung angesehen werden darf. Daraus folgt auch, dass der der erste Teil der Abschlussprüfung nicht eigenständig wiederholbar ist.
Bei den landwirtschaftlichen Berufen gibt es keine gestreckte Abschlussprüfung.

Gestufte Berufsausbildung

In der gestuften Berufsausbildung werden Ausbildungsverträge erfasst, die in drei- oder dreieinhalbjährigen Ausbildungsberufen mit Personen abgeschlossen werden, die bereits eine zweijährige Berufsausbildung absolviert haben, die angerechnet wird. Die Ausbildungsordnungen müssen diese Möglichkeit der
Anrechnung explizit vorsehen. In den Ausbildungsordnungen ist von Fortführung / Fortsetzung der Berufsausbildung, von aufbauenden Ausbildungsberufen, von Anrechnungsregelungen und in älteren Ausbildungsordnungen auch von Stufenausbildung die Rede. In gestuften Berufsausbildungen können in der Regel zwei Abschlüsse erreicht werden.
Solche Ausbildungsordnungen gibt es bei landwirtschaftlichen Ausbildungsberufen nicht.

Grüne 14

Grüne 14 wird die Gesamtheit der anerkannten Ausbildungsberufe des landwirtschaftlichen Bereichs genannt.
Diese Berufe sind:
– Brenner in Landwirtschaft,
– Fachkraft Agrarservice,
– Fischwirt,
– Forstwirt,
– Gärtner,
– Hauswirtschafter in der Landwirtschaft,
– Landwirt,
– Milchtechnologe,
– Milchwirtschaftlicher Laborant,
– Pferdewirt,
– Pflanzentechnologe,
– Revierjäger,
– Tierwirt,
– Winzer.
In allen Berufen sind Aufstiegsfortbildungen als Meister möglich. Darüber hinaus gibt es weitere spezielle Aufstiegsfortbildungen der ersten und zweiten Fortbildungsebene.

Informationen zu den grünen Berufen in der Internetpräsens des aid:

https://www.aid.de/inhalt/gruene-berufe-784.html

Handlungsorientierung

Handlungsorientierung – während der Berufsausbildung und anlässlich der Prüfung – ist in Kurzform ausgedrückt die Fähigkeit zum selbständigen Planen, Durchführen und Kontrollieren. Sie basiert auf dem methodischen Prinzip der
vollständigen Handlung (weitere Informationen dort).
In der Berufsausbildung und in der Prüfung sollen die Auszubildenden nachweisen, dass sie Arbeitsaufgaben in ihrem Beruf selbständig planen, vorbereiten und durchführen sowie das Ergebnis der eigenen Arbeit selbst kontrollieren, beurteilen und bewerten können. Auch sollen sie sich kritisch mit ihrer Arbeitsweise sowie ihren Arbeitsergebnissen auseinandersetzen können. Es geht darum, durch selbständiges Denken anhand realer Aufgabenstellungen Lernprozesse zu durchlaufen und ergebnisorientiert in Handlungen zu realisieren.
Das Prinzip der Handlungsorientierung gilt auch für Prüfungen der Aufstiegsfortbildung.

Handwerksordnung

Während die Berufsbildung für die Landwirtschaft den Rechtsvorschriften des
Berufsbildungsgesetzes unterliegt, ist die Berufsbildung des Handwerks in der Handwerksordnung geregelt.

Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung

Der Hauptausschuss ist eines der Organe des Bundesinstituts für Berufsbildung.
Der Hauptausschuss hat nach dem Berufsbildungsgesetz folgende wichtige Aufgaben:
– er nimmt zu den vom Bundesinstitut vorbereiteten Entwürfen der Ausbildungsordnungen unter Berücksichtigung der entsprechenden Entwürfe der schulischen Rahmenlehrpläne Stellung ,
– er ist bei der Entwicklung und Erprobung neuer Ausbildungsberufe sowie Ausbildungs- und Prüfungsformen anzuhören,
– hat Richtlinien für die Verlängerung oder Verkürzung der Ausbildungszeit erlassen,
– er ist bei der Festlegung der Mindestanforderungen für die Größe, die Einrichtung und den Bewirtschaftungszustand der Ausbildungsstätte anzuhören,
– er ist bei der Festlegung der fachlichen Eignung der Ausbilder anzuhören,
– er erlässt Richtlinien für die Prüfungsordnungen der Abschlussprüfungen und der Fortbildungsprüfungen,
– er ist beim Erlass von Fortbildungsordnungen anzuhören,
– er hat Richtlinien für die Berufsausbildung behinderter Menschen erlassen,
– er berät die Bundesregierung in grundsätzlichen Fragen der Berufsbildung.
Dem Hauptausschuss gehören je acht Beauftragte der Arbeitgeber, der
Arbeitnehmer und der Länder sowie fünf Beauftragte des Bundes an.

Hausarbeit

Als Hausarbeit wird oft die schriftliche Meisterarbeit im Teil “Betriebs- und Unternehmensführung” der Meisterprüfung zum Landwirtschaftsmeister verkürzt bezeichnet. Die korrekte Bezeichnung des Prüfungsinstruments ist „schriftliche Meisterarbeit“. Mit dem auch in der Fortbildungsverordnung verwendeten Begriff Hausarbeit wird der Ort der Bearbeitung beschrieben. Die modernere Bezeichnung für schriftliche Meisterarbeit wäre betriebswirtschaftliches Arbeitsprojekt. Für die Anfertigung steht ein Zeitraum von 6 Monaten zur Verfügung.

Helfer

Abschlussbezeichnung für Personen die eine Abschlussprüfung nach einer Ausbildungsregelung der zuständigen Stellen für behinderte Menschen bestanden haben, zum Beispiel Helfer in der Landwirtschaft.
Andere Abschlussbezeichnungen sind Fachpraktiker, Werker, Fachwerker. Der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung empfiehlt die einheitliche Anwendung der Abschlussbezeichnung Fachpraktiker.

Individueller Ausbildungplan

Synonym gebraucht zu betrieblicher Ausbildungsplan

Individueller Nachteilsausgleich (bei Prüfungen)

Maßnahmen des Nachteilsausgleichs für behinderte Menschen können nicht willkürlich ausgewählt werden. Sie würden sogar das Ziel verfehlen, wenn sie nicht nach den individuellen Ansprüchen eingesetzt würden. Die zuständigen Stellen müssen den individuellen Nachteilsausgleich genehmigen und haben dafür ein Verfahren eingerichtet.
Der individuelle Nachteilsausgleich ist rechtzeitig vor der Prüfung zu beantragen. Alle Anmeldeformulare der zuständigen Stellen enthalten die Beantragungs-möglichkeit.
Der auszugleichende Nachteil ist im Einzelfall auf der Grundlage einer differenzierten Untersuchung festzustellen. Diese ist durchzuführen durch Dienststellen der Bundesagentur für Arbeit unter Berücksichtigung der Gutachten ihrer Fachdienste oder von dafür geeigneten Fachleuten (u.a. Ärzte, Psychologen, Pädagogen, Berater für behinderte Menschen) aus der Rehabilitation. Um individuell handeln zu können, soll die Untersuchung Vorschläge für den Ausgleich enthalten.
Die Feststellung, dass eine zu berücksichtigende Behinderung vorliegt und welche individuellen Maßnahmen zum Ausgleich angemessen sind, erfolgt durch die zuständige Stelle durch Verwaltungsakt und ist bindend.
Weitere Informationen und Beispiele unter Nachteilsausgleich

Inklusion

Wie beim Fachbegriff Integration ist auch der Begriff Inklusion nicht einheitlich definiert. Auf Internetportalen gibt es sogar Wettbewerbe , um geeignete Definitionen zu sammeln.
Allgemein ist unter Inklusion die Einbeziehung bisher getrennter Gruppen in gemeinsame Lebens- und Arbeitswelten mit ähnlichen Zielen zu verstehen. Inklusion geht über Integration hinaus. Sie berücksichtigt deutlich intensiver die Stärken und Schwächen jedes Einzelnen und bezieht diese in den Gesamtprozess ein. Inklusion stellt hohe Ansprüche an die Flexibilität des Gesamtsystems.
Die Zuordnung konkreter praktischer Maßnahmen, zum Beispiel des Nachteilsausgleichs, zu den theoretischen Begriffen Integration oder Inklusion fällt oft schwer.

Integration

Der Fachbegriff Integration wird höchst verschieden interpretiert, zum Beispiel aus politischer, soziologischer oder pädagogischer Sicht. Wie beim Fachbegriff Inklusion fehlt beim Begriff Integration eine einheitliche Definition.
Allgemein ist unter Integration die Einbeziehung bisher getrennter Gruppen in gemeinsame Lebens- und Arbeitswelten mit ähnlichen Zielen zu verstehen. Integration lässt innerhalb der gemeinsamen Welt eine Differenzierung in Gruppen zu, die deren spezifischen Gruppenbedürfnissen Rechnung trägt.
Die Zuordnung konkreter praktischer Maßnahmen, zum Beispiel des Nachteilsausgleichs, zu den theoretischen Begriffen Integration oder Inklusion fällt oft schwer.

Integrative Ausbildung

Integrative Ausbildung ist eine Form der außerbetrieblichen Ausbildung für behinderte Menschen.
Bei der behindertenspezifischen Ausbildung im integrativen Modell obliegt der außerbetrieblichen Ausbildungsstätte, die auf die Ausbildung behinderter Menschen spezialisiert sind, sowohl die fachtheoretische als auch fachpraktische Unterweisung, welche durch betriebliche Phasen ergänzt werden kann.
Neben der fachspezifischen Unterweisung erhalten die Auszubildenden:
– Stütz- und Förderunterricht in Fachtheorie, Fachpraxis und allgemeinbildenden Schulfächern,
– gezielte Prüfungsvorbereitung sowie
– Beratung und Unterstützung bei Problemen.
Zur Unterscheidung siehe auch kooperative Ausbildung.

Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG)

Die Vorschriften des Jugendarbeitsschutzgesetzes gelten für die Beschäftigung von Personen in der Berufsausbildung, die noch nicht 18 Jahre alt sind.
Das Jugendarbeitsschutzgesetz regelt :
– Arbeitszeiten im Betrieb und der Berufsschule,
– Ruhepausen, Nachtruhe und Freizeit und Urlaub,
– Samstag-, Sonntag- und Feiertagsruhe,
– Freistellung zu Prüfungen und Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte,
– Beschäftigungsverbote und -beschränkungen,
– Verbot der Beschäftigung durch bestimmte Personen (siehe auch persönliche Eignung),
– Gesundheitliche Betreuung, hier insbesondere gesundheitliche Erstuntersuchung vor Aufnahme der Berufsausbildung sowie die Nachuntersuchungen,
– Straf- und Bußgeldvorschriften.

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