Kenntnisse

Kenntnisse bezeichnet die Gesamtheit der Fakten, Grundsätze und Theorien in einem Lern- oder Arbeitsbereich als Ergebnis von Lernen und Verstehen. Der Begriff Kenntnisse wird synonym zu Wissen verwendet.
Kenntnisse sind eines der Elemente zum Erreichen der beruflichen Handlungsfähigkeit, dem Ziel der Berufsausbildung.

Kompetenz

Der inflationäre Gebrauch des Kompetenzbegriffes mit seinen diversen Wortschöpfungen erfreut sich seit einigen Jahren zunehmender Beliebtheit. Kompetenz wird erworben, entwickelt, gemessen, bewertet, beschrieben, erhoben, standardisiert, bilanziert, diagnostiziert und natürlich gemanagt.
Unter Kompetenz wird in der breiteren Bildungsdiskussion allgemein die Verbindung von Wissen und Können in der Bewältigung von Handlungsanforderungen verstanden. Kompetent sind die Personen, die auf der Grundlage von Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten aktuell gefordertes Handeln neu generieren können. Insbesondere die Bewältigung von Anforderungen und Situationen, die im besonderen Maße ein nicht standardmäßiges Handeln und Problemlösen erfordern, wird mit dem Kompetenzkonzept hervorgehoben.
Kompetenz wird im Sinne von Handlungsfähigkeit verstanden und stellt eine individuelle Disposition zur Bewältigung spezifischer Aufgaben und Situationen dar.
Die berufliche Handlungskompetenz ist als normatives Konzept üblicherweise untergliedert in Fach-, Methoden- und Sozialkompetenz.

Konsensprinzip

Das Konsensprinzip ist eines der zentralen Elemente für den Erfolg der
Berufsausbildung und beruflichen Fortbildung. Konsens finden die Sozialpartner, also die Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Die Sozialpartner haben das Initiativrecht für neue Ausbildungsordnungen und Fortbildungsordnungen oder deren Novellierungen. Um Verfahren zu einem positiven, gemeinsamen Abschluss zu führen, ist ein Konsens (Konsensprinzip) der Beteiligten im Verfahren erforderlich. Ein Vorteil des Konsensprinzips besteht in der Akzeptanz der erarbeiteten Qualifikation bei der Umsetzung und Implementation in die Bildungs- und Prüfungspraxis sowie bei den Unternehmen, weil die in den Ausbildungs-ordnungen und Fortbildungsordnungen beschriebenen Qualifikationen den Erfordernissen der betrieblichen Praxis entsprechen.
Die Sozialpartner sollen durch ihre beruflichen Kompetenzen und den Erfahrungen aus der beruflichen Praxis den Praxisbezug der Ausbildungs- und Fortbildungsordnung sicherstellen. Es soll gewährleistet werden, dass die Qualifikationen bzw. Kompetenzen, die in den Ausbildungs- und Fortbildungsordnungen beschrieben werden, den aktuellen und zu erwartenden Qualifikationserfordernissen in den jeweiligen Beschäftigungsbereichen entsprechen. Es gilt, in den Verfahren eine möglichst große gemeinsame Schnittmenge der Qualifikationserfordernisse zu erarbeiten.
Das Konsensprinzip bezieht sich nur auf die Arbeit der Sozialpartner auf Bundesebene, sondern findet sich auch bei den Berufsbildungsausschüssen der zuständigen Stellen und den Prüfungsausschüssen.

Kooperative Ausbildung

Die kooperative Ausbildung ist eine Form der außerbetrieblichen Ausbildung
a) für behinderte Menschen:
Diese Ausbildungsformen finden in Kooperation mit Bildungsträgern statt, die auf die Berufsausbildung behinderter Menschen spezialisiert sind. Das sind zum Beispiel Berufsbildungswerke in unterschiedlicher Trägerschaft oder die Bildungswerke der Wirtschaft.
Der Auszubildende schließt dabei den Berufsausbildungsvertrag mit dem Bildungsträger ab. Dieser übernimmt den theoretischen Teil der Ausbildung. Die praktische Ausbildung findet teilweise oder ganz im Betrieb statt.
Der Ausbildungsbetrieb schließt dazu einen Kooperationsvertrag mit dem Bildungsträger ab.
b) für Benachteiligte:
Die Bundesagentur für Arbeit und das Jobcenter bieten ausbildungswilligen Jugendlichen, die erfolgreich eine Berufsvorbereitung durchlaufen haben und die aufgrund von Lernbeeinträchtigungen oder sozialer Benachteiligung bzw. trotz intensiver Bewerbungsanstrengungen bisher keinen betrieblichen Ausbildungsplatz gefunden haben, die Möglichkeit der Berufsausbildung in kooperativer Form an. Ausbildungsreife, Berufseignung und Vermittelbarkeit sind Voraussetzungen für eine solche Förderung. Die Auszubildenden beginnen ihre Ausbildung im ersten Lehrjahr in außerbetrieblicher Form am 01.09. eines jeden Jahres. Durch die Förderung im ersten Ausbildungsjahr sollen die Jugendlichen in der Regel soweit an die betrieblichen Abläufe gewöhnt werden, dass die Ausbildung ab dem zweiten Ausbildungsjahr im Betrieb fortgesetzt werden kann.

Kosten der Abschlussprüfung

Fast alle zuständigen Stellen erheben Gebühren für die Durchführung der Abschlussprüfungen. Diese reichen jedoch oft nicht aus, um alle Ausgaben der Prüfung zu decken. Einige Prüfungen sind wegen des hohen Tier-, Material- und Maschineneinsatzes besonders aufwändig. Diese erhöhten Mehraufwände können zusätzlich zu den Gebühren auf alle Prüfungsteilnehmer anteilig aufgeteilt werden. Da die Prüfung für den Auszubildenden kostenfrei ist, haben die Ausbildenden die Kosten zu tragen.

Krankheit in der Ausbildung

Bezüglich möglicher Arbeitsunfähigkeit durch Krankheit sind zuallererst die entsprechenden gesetzlichen oder individuell vereinbarten Grundlagen anzuwenden (Pflicht des Auszubildenden zur Information des Ausbildenden, Einhaltung der Fristen und der Form des Nachweises der Arbeitsunfähigkeit, Pflicht des Ausbilden-den zur Fortzahlung der Ausbildungsvergütung, etc.).
Bezogen auf die Ausbildungsdauer sind Zeiten der Arbeitsunfähigkeit Fehlzeiten. Der Berufsausbildungsvertrag verlängert sich auch bei längerer Krankheit nicht.
Erhebliche Fehlzeiten können zur Nichtzulassung zur Abschlussprüfung führen.
Ist das Erreichen des Ausbildungsziels gefährdet, kann der Auszubildende einen Antrag auf Verlängerung der Ausbildungszeit bei der zuständigen Stelle stellen. Es besteht aber grundsätzlich kein Anspruch auf eine entsprechende Verlängerung. Eine entsprechende Beurteilung ist im Einzelfall unter Berücksichtigung von Leistungsfähigkeit und Leistungswille des Auszubildenden vorzunehmen. Nicht zuletzt das eigene Bemühen des Auszubildenden um das Erreichen des Ausbildungszieles wird eine erhebliche Rolle bei der Entscheidung der zuständigen Stelle spielen.

Kulturen als Strukturelement

Kulturen der Pflanzenproduktion sind ein Strukturelement des anerkannten Ausbildungsberufes Fachkraft Agrarservice. Bei der Vermittlung der in der Ausbildungsordnung genannten Fertigkeiten und Kenntnisse sind jeweils mindestens drei der dort aufgeführten Kulturen der Pflanzenproduktion zugrunde zu legen.
Andere landwirtschaftliche Ausbildungsordnungen kennen dieses Strukturelement nicht. Kulturen sind eine Sonderform und werden in der Umsetzung wie
Einsatzgebiete gehandhabt. Erläuterungen zur Bedeutung dort.

Kündigung

Während der Probezeit kann das Berufsausbildungsverhältnis jederzeit ohne Einhalten einer Kündigungsfrist gekündigt werden. Aber auch hier kann eine Kündigungsfrist gewährt werden. Die Möglichkeit der Kündigung besteht auch bei schon abgeschlossenem Vertrag aber noch nicht begonnener Berufsausbildung. In beiden Fällen muss kein Grund für die Kündigung angegeben werden. Der Ausschluss der Kündigungsmöglichkeit vor Beginn der Berufsausbildung ist eine nichtige Vereinbarung.
Nach der Probezeit kann das Berufsausbildungsverhältnis nur gekündigt werden:
1. aus einem wichtigen Grund ohne Einhalten einer Kündigungsfrist,
2. vom Auszubildenden mit einer Kündigungsfrist von vier Wochen, wenn sie die Berufsausbildung aufgeben oder sich für eine andere Berufstätigkeit ausbilden lassen wollen.
zu 1. An die Kündigung aus wichtigem Grund sind hohe Ansprüche zu stellen und bedürfen eine auf den Einzelfall bezogene Prüfung. Die Fortsetzung des Berufsausbildungsverhältnisses muss unzumutbar sein. Die Interessen des Auszubildenden gewinnen immer stärker an Bedeutung, je weiter das Berufsausbildungsverhältnis zeitlich fortgeschritten ist. Eine Kündigung aus einem wichtigen Grund ist unwirksam, wenn die ihr zugrunde liegenden Tatsachen dem zur Kündigung Berechtigten länger als zwei Wochen bekannt sind.
zu 2. Der Auszubildende hat das Recht, nach der Probezeit die Berufsausbildung ganz aufzugeben oder sich für eine andere Berufstätigkeit ausbilden zu lassen. Unter Ausbildung ist jedwede andere Ausbildung zu verstehen. Die Ausbildung kann auch in einem anderen Beruf erfolgen. Ein einfacher Wechsel in einen anderen Ausbildungsbetrieb (Betriebswechsel) ist nicht statthaft und kann zu Schadenersatzforderungen des bisherigen Betriebs führen.
Die Kündigung muss immer schriftlich und nach der Probezeit unter Angabe der Kündigungsgründe erfolgen. Daneben sind die allgemeinen gesetzlichen Anforderungen an eine Kündigung zu beachten.
Besonderen Kündigungsschutz haben schwangere Auszubildende, Auszubildende in Elternzeit, Auszubildende, die nahe Angehörige pflegen sowie behinderte Menschen.
Der Berufsausbildungsvertrag kann jederzeit von beiden Vertragspartnern einvernehmlich vor dem Ablauf der Ausbildungszeit (Auflösungsvertrag) aufgehoben werden.

Landwirtschaftliche Berufsbildung

Berufliche Aus- und Fortbildung in den landwirtschaftlichen Berufen nach dem Berufsbildungsgesetz und den davon abgeleiteten Rechtsvorschriften.
Der Begriff agrarische Berufsbildung wird häufig mit landwirtschaftliche Berufsbildung synonym verwendet, was jedoch aus rechtlicher und fachlicher Sicht nicht korrekt ist.

Lehrling

Ältere Bezeichnung, wird synonym verwendet zu Auszubildender.

Leittexte

Praxisnahe, handlungsorientierte und selbständigkeitsfördernde Ausbildungsmethode im Rahmen der dualen Ausbildung, die in der betrieblichen und auch in der schulischen Berufsausbildung angewendet werden kann. Das Prinzip der Leittext-Methode besteht darin, Auszubildende durch Aufgabenblätter so anzuleiten, dass sie möglichst viel eigenständig lernen.
Durch die Bearbeitung eines Leittextes lernen die Auszubildenden also eine gestellte Aufgabe von Anfang bis zum Ende selbstständig durchzuführen und ihr erlerntes Wissen praxisnah anzuwenden. Für die erfolgreiche Umsetzung sind sie selbst verantwortlich – ganz so, wie es nach der Ausbildung auch verlangt wird.

Leittexte für acht landwirtschaftliche Ausbildungsberufe zum kostenlosen Download beim Bildungsserver Agrar:

https://www.leittexte.de

Lernort

Nach der Definition des Berufsbildungsgesetzes sind Lernorte der dualen Berufsausbildung:
Betriebe der Wirtschaft, vergleichbare Einrichtungen außerhalb der Wirtschaft, insbesondere des öffentlichen Dienstes, der Angehörigen freier Berufe und in Haushalten (betriebliche Berufsbildung),
Berufsschule (schulische Berufsbildung) und
– sonstige Berufsbildungseinrichtungen außerhalb der schulischen und betrieblichen Berufsbildung (außerbetriebliche Berufsbildung).
Lernorte sind also eigentlich Ausbildungsorte.
Die überbetriebliche Ausbildung ist ein Lernort der betrieblichen Berufsbildung.

Lernortkooperation

Die Lernorte der dualen Berufsausbildung wirken bei der Durchführung der Berufsbildung zusammen (Lernortkooperation).
Neue und neu geordnete Ausbildungsberufe orientieren sich stärker an Geschäfts- und Arbeitsprozessen. Durch Ausbildungsordnung und Rahmenlehrplan sind die Ausbildungsinhalte für die Lernorte Betrieb und Berufsschule aufeinander abgestimmt. Die Lernorte können diesen neuen Anforderungen besser im Rahmen enger Lernortkooperation begegnen.

Löschung Ausbildungsvertrag

Die Eintragung eines Berufsausbildungsvertrages in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverträge ist abzulehnen oder zu löschen, wenn die Eintragungsvoraussetzungen nicht vorliegen und der Mangel nicht behoben wird. Die Eintragung ist ferner zu löschen, wenn die ärztliche Bescheinigung über die erste Nachuntersuchung nach Jugendarbeitsschutzgesetzes nicht spätestens am Tage der Anmeldung der Auszubildenden zur Zwischenprüfung zur Einsicht vorgelegt.
Die Eintragung wird auch nach einer Kündigung oder nach Zeitablauf der
Ausbildungsdauer gelöscht.

Lösung des Ausbildungsvertrages

Erläuterungen zur Lösung eines Berufsausbildungsvertrags unter Kündigung und Auflösungsvertrag bei gegenseitigem Einvernehmen.

Meister

Meister ist der wichtigste Abschluss der beruflichen Aufstiegsfortbildung in der Landwirtschaft. Für alle anerkannten Ausbildungsberufe in der Landwirtschaft existieren Fortbildungsordnungen mit dem Abschluss Meister. Der Abschluss als Meister hat eine sehr lange Tradition , wurde immer wieder modernisiert und ist heute wegen des hohen Praxisbezugs in der Wirtschaft nachgefragt.
Der Meister verfügt über fachliche, wirtschaftlich – rechtliche sowie pädagogische Handlungskompetenz, die ihn zur Leitung eines Betriebs oder Betriebsteils befähigt. Der Meister verfügt darüber hinaus über die fachliche Eignung zur Ausbildung.
Der Abschluss als Meister gehört zur zweiten Fortbildungsebene und ist im Deutschen Qualifikationsrahmen dem Niveau 6 zugeordnet.

Meisterarbeit

Der Begriff Meisterarbeit findet sich als schriftliche Meisterarbeit im Teil “Betriebs- und Unternehmensführung” der Meisterprüfung zum Landwirtschaftsmeister. Die schriftliche Meisterarbeit ist ein Prüfungsinstrument. Das Prüfungsinstrument beschreibt die vorgegebene Verfahrensweise des Prüfens und den Gegenstand der Bewertung. Die modernere Bezeichnung für schriftliche Meisterarbeit wäre betriebswirtschaftliches Arbeitsprojekt. Für die Anfertigung steht ein Zeitraum von 6 Monaten zur Verfügung.

Meisterbrief

Der Meisterbrief ist eine Urkunde über den erfolgreichen Abschluss der
Fortbildungsprüfung als Meister.
Das Berufsbildungsgesetz sieht keine Verpflichtung zur Ausstellung eines Meisterbriefs vor. Er kann zusätzlich zum Zeugnis ausgestellt werden, enthält jedoch keine Noten der Prüfungsleistungen.
Er hat eine sehr lange Tradition. Der Meisterbrief wird in einer sehr repräsentativen Form ausgestellt und wird in der Regel auch dafür genutzt.

Meisterprüfung

Meisterprüfungen in der Landwirtschaft sind öffentlich-rechtliche Prüfungen der zuständigen Stellen im Rahmen der Aufstiegsfortbildung. Für alle anerkannten Ausbildungsberufe in der Landwirtschaft existieren Fortbildungsordnungen mit dem Abschluss Meister.
Moderne Meisterprüfungen in der Landwirtschaft sind in drei Prüfungsteile gegliedert:
– Teil 1: fachlicher Teil mit Produktionsverfahren und Dienstleistungen,
– Teil 2: Betriebs- und Unternehmensführung,
– Teil 3: Berufsausbildung und Mitarbeiterführung.
Es gibt über alle Berufe hinweg einheitliche Zulassungsvoraussetzungen für die Meisterprüfung.
In insgesamt 7 Prüfungsleistungen wird die erweiterte berufliche Handlungsfähigkeit als Fachmann, Unternehmer und Ausbilder sichergestellt.
Für Meisterprüfungen hat die zuständige Stelle gesonderte Prüfungsausschüsse zu berufen und, nach Genehmigung durch die oberste Landesbehörde, eine
Prüfungsordnung für die Fortbildung zu erlassen.

Mitglied des Prüfungsausschusses

Jeder Prüfungsausschuss besteht aus mindestens drei Mitgliedern. Nach oben hin gibt das Berufsbildungsgesetz keine Begrenzung. Die Mitglieder machen den Prüfungsausschuss in seiner Regelbesetzung aus.
Die Mitglieder müssen für die Prüfungsgebiete sachkundig und für die Mitwirkung im Prüfungswesen geeignet sein. Dies gilt in gleicher Weise für die Stellvertreter.
Dem Prüfungsausschuss müssen als Mitglieder Beauftragte der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer in gleicher Zahl sowie mindestens eine Lehrkraft einer berufsbildenden Schule angehören. Mit der paritätischen Besetzung durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer wurde der bildungspolitischen Bedeutung der Sozialpartner bei der Erarbeitung von Ausbildungsordnungen und Fortbildungsordnungen stringent entsprochen (siehe auch Konsensprinzip). Die Hinzuziehung einer Lehrkraft einer berufsbildenden Schule hat ihre Bedeutung im dualen System.
Ein Beauftragter der Arbeitgeber oder Arbeitnehmer braucht nicht selbst tatsächlich Arbeitgeber oder Arbeitnehmer sein. Die genaue Unterscheidung kann in der Praxis schwierig sein. So kann ein Betriebsleiter in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis stehen. Auch ein Beamter kann als Vertreter der Arbeitnehmer fungieren. Es ist auch möglich, dass eine Person die in einem Prüfungsausschuss als Arbeitnehmer fungiert, in einem anderen aber Arbeitgeber ist.
Mindestens zwei Drittel der Gesamtzahl der Mitglieder müssen Beauftragte der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer sein. Die Mitglieder haben Stellvertreter oder Stellvertreterinnen. Die rechtswidrige Zusammensetzung eines Prüfungsausschusses ist ein Verfahrensfehler, der die gesamte Bewertung unzulässig macht.
Die Mitglieder und ihre Stellvertreter werden von der zuständigen Stelle längstens für fünf Jahre berufen.

Mitwirkung bei der Ausbildung

Die Mitwirkung bei der Ausbildung ist die Unterstützung des Ausbilders im täglichen Ausbildungsprozess. Grundsätzlich ist der Ausbilder für die Durchführung der Ausbildung verantwortlich. Ausbilder in der Landwirtschaft müssen in besonderem Maße fachlich geeignet sowie persönlich geeignet sein und in der Zahl in einem angemessenen Verhältnis zur Anzahl der Auszubildenden stehen.
Darüber hinaus können auch Fachkräfte, die eine Berufsausbildung in einer dem Ausbildungsberuf entsprechenden Fachrichtung erfolgreich abgeschlossen haben, den Ausbilder bei seiner Tätigkeit unterstützen und bei der Ausbildung mitwirken.

Modul

Der Begriff Modul wird in vielen Ebenen der Berufsbildung verwandt. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird darunter ein inhaltlich und meist auch zeitlich abgegrenzter Qualifizierungsbaustein oder Bildungsbaustein verstanden. Ein Beispiel der Anwendung findet sich unter modulare Nachqualifizierung.
Module werden auch im Rahmen der verschiedenen Vorbereitungskurse teilweise verwendet.

Modulare Nachqualifizierung

Modulare Nachqualifizierung ist ein Sonderweg zur Erlangung eines Berufsabschlusses in einem anerkannten Ausbildungsberuf. Als Zielgruppen kommen insbesondere Personen in Betracht, für die eine Berufsausbildung oder Umschulung ungeeignet sind. Das sind vor allem:
– Ausbildungsabbrecher, die sich später doch noch entscheiden, den Weg zum Berufsabschluss zu Ende zu gehen,
– Studienabbrecher, die bereits Fachkenntnisse im Zielberuf mitbringen,
– Migranten, die über berufliche Erfahrungen verfügen, aber nicht über anerkannte formale Qualifikationen,
– Beschäftigte, die seit längerem in einem Berufsfeld ohne den entsprechenden Berufsabschluss arbeiten (Quereinsteiger).
Nachqualifizierung bedeutet dann, dass die Prüfung über die Zulassung zur
Externenprüfung erfolgt und bereits vorhandene Kompetenzen und Erfahrungen berücksichtigt werden. Es werden individuell, gezielt und entlang der Module die Inhalte erworben, die eine berufliche Handlungsfähigkeit und damit die Zulassung zur Externenprüfung ermöglichen.
Alle Module zusammen bilden das gesamte Berufsbild laut Ausbildungsordnung ab. Einzelne Module können bereits zu Teilqualifikationen führen, die auf dem Arbeitsmarkt verwertbar sind.
Wenn der Externenprüfung ein modulares abschlussorientiertes Nachqualifizierungsangebot vorangestellt wird, so ist ein Merkmal der Nachqualifizierung die Abstimmung mit den zuständigen Stellen. Bildungsanbieter und zuständige Stelle müssen das modulare Qualifizierungskonzept und die Frage abstimmen, welche Module individuell absolviert werden müssen, damit die Voraussetzungen zur Externenprüfung erfüllt sind.

Monoberuf

Monoberufe sind Ausbildungsordnungen oder Ausbildungsregelungen mit einem einheitlichen Ausbildungsberufsbild und einheitlichen Prüfungsanforderungen. Landwirtschaftliche Ausbildungsordnungen als Monoberufe sind Molkereitechnologe, Milchwirtschaftlicher Laborant, Forstwirt, Winzer, Brenner und Revierjäger.
Die Berufe Landwirt und Fachkraft Agrarservice werden oft als Monoberufe ausgegeben. Tatsächlich werden jedoch innere Differenzierungen über Betriebszweige bzw. Kulturen als Strukturelemente vorgenommen. Betriebszweige und Kulturen sind spezielle Formen der Einsatzgebiete.
Neben Ausbildungsordnungen mit Einsatzgebieten weisen auch Ausbildungsordnungen oder Ausbildungsregelungen mit Schwerpunkten, Fachrichtungen oder Wahlqualifikationen neben gemeinsamen auch spezialisierte Ausbildungsinhalte auf. Sie sind somit keine Monoberufe. Siehe auch Strukturelemente.

Mündliche Ergänzungsprüfung

Die mündliche Ergänzungsprüfung ist ein Prüfungsinstrument zum Ausgleich von Noten in schriftlichen Prüfungen, wenn diese Noten für das Bestehen der Prüfung insgesamt ausschlaggebend sein können. Die mündliche Ergänzungsprüfung wird als Fachgespräch durchgeführt.
Ob mündliche Ergänzungsprüfungen möglich sind, regeln die Ausbildungsordnungen oder Fortbildungsordnungen. Die Möglichkeit der Inanspruchnahme ist sehr unterschiedlich. Es gibt je nach Verordnung deutliche Unterschiede:
– welche schriftliche Prüfung bzw. Prüfungen ergänzt werden können,
– zur Anzahl der Ergänzungsmöglichkeiten,
– ob die Ergänzungsprüfung vom Prüfling beantragt werden muss oder
– vom Prüfungsausschuss festgelegt wird.
Die mündliche Ergänzungsprüfung ist aus rechtlicher Sicht keine eigenständige mündliche Prüfung. Sie ist immer Teil der schriftlichen Prüfung. Deshalb muss sie auch nicht, wie in § 42 Berufsbildungsgesetz festgelegt, durch den gesamten Prüfungsausschuss abgenommen werden. Sie kann durch zwei Mitglieder des Prüfungsausschusses bewertet werden.
Das Note der mündlichen Ergänzungsprüfung wird mit der Note der schriftlichen Prüfung im Verhältnis 1 : 2 zu einer Note zusammengefasst. Auf dem Zeugnis wird nur die Note der schriftlichen Prüfung ausgewiesen, auch wenn diese ergänzt wurde.

Mündliche Prüfung

Die mündliche Prüfung ist ein Prüfungsinstrument mit eigens dafür formulierten Prüfungsanforderungen. Eigenständige mündliche Prüfungen gibt es nur beim anerkannten Ausbildungsberuf Gärtner.
Die mündliche Prüfung muss gemäß § 42 Berufsbildungsgesetz durch den gesamten Prüfungsausschuss abgenommen werden. Eine Delegierung auf zwei Prüfungsausschussmitglieder ist nicht möglich und deshalb ein Verfahrensfehler, der die gesamte Bewertung unzulässig macht.

Musterprüfungsordnung

Nach Berufsbildungsgesetz erlässt der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung Richtlinien für Prüfungsordnungen der Abschlussprüfungen und Fortbildungsprüfungen.
Der Hauptausschuss hat von diesem Recht Gebrauch gemacht und je eine Musterprüfungsordnung für die Durchführung der Abschlussprüfungen und der Fortbildungsprüfungen beschlossen.
Beide Musterprüfungsordnungen regeln:
– den Prüfungsausschuss,
– die Vorbereitung der Prüfung mit dem Zulassungsverfahren,
– das Verfahren der Prüfungsdurchführung,
– Bewertung, Feststellung und Beurkundung des Prüfungsergebnisses,
– das Verfahren der Wiederholungsprüfung,
– sonstiges, zum Beispiel Prüfungsunterlagen.
Die Regelungen beider Musterprüfungsordnungen sind durch das Berufsbildungsgesetz bestimmt und sind in weiten Teilen gleich. Deutliche Unterschiede gibt es bei der Zulassung zur Abschlussprüfung bzw. der Zulassung zur Fortbildungsprüfung, bei der Zuständigkeit und bei der Befreiung von Prüfungsleistungen.
Jede zuständige Stelle soll auf der Grundlage dieser Richtlinien eine Prüfungsordnung für die Durchführung der Abschlussprüfungen und eine Prüfungsordnung für die Durchführung der Fortbildungsprüfungen erlassen. Teils wurden Abschlussprüfung und Fortbildungsprüfung in einer Prüfungsordnung zusammen gelegt

Nachteilsausgleich

Menschen mit Behinderungen können infolge ihrer individuellen Beeinträchtigungen Nachteile in der Ausbildung und beim Erbringen von Leistungsnachweisen entstehen. Aus diesem Grund haben sie die Möglichkeit, in der Ausbildung und bei der Zwischen-, Abschluss- oder Fortbildungsprüfung entsprechende Nachteilsausgleiche geltend zu machen, die dann zu einer Modifikation der Prüfung führen können.
Diese Nachteilsausgleiche sind keine „Vergünstigungen“, sondern kompensieren behinderungsbedingte Benachteiligungen in der Prüfungssituation. Die Prüfungsanforderungen müssen qualitativ erhalten bleiben.
Sowohl nach der Prüfungsordnung für die Durchführung von Abschlussprüfungen als auch nach der Prüfungsordnung für die Durchführung von Fortbildungsprüfungen sind die besonderen Belange der körperlich, geistig und seelisch behinderten Menschen bei der Prüfung zu berücksichtigen.
Maßnahmen des Nachteilsausgleichs für behinderte Menschen können nicht willkürlich ausgewählt werden. Sie würden sogar das Ziel verfehlen, wenn sie nicht nach den individuellen Ansprüchen eingesetzt würden. Weitere Informationen unter individueller Nachteilsausgleich.

Handbuch des Bundesinstituts für Berufsbildung zum Nachteilsausgleich für behinderte Auszubildende (kostenpflichtig):

https://www.bibb.de/veroeffentlichungen/de/publication/show/id/7407

Neu abgeschlossener Ausbildungsvertrag

Neue Berufsausbildungsverträge sind vor Beginn der Berufsausbildung abzuschließen. Ausbildende haben unverzüglich nach Abschluss des Berufsausbildungsvertrages die Eintragung in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverträge zu beantragen. Die fehlende oder nicht rechtzeitige Beantragung der Eintragung in das Verzeichnis ist bußgeldbewehrt.
Neue Berufsausbildungsverträge werden zu Beginn der Ausbildung begründet. Aber auch Folgeverträge sind neue Berufsausbildungsverträge, für die jeweils alle Regeln gelten.

Neuordnungsverfahren

Formales Verfahren zur Neugestaltung von anerkannten Ausbildungsberufen und beruflichen Fortbildungen. Neuordnungsverfahren erfolgen nach standardisierten, bundesweit zwischen allen beteiligten Akteuren vereinbarten Verfahrensweisen und -standards.
Die Sozialpartner haben das Initiativrecht für neue Ausbildungsordnungen und
Fortbildungsordnungen oder deren Novellierungen. Diese in der berufsbildungspolitischen Diskussion allgemein als „Konsensprinzip“ der Sozialpartner bezeichnete Verfahrensweise ist entscheidend für den Erfolg.
Die Arbeitgeber und Gewerkschaften wirken intensiv mit, um die Erfahrungen aus der Ausbildungspraxis zu nutzen und die Akzeptanz neuer Ausbildungsordnungen bei den ausbildenden Betrieben zu stärken. Diese intensive Zusammenarbeit gilt für das gesamte Verfahren. Das darauf folgende Verfahren zur Erarbeitung von Ausbildungsordnungen umfasst folgende Schritte:
– Festlegen der „Eckwerte“ für die Ausbildungs- oder Fortbildungsordnung,
– Erarbeitung und Abstimmung,
– Erlass der Verordnung.
Die Entwicklung neuer Ausbildungsordnungen und damit verbundener
Rahmenlehrpläne für den Berufsschulunterricht bzw. die Anpassung bestehender Ausbildungsvorschriften an eine veränderte Berufspraxis läuft nach einem geregelten Verfahren ab, an dem der Bund, die Länder, Arbeitgeber, Gewerkschaften und die Berufsbildungsforschung beteiligt sind.
Das Verfahren für Fortbildungsordnungen ist grundsätzlich gleich. Die Anzahl der Partner ist geringer, da hier ausschließlich die Prüfung und deren Anforderungen geregelt werden.

Nichtbestehen

In jeder Ausbildungsordnung, Ausbildungsregelung, Fortbildungsordnung oder Fortbildungsprüfungsregelung sind die Anforderungen für das Bestehen der Prüfung geregelt. Darüber hinaus gelten die Vorgaben der Prüfungsordnungen.
In den meisten Prüfungen gilt meist folgende Grundregel:
Die Prüfung ist nicht bestanden, wenn in der gesamten Prüfung eine der Leistungen in den Prüfungen mit „ungenügend“ oder mehr als eine dieser Leistungen mit „mangelhaft“ benotet worden ist.
Darüber hinaus können formale Mängel zum Nichtbestehen führen:
– Nimmt der Prüfling an der Prüfung ohne Erklärung vor Beginn der Prüfung nicht teil oder bricht er die Prüfung ab, ohne dass ein wichtiger Grund dafür vorliegt, gilt die Prüfung als nicht bestanden.
– Werden selbständig zu erbringende Prüfungsleistungen (z. B. Arbeitsprojekte) nicht zu den festgelegten Terminen vorgelegt, ohne dass eine Fristverlängerung erfolgte, gelten diese als nicht erbrachte Prüfungsleistungen und werden mit „ungenügend“ bewertet.
– Täuschungshandlungen oder Ordnungsverstöße: Je nach Schwere der Täuschungshandlung oder des Ordnungsverstoßes können die Wieder-holung von Prüfungsleistungen angeordnet, einzelne Prüfungsleistungen mit ungenügend bewertet oder die Prüfung insgesamt als nicht bestanden erklärt werden. Dies gilt auch für innerhalb eines Jahres nach Abschluss der Prüfung festgestellte Täuschungshandlungen.
Eine nicht bestandene Prüfung kann wiederholt werden.
Bestehen Auszubildende die Abschlussprüfung nicht, so verlängert sich das Berufsausbildungsverhältnis auf ihr Verlangen bis zur nächstmöglichen Wiederholungsprüfung, höchstens um ein Jahr.

Note

Prüfungsleistungen werden durch den Prüfungsausschuss mit Noten bewertet. Auch in der beruflichen Bildung wird die im allgemeinbildenden Schulwesen übliche Notenskala von eins bis sechs angewendet. Die Notenskala ist in den Prüfungsordnungen der zuständigen Stellen in der Landwirtschaft festgelegt. Unterschiede bestehen darin, ob die einzelne Leistung mit ganzen Noten oder mit Noten mit Kommastelle(n) bewertet wird.
Beschlüsse über die Noten zur Bewertung einzelner Prüfungsleistungen, der Prüfung insgesamt sowie über das Bestehen und Nichtbestehen der Prüfung werden durch den Prüfungsausschuss gefasst.
Zur Vorbereitung der Beschlussfassung kann der Vorsitz des Prüfungsausschusses mindestens zwei Mitglieder mit der Bewertung einzelner, nicht mündlich zu erbringender Prüfungsleistungen beauftragen. Die Beauftragten sollen nicht derselben
Mitgliedergruppe angehören. Die beauftragten Mitglieder dokumentieren die wesentlichen Abläufe und halten die für die Bewertung erheblichen Tatsachen fest.
Bei der Berechnung der Noten für Zwischenergebnisse (z. B. Zusammenfassung von Prüfungsleistungen und Berechnung der Note für einen Prüfungsbereich oder Prüfungsteil) und bei der Berechnung des Gesamtergebnisses sehen die Prüfungsordnungen Landwirtschaft der Bundesländer Unterschiede vor. Diese sind:
– Bewertung mit ganzen Noten oder Noten mit Kommastelle(n),
– Kürzung oder Rundung von Dezimalstellen bei der Berechnung von Zwischenergebnissen oder des Gesamtergebnisses.
Diese unterschiedlichen Berechnungsweisen können im Einzelfall zu einem anderen Gesamtergebnis und zu einem anderen Abschlussprädikat führen.

Novellierung

Novellierung ist die die Anpassung bestehender Ausbildungsordnungen oder
Fortbildungsordnungen sowie Ausbildungsregelungen und Fortbildungsprüfungsregelungen an eine veränderte Berufspraxis. Das Verfahren ist das gleiche wie im Neuordnungsverfahren.

Online – Berichtsheft (mit Ausbildungsnachweis)

Nach wie vor kann das Berichtsheft auch handschriftlich geführt werden. Das Online-Berichtsheft stellt ein Zusatzangebot dar. Das Online-Berichtsheft enthält den Ausbildungsnachweis und gegebenenfalls weitere Bestandteile (z.B. Sachberichte, Übersichten).
In allen Berufsausbildungsverträgen ab dem 01.10.2017 muss jedoch bereits mit dem Vertragsabschluss vereinbart werden, ob der Ausbildungsnachweis elektronisch geführt wird oder nicht.
Die Nutzung des Online-Berichtshefts sollte im Einvernehmen mit dem Ausbilder erfolgen. Auszubildende können ihren Ausbildern eine Leseberechtigung für ihr Berichtsheft einräumen und sich durch eine Kommentarfunktion mit ihnen zu den Inhalten austauschen.
Jede Seite des Online-Berichtshefts ist auszudrucken und nach wie vor von Auszubildenden und Ausbildern persönlich zu unterschreiben. Dies ist Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung.

Links zu Online-Berichtsheften:
Beruf Gärtner, Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau:
https://www.berichtsheft-galabau.de/
Beruf Gärtner, alle anderen Fachrichtungen:
https://www.berichtsheft-gaertner.de/

Örtliche Zuständigkeit in der Berufsausbildung

Die Frage nach der örtlichen Zuständigkeit einer zuständigen Stelle in der Berufsausbildung ist die Frage: Wer ist mein Ansprechpartner für
– die Anerkennung als Ausbildungsbetrieb und als Ausbilder,
– das Eintragen, ändern und löschen von Berufsausbildungsverträgen,
– die Durchführung eines Schlichtungsverfahrens,
– die Entscheidung über die Zulassung zur Abschlussprüfung,
– das Durchführen der Zwischen- und Abschlussprüfungen,
– die Ausstellung von Prüfungszeugnissen.
Rechtliche Grundlage für die Zuständigkeit sind die Verwaltungsverfahrensgesetze der Bundesländer. Danach ist örtlich zuständig:
– in Angelegenheiten, die sich auf den Betrieb eines Unternehmens oder einer seiner Betriebsstätten, auf die Ausübung eines Berufs oder auf eine andere dauernde Tätigkeit beziehen, die Behörde, in deren Bezirk das Unternehmen oder die Betriebsstätte betrieben oder der Beruf oder die Tätigkeit ausgeübt wird oder werden soll (gilt für Ausbildungsbetrieb und Ausbilder und die dort abgeschlossenen Berufsausbildungsverträge sowie deren Eintragung, die Zulassung und Prüfung bei bestehendem Ausbildungsvertrag),
– in anderen Angelegenheiten, die eine natürliche Person betreffen, die Behörde, in deren Bezirk die natürliche Person ihren gewöhnlichen Aufenthalt hat oder zuletzt hatte (gilt für die Zulassung zur Abschlussprüfung und Prüfung in besonderen Fällen ohne Berufsausbildungsvertrag, andere Fälle der Berufsausbildung ohne Betrieb – z. B. Wiederholungsprüfung ohne Verlängerung des Ausbildungsvertrags).
Mit Bezirk der zuständigen Stelle ist in der Landwirtschaft meist das Bundesland gemeint. Einige Bundesländer haben weitere räumliche und / oder berufsbezogene Aufteilungen vorgenommen. Bundesweite Übersicht dazu in der rechten Spalte.

Liste der zuständigen Stellen in der Landwirtschaft auf Bildungsserver agrar:

http://www.landwirtschaftskammern.de/pdf/berufsausbildung.pdf

Örtliche Zuständigkeit für die Fortbildungsprüfung

Die Frage nach der örtlichen Zuständigkeit einer zuständigen Stelle bei einer Fortbildungsprüfung ist die Frage: Wer ist mein Ansprechpartner für
– die Zulassung zur Fortbildungsprüfung (z. B. Meisterprüfung) und
– die Ausstellung von Prüfungszeugnissen.
Zur örtlichen Zuständigkeit führt die Musterprüfungsordnung für die Fortbildungsprüfung folgendes aus: Örtlich zuständig für die Zulassung zur Fortbildungsprüfung ist die zuständige Stelle, in deren Bezirk der Prüfungsbewerber
– an einer Maßnahme der Fortbildung teilgenommen hat oder
– in einem Arbeitsverhältnis steht oder selbstständig tätig ist oder
– seinen Wohnsitz hat.
Mit Bezirk der zuständigen Stelle ist in der Landwirtschaft meist das Bundesland gemeint. Einige Bundesländer haben weitere räumliche und / oder berufsbezogene Aufteilungen vorgenommen. Bundesweite Übersicht dazu in der rechten Spalte.
Der erste Anstrich (nach Maßnahme der Fortbildung) ist rechtlich umstritten, weil er gegen die Verwaltungsverfahrensgesetze der Bundesländer als Grundlage der Zuständigkeit verstößt. Danach ist zuständig:
– in Angelegenheiten, die sich (…) auf die Ausübung eines Berufs oder auf eine andere dauernde Tätigkeit beziehen, die Behörde, in deren Bezirk (…) der Beruf oder die Tätigkeit ausgeübt wird oder werden soll oder
– in Angelegenheiten, die eine natürliche Person betreffen, die Behörde, in deren Bezirk die natürliche Person ihren gewöhnlichen Aufenthalt hat oder zuletzt hatte.
Die Verwaltungsverfahrensgesetze sehen von diesen Regelungen keine Ausnahme vor.

Liste der zuständigen Stellen in der Landwirtschaft auf Bildungsserver agrar:

http://www.landwirtschaftskammern.de/pdf/berufsausbildung.pdf

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