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Persönliche Eignung

Ausbildende und Ausbilder müssen die persönliche Eignung besitzen.
Persönlich nicht geeignet ist insbesondere, wer
1. Kinder und Jugendliche nicht beschäftigen darf oder
2. wiederholt oder schwer gegen das Berufsbildungsgesetz oder die auf Grund dieses Gesetzes erlassenen Vorschriften und Bestimmungen verstoßen hat.
Nummer 1 verweist direkt auf die Tatbestandsvoraussetzungen des § 25
Jugendarbeitsschutzgesetz, die für Ausbildende und Ausbilder bei rechtskräftiger Verurteilung wegen bestimmter Straftaten und Ordnungswidrigkeiten ein Beschäftigungsverbot von Jugendlichen vorsieht. Diese Vorschrift gilt auch dann, wenn der Auszubildende das 18. Lebensjahr überschritten hat.
Der Nachweis dieses Teils der persönlichen Eignung erfolgt in der Regel durch Vorlage eines Führungszeugnisses.
Unter Nummer 2 sind vor allem Verstöße gegen die Pflichten des Ausbildenden und des Ausbilders nach dem Berufsbildungsgesetz, aber auch gegen aufgrund dieses Gesetzes erlassene Rechtsverordnungen und Regelungen der zuständigen Stellen gefasst. Unter Bestimmungen sind alle sonstigen allgemeingültigen Regelungen im Rahmen der Berufsausbildung zu verstehen.
Durch das Wort insbesondere wird zum Ausdruck gebracht, dass die persönliche Eignung auch aus anderen Gründen fehlen oder entfallen kann.

Pflegezeit in der Ausbildung

Auch Auszubildende haben nach dem Pflegezeitgesetz Anspruch, nahe Angehörige zu pflegen. Nahe Angehörige sind:
– Eltern, Schwiegereltern, Stiefeltern sowie Großeltern,
– Ehegatten, Lebenspartner einer lebenspartnerschaftsähnlichen Gemeinschaft,
– eigene Kinder, auch Adoptiv- und Pflegekinder, sowie die des Ehegatten oder Lebenspartners,
– Schwieger- und Enkelkinder,
– Schwägerin und Schwager.
Nach dem Pflegezeitgesetz sind 2 Fallgruppen zu unterscheiden:
– Kurzzeitige Freistellung im akuten Pflegefall bis zu zehn Tagen. Dem Ausbildenden muss die Verhinderung sowie deren voraussichtliche Dauer unverzüglich mitgeteilt werden. Auf diese Freistellung besteht immer ein Rechtsanspruch. Die Zeiten der Abwesenheit werden auf die Ausbildungszeit angerechnet.
– Vollständige oder teilweise Freistellung zur Pflege bis zu sechs Monaten (Pflegezeit). Die Pflegezeit beträgt für jeden pflegebedürftigen nahen Angehörigen längstens sechs Monate (Höchstdauer). Wer Pflegezeit beanspruchen will, muss dies dem Ausbildenden spätestens zehn Arbeitstage vor Beginn schriftlich ankündigen und gleichzeitig erklären, für welchen Zeitraum und in welchem Umfang die Freistellung von der Ausbildung in Anspruch genommen werden soll. Der Anspruch auf eine maximal sechsmonatige Freistellung besteht nur bei Ausbildenden mit in der Regel mehr als 15 Beschäftigten, Auszubildende und arbeitnehmerähnliche Personen werden dabei mitgezählt. Während der Pflegezeit ruht das Berufsausbildungsverhältnis, die Ausbildungsdauer verlängert sich „automatisch“ um die Zeiten der Abwesenheit.
Auszubildende erhalten für längstens 6 Wochen ihre Ausbildungsvergütung ungemindert weiter.

Probezeit

Das Berufsausbildungsverhältnis beginnt mit der Probezeit. Sie muss mindestens einen Monat und darf höchstens vier Monate betragen. Die Vereinbarung einer kürzeren oder längeren Frist ist unwirksam. Die Probezeit ist zwingend in den
Berufsausbildungsvertrag aufzunehmen. Auf sie kann nicht verzichtet werden. Auch bei Folgeverträgen ist eine neue Probezeit zu vereinbaren.
Die Probezeit ist dazu da, dass der Ausbildende den Auszubildenden dahin-gehend prüfen kann, ob dieser für den zu erlernenden Beruf geeignet ist und sich in das betriebliche Geschehen einfügen kann. Auf der anderen Seite muss auch der Auszubildende prüfen, ob der gewählte Beruf und Ausbildungsbetrieb seinen Vorstellungen entspricht.
Die Probezeit beginnt mit dem vereinbarten Tag des Beginns des Berufsausbil-dungsverhältnisses unabhängig davon, ob der Auszubildende oder Ausbildende die Ausbildung auch tatsächlich aufnimmt. Kann die Ausbildung nicht stattfinden, so verlängert sich die Probezeit nicht automatisch. Sie kann vertraglich verlängert werden, wenn die Ausfallzeiten länger als ein Drittel der vereinbarten Probezeit sind. Umstritten ist, ob die Verlängerung über die Maximalgrenze von vier Monaten hinaus gehen kann. Zeiten der Berufsschule sind keine Ausfallzeit.
In der Probezeit kann ohne Angaben von Gründen fristlos von beiden Seiten
gekündigt werden.

Projekt

Ein Projekt ist ein Prüfungsinstrument und beschreibt die vorgegebene Verfahrensweise des Prüfens sowie den Gegenstand der Bewertung. Weitere Informationen unter Arbeitsprojekt.

Projektarbeit

Als Projektarbeit werden im allgemeinen Sprachgebrauch die schriftlichen Ausführungen und Dokumentationen zu Planung, Verlauf und Ergebnis verstanden, die im Rahmen eines Arbeitsprojektes in der Meisterprüfung anzufertigen sind.

Prädikat

Das Prädikat ist die verbale Beschreibung einer Note. Noten und Prädikate werden in den Prüfungsordnungen für die Abschlussprüfungen oder in den
Prüfungsordnungen für die Fortbildungsprüfungen beschrieben. Das Prädikat wird einer bestimmten Notenabstufung zugewiesen, in der Regel:
– 1,00 – 1,49 sehr gut,
– 1,50 – 2,49 gut,
– 2,50 – 3,49 befriedigend,
– 3,50 – 4,49 ausreichend,
– 4,50 – 5,49 mangelhaft,
– 5,50 – 6,00 ungenügend.
Von dieser Stufung wird in der Landwirtschaft aktuell nur in Bayern abgewichen. Dort erstreckt sich das bessere Prädikat immer bis zur Stufung „komma fünf“. Ein Note mit dem Ergebnis 2,50 wird dort also noch mit dem Prädikat „gut“ bedacht.
Üblicherweise wird das Gesamtergebnis einer Prüfung als verbales Prädikat auf dem Prüfungszeugnis ausgewiesen.

Prüfer-Eignung

Prüferentschädigung

Die Tätigkeit im Prüfungsausschuss ist ehrenamtlich. Für bare Auslagen und für Zeitversäumnis ist Prüfern, soweit eine Entschädigung nicht von anderer Seite gewährt wird, eine angemessene Entschädigung zu zahlen, deren Höhe von der zuständigen Stelle mit Genehmigung der obersten Landesbehörde festgesetzt wird. Die zuständigen Stellen haben Richtlinien für die Entschädigung erlassen. Die Ausgaben für die Entschädigung der Prüfer sollen aus den Prüfungsgebühren gedeckt werden.

Prüfungen

In der Berufsausbildung gibt es Zwischenprüfungen und Abschlussprüfungen, in der beruflichen Fortbildung Fortbildungsprüfungen.
In den Prüfungen werden die berufliche oder die erweiterte beruflich Handlungsfähigkeit festgestellt. Auch wenn in Prüfungen immer nur bestimmte Ausschnitte aller beruflichen Anforderungen überprüft werden, sind Prüfungsergebnisse ein entscheidender Anhaltspunkt für die Einschätzung des individuellen Qualifikationsniveaus von Fach- oder Führungskräften.

Prüfungsanforderungen

Der Begriff Prüfungsanforderungen wird in unterschiedlicher Weise verwendet.
a) Zum einen charakterisiert er grundsätzliche und formale Anforderungen an eine Prüfung insgesamt, die bei der Durchführung zu berücksichtigen sind. Dazu gehören die Strukturmerkmale der jeweiligen Aus- oder Fortbildung (z. B. Fachrichtungen, Einsatzgebiete etc.), der inhaltliche Gegenstand der Prüfung, die Prüfungsbereiche, die Prüfungsinstrumente und die Prüfungsdauer. Weitere Informationen dazu in nebenstehender Empfehlung des Hauptausschusses des Bundesinstituts für Berufsbildung.
b) Auf die konkrete Ausbildungsordnung oder Fortbildungsordnung bezogen sind die Prüfungsanforderungen inhaltsbezogene Beschreibungen, welche
KenntnisseFertigkeiten und Fähigkeiten in einem Prüfungsbereich oder Prüfungsteil zu erwarten sind. Zum Beispiel:
– der Prüfling soll nachweisen, dass er [Beschreibung des bereichs- und berufstypischen Inhalts] planen, durchführen und kontrollieren kann,
– der Prüfling soll zeigen, dass er unter Beachtung von [Beschreibung der berufstypischen Vorgaben] durchführen kann,
– der Prüfling soll nachweisen, dass er [Beschreibung des bereichs- und berufstypischen Inhalts] umsetzen, erheben, dokumentieren, darstellen, beurteilen beeinflussen und Maßnahmen ergreifen kann.
Die Aussagen gelten auch für Ausbildungsregelungen und Fortbildungsprüfungsregelungen der zuständigen Stellen.

Empfehlung Nr. 158 des Hauptausschusses des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zur Struktur und Gestaltung von Ausbildungsordnungen – Prüfungsanforderungen vom 12.12.2013

Prüfungsaufgaben

Die Musterprüfungsordnungen führen zu den Prüfungsaufgaben folgendes aus:
– Der Prüfungsausschuss beschließt auf der Grundlage der Prüfungsanforderungen die Prüfungsaufgaben.
– Überregional oder von einem Aufgabenerstellungsausschuss bei der zuständigen Stelle erstellte oder ausgewählte Aufgaben sind vom Prüfungsausschuss zu übernehmen, sofern diese Aufgaben von Gremien erstellt oder ausgewählt und beschlossen wurden und die zuständige Stelle über die Übernahme entschieden hat.
Die Musterprüfungsordnungen unterscheiden sich damit vom Berufsbildungsgesetz. Nach Berufsbildungsgesetz obliegt die Entscheidung über die Auswahl der zu verwendenden Prüfungsaufgaben der zuständigen Stelle. Es ist jedoch sachlich geboten, dass die zuständige Stelle für die Prüfungsaufgabenerstellung fachlich geeignete Prüfer heranzieht, nach Möglichkeit auch unter Berücksichtigung der Personengruppen in den Prüfungsausschüssen. Diesen fachlichen Zusammenhang drückt die Prüfungsordnung aus.
Inhalte einer Aufgabe sind immer berufstypische, reale Aufgaben aus der Praxis des Berufslebens, die bezogen auf den Prüfungsbereich und seine inhaltlichen Anforderungen, möglichst komplex aufzustellen sind. Auch bei der Formulierung
schriftlicher Aufgaben sind die Kriterien der Handlungsorientierung anzulegen.
Darüber hinaus müssen die Prüfungsaufgaben mit den vorgeschriebenen
Prüfungsinstrumenten passfähig sein.

Prüfungsausschuss

Für die Abnahme der Prüfung errichtet die zuständige Stelle Prüfungsaus-schüsse. Dies gilt sowohl für Abschlussprüfungen als auch für Fortbildungsprüfungen.
Die Feststellung und Bewertung von Prüfungsleistungen erfolgt durch die Gesamtheit aller Mitglieder des Prüfungsausschusses bzw. deren Stellvertreter. Prüfungsausschüsse sind gemäß § 40 Berufsbildungsgesetz paritätisch zu besetzen (d.h. Vertreter von Organisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer), zuzüglich mindestens eines Vertreters berufsbildender Schulen.
Prüfungsausschüsse sind Organe der zuständigen Stelle und erlassen für diese auch Verwaltungsakte (Entscheidung zum Bestehen oder Nichtbestehen). Verantwortlich bleibt dabei immer die zuständige Stelle.
Es sind grundsätzlich so viele fachlich kompetente Prüfungsausschüsse zu errichten, dass alle dem Zuständigkeitsbereich der zuständigen Stelle unterliegenden Prüfungsbewerber geprüft werden können. Die Organisation der Prüfungsausschüsse obliegt der zuständigen Stelle. Es kann bzw. können z. B.:
– ein einziger Ausschuss für einen Beruf ausreichend sein,
– mehrere kleine Ausschüsse für einen Beruf mit abgegrenzter räumlicher Zuständigkeit berufen werden,
– ein Ausschuss für die Prüfung fachlich verwandter Berufe berufen werden.
Darüber hinaus können mehrere zuständige Stellen zusammen einen gemeinsamen Prüfungsausschuss berufen.

Prüfungsausschuss, gemeinsamer

Mehrere zuständige Stellen können bei einer von ihnen gemeinsame  Prüfungsausschüsse errichten.
Der gemeinsame Prüfungsausschuss wird bei einer bestimmten zuständigen Stelle errichtet. Mit der Einigung auf eine zuständige Stelle wird diese auch für die Errichtung, Zusammensetzung und Berufung des Prüfungsausschusses zuständig. Es ist zwar sinnvoll aber nicht erforderlich, dass jede beteiligte zuständige Stelle
Mitglieder für den Prüfungsausschuss für den gemeinsamen Prüfungsausschuss stellt.
Ein gemeinsamer Prüfungsausschuss führt die Prüfungen bei der prüfenden zuständigen Stelle unter Anwendung der dort geltenden Prüfungsordnung durch.
Hinsichtlich der Aufgaben des Prüfungsausschusses, der Berufung der Prüfer, der Bewertung von Prüfungsleistungen, der Eignung als Prüfer und der
Mitglieder der Prüfungsausschüsse gelten für die gemeinsamen Prüfungsausschüsse dieselben Regeln wie für alle anderen Prüfungsausschüsse.
Hinsichtlich der örtlichen Zuständigkeit für die Prüflinge gibt es Unterschiede zwischen der Durchführung von Abschlussprüfungen und Fortbildungsprüfungen.

Vereinbarung des Arbeitskreises der zuständigen Stellen für die Berufsbildung in der Landwirtschaft zum Verfahren bei gemeinsamen Prüfungsausschüssen

Prüfungsbereich

Strukturelement zur Gliederung von Prüfungen. Prüfungsbereiche orientieren sich an Tätigkeitsfeldern der Berufspraxis. Jeder Prüfungsbereich wird durch die Anforderungen an den Prüfling beschrieben (erste Ebene) und kann durch die Angabe von Gebieten bzw. Tätigkeiten (zweite Ebene) präzisiert werden.
Dazu ein Beispiel aus der Abschlussprüfung im Ausbildungsberuf Fachkraft Agrarservice:
Gliederung in vier Prüfungsbereiche: Pflanzenbau; Agrartechnik;
Dienstleistung, Kommunikation und Information; Wirtschafts- und Sozialkunde.
Für den Prüfungsbereich Pflanzenbau bestehen folgende Vorgaben:
1. Ebene: Der Prüfling soll nachweisen, dass er pflanzenbauliche Arbeiten im Vegetationsverlauf unter Berücksichtigung der Prinzipien der Nachhaltigkeit durchführen und dabei Maßnahmen der Ablaufplanung und Betriebsorganisation, zur Qualitätssicherung, zum Umweltschutz, zur Wirtschaftlichkeit und zur Kundenorientierung umsetzen, Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit beachten sowie die jeweiligen produkt- und verfahrensspezifischen fachlichen Hintergründe aufzeigen kann;
2. Ebene: Hierfür sind aus folgenden Tätigkeiten mindestens drei auszuwählen:
a) Boden bearbeiten,
b) Kulturen bestellen,
c) Kulturen pflegen und düngen,
d) Pflanzenschutz durchführen,
e) Pflanzen ernten,
f) Erntegut lagern und konservieren,
g) Landschaft pflegen.
Der Begriff Prüfungsbereich wird in den Ausbildungsordnungen oder Fortbildungsordnungen des Agrarbereichs nicht konsequent einheitlich verwendet.

Prüfungsergebnis

Die Fachbegriffe Prüfungsergebnis und
Gesamtergebnis in der Abschlussprüfung bzw.
Gesamtleistung in der Fortbildungsprüfung
sind synonym zu verstehen.
Zu den Aufgaben des Prüfungsausschusses gehören die Beschlussfassung über die Noten zur Bewertung einzelner Prüfungsleistungen
und der Abschlussprüfung oder Fortbildungsprüfung insgesamt (Prüfungsergebnis) einschließlich Bestehen und Nichtbestehen der Prüfung.
Das Prüfungsergebnis ist die Verrechnung aller einzelnen Prüfungsleistungen der Abschlussprüfung oder Fortbildungsprüfung unter Berücksichtigung der Verfahrens- und Gewichtungsregelungen der Ausbildungsordnung oder Fortbildungsordnung. Das Prüfungsergebnis ist somit die „Abschlussnote“ bzw. die
Gesamtnote“ der Prüfung und bildet die Grundlage für das Prädikat einer bestandenen Prüfung insgesamt. Das Prüfungsergebnis ist auch ein Kriterium für das Nichtbestehen einer Prüfung.
Das Prüfungsergebnis der Abschlussprüfung wird durch den Prüfungsausschuss als „bestanden“ oder „nicht bestanden“ bekannt gegeben. In der Regel wird eine
Bescheinigung des Prüfungsausschusses ausgereicht.
Mit der Bekanntgabe des erfolgreichen Ablegens der Abschlussprüfung ist die
Berufsausbildung beendet.

Prüfungsgebühren

Die zuständigen Stellen können Gebühren für die Umsetzung ihrer administrativen Aufgaben in der Berufsbildung verlangen.
Prüfungsgebühren gehören zu den wichtigen Gebühren und sollen zur teilweisen oder vollständigen Deckung entstehender Kosten für Prüfungen erhoben werden. Eine entscheidende Position ist die Entschädigung ehrenamtlicher Prüfer.
Zuständige Stellen erheben teilweise unterschiedliche Gebühren für bestimmte Gebührentatbestände. Einige zuständige Stellen verzichten vollständig auf die Gebührenerhebung. Auch wenn Gebühren erhoben werden, decken sie nicht immer die Kosten der Abschlussprüfung.

Prüfungsgegenstand

Der Gegenstand der Abschlussprüfung ist in § 38 des Berufsbildungsgesetzes definiert:
Durch die Abschlussprüfung ist festzustellen, ob der Prüfling die berufliche Handlungsfähigkeit im Verlauf der Berufsausbildung erworben hat. In der Abschlussprüfung soll der Prüfling nachweisen, dass er die erforderlichen beruflichen Fertigkeiten beherrscht, die notwendigen beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt und mit dem im Berufsschulunterricht zu vermittelnden, für die Berufsausbildung wesentlichen Lehrstoff vertraut ist. Die Ausbildungsordnung ist zugrunde zu legen. Der inhaltliche und zeitliche Mindestumfang der Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten werden in der Ausbildungsordnung, dem
Ausbildungsrahmenplan und dem damit abgestimmten Rahmenlehrplan für den Berufsschulunterricht beschrieben.
Der Gegenstand der Fortbildungsprüfung wird als Prüfungsanforderungen in den Fortbildungsordnungen bzw. Fortbildungsprüfungsregelungen festgelegt.

Prüfungsgespräch

Das Prüfungsgespräch ist ein ­ Prüfungsinstrument in direkter Verbindung mit einer vorhergehenden praktischen oder betrieblichen Prüfungsleistung Es ist integraler Bestandteil der jeweiligen Prüfungsaufgabe und keine eigenständige, auf dem Zeugnis auszuweisende Prüfungsleistung.

Dieses Prüfungsinstrument wird in den landwirtschaftlichen ­ Ausbildungsordnungen für die ­ anerkannten Ausbildungsberufe Gärtner, Forstwirt, Hauswirt-schafter, Landwirt sowie Winzer und in den ­ Fortbildungsordnungen zum landwirtschaftlichen Brennmeister, Forstwirtschaftsmeister, Fischwirtschaftsmeister, Meister der Hauswirtschaft, Landwirtschaftsmeister, Milchwirtschaftlicher Labor-meister, Molkereimeister und Winzermeister gefordert.

Das Prüfungsgespräch ist bei allen genannten Berufen, mit Ausnahme des Fischwirtschaftsmeisters, wegen der Kombination mit anderen Prüfungsinstrumenten (z. B. praktische Arbeitsaufgabe) als auftragsbezogenes
­ Fachgespräch zu verstehen.

Prüfungsinhalt

Die inhaltlichen Anforderungen werden mit den Prüfungsanforderungen beschrieben.

Prüfungsinstrument

Das Prüfungsinstrument beschreibt die vorgegebene Verfahrensweise des Prüfens und den Gegenstand der Bewertung. Für jeden Prüfungsbereich sind die Prüfungsinstrumente festzulegen.
Für jeden Prüfungsbereich wird mindestens ein Prüfungsinstrument festgelegt. Es können auch mehrere Prüfungsinstrumente innerhalb eines Prüfungsbereiches miteinander kombiniert werden. Die Prüfungsinstrumente müssen zu den
Prüfungsanforderungen passen, darüber hinaus müssen für jedes Prüfungsinstrument Prüfungszeiten festgelegt werden. Prüfungsinstrumente sind nach nebenstehender Empfehlung z. B.:
– schriftlich zu bearbeitende Aufgaben,
– Prüfungsprodukt / Prüfungsstück,
Arbeitsaufgabe,
– Arbeitsprobe,
Fachgespräche (Differenzierungen dort),
– Gesprächssimulation,
– Präsentation.
Der Katalog der Hauptausschussempfehlung ist nicht abschließend. In einigen älteren Ausbildungsordnungen für Berufe des landwirtschaftlichen Bereichs gibt es das Prüfungsinstrument Prüfungsgespräch, dass in den meisten Fällen mit einem auftragsbezogen Fachgespräch gleichgesetzt werden kann.
Darüber hinaus werden in landwirtschaftlichen Fortbildungsordnungen mit dem Abschluss Meister die Prüfungsinstrumente Arbeitsprojekt, Fallstudie, Betriebsbeurteilung, Situationsaufgabe, Hausarbeit, Weinbeschreibung und Ausbildungseinheit beschrieben.

Auszug aus der Empfehlung des Hauptausschusses des Bundesinstituts für Berufsbildung zur Struktur und Gestaltung von Ausbildungsordnungen, hier Anlage Katalog der Prüfungsinstrumente

Prüfungskommission

Synonym gebraucht zu Prüfungsausschuss.

Prüfungsleistungen

Leistung, die ein Prüfling für eine bestimmte Aufgabenstellung erbringt und mit einer Note bewertet wird.
Jede Prüfungsleistung ist von jedem Mitglied des Prüfungsausschusses selb-ständig zu bewerten. Beschlüsse über die Noten zur Bewertung einzelner Prüfungsleistungen, der Prüfung insgesamt sowie über das Bestehen und Nichtbestehen der Prüfung werden vom gesamten Prüfungsausschuss gefasst. Bei der gemeinsamen Feststellung der Ergebnisse dienen die Einzelbewertungen der Prüfungsausschussmitglieder als Grundlage. Zur Vorbereitung der Beschlussfassung kann der Vorsitz mindestens zwei Mitglieder mit der Bewertung einzelner, nicht mündlich zu erbringender Prüfungsleistungen beauftragen.

Prüfungsmethode

Früher übliche Bezeichnung für Prüfungsinstrument.

Prüfungsökonomie

Abschlussprüfungen und Fortbildungsprüfungen sind aufwändig. Prüfer und Personal für Organisation, Material, Maschinen und Räume müssen zur Verfügung stehen. Das kostet Zeit und Geld. Die zuständigen Stellen, die für die Organisation und Durchführung von Prüfungen verantwortlich sind, haben daher ein Interesse an möglichst kostengünstigen Prüfungen (Prüfungsökonomie).
Ökonomie betrachtet eigentlich das Verhältnis von Prüfungsaufwand und Ergebnis, also die Kosten-Nutzen-Relation. Der Nutzen einer Prüfung zeigt sich in ihrer Qualität, also darin, ob und inwieweit die Prüfung aussagekräftig, zuverlässig und objektiv ist.
Für die Qualität ist entscheidend, dass die Prüflinge den Prüfungsgegenstand bzw. die Prüfungsanforderungen beherrschen und handlungsorientiert geprüft werden.

Prüfungsordnung für die Abschlussprüfung

Fast jede zuständige Stelle hat auf der Grundlage der Richtlinien der Musterprüfungsordnung eine Prüfungsordnung für die Durchführung der Fortbildungsprüfungen nach Anhörung und Beschluss des Berufsbildungsausschusses erlassen. In einigen Ländern wurde sie mit der Prüfungsordnung für die Durchführung der Abschlussprüfung zusammengelegt. Die Prüfungsordnung bedarf der Genehmigung der zuständigen obersten Landesbehörde.
Die Prüfungsordnung für die Abschlussprüfung regelt:
– den Prüfungsausschuss,
– die Vorbereitung der Prüfung mit dem Zulassungsverfahren,
– das Verfahren der Prüfungsdurchführung,
– die Bewertungsmaßstäbe,
– Bewertung, Feststellung und Beurkundung des Prüfungsergebnisses,
– Erteilung des Prüfungszeugnisses,
– Folgen von Verstößen gegen die Prüfungsordnung,
– das Verfahren der Wiederholungsprüfung,
– sonstiges, zum Beispiel Prüfungsunterlagen.
Bei der Berechnung der Noten für Zwischenergebnisse (z. B. Zusammenfassung von Prüfungsleistungen und Berechnung der Note für einen Prüfungsbereich oder Prüfungsteil) und bei der Berechnung des Gesamtergebnisses sehen die Prüfungsordnungen der zuständigen Stellen in der Landwirtschaft Unterschiede vor. Diese sind:
– Bewertung mit ganzen Noten oder Noten mit Kommastelle(n),
– Kürzung oder Rundung von Dezimalstellen bei der Berechnung von Zwischenergebnissen oder des Gesamtergebnisses.
Diese unterschiedlichen Berechnungsweisen können im Einzelfall zu einem anderen Gesamtergebnis und zu einem anderen Abschlussprädikat führen.

Prüfungsordnung für die Fortbildungsprüfung

Fast jede zuständige Stelle hat auf der Grundlage der Richtlinien der Musterprüfungsordnung eine Prüfungsordnung für die Durchführung der Fortbildungsprüfungen nach Anhörung und Beschluss des Berufsbildungsausschusses erlassen. In einigen Ländern wurde sie mit der Prüfungsordnung für die Durchführung der Abschlussprüfung zusammengelegt. Die Prüfungsordnung bedarf der Genehmigung der zuständigen obersten Landesbehörde.
Die Prüfungsordnung für die Abschlussprüfung regelt:
– den Prüfungsausschuss,
– die Vorbereitung der Prüfung mit dem Zulassungsverfahren,
– das Verfahren der Prüfungsdurchführung,
– die Bewertungsmaßstäbe,
– Bewertung, Feststellung und Beurkundung des Prüfungsergebnisses,
– Erteilung des Prüfungszeugnisses,
– Folgen von Verstößen gegen die Prüfungsordnung,
– das Verfahren der Wiederholungsprüfung,
– sonstiges, zum Beispiel Prüfungsunterlagen.
Bei der Berechnung der Noten für Zwischenergebnisse (z. B. Zusammenfassung von Prüfungsleistungen und Berechnung der Note für einen Prüfungsbereich oder Prüfungsteil) und bei der Berechnung des Gesamtergebnisses sehen die Prüfungsordnungen der zuständigen Stellen in der Landwirtschaft Unterschiede vor. Diese sind:
– Bewertung mit ganzen Noten oder Noten mit Kommastelle(n),
– Kürzung oder Rundung von Dezimalstellen bei der Berechnung von Zwischenergebnissen oder des Gesamtergebnisses.
Diese unterschiedlichen Berechnungsweisen können im Einzelfall zu einem anderen Gesamtergebnis und zu einem anderen Abschlussprädikat führen.

Prüfungsteil

Der Fachbegriff Prüfungsteil ist in den landwirtschaftlichen Fortbildungsordnungen zur Meisterprüfung präsent.
Es ist ein Strukturelement zur Gliederung von Prüfungen. Prüfungsteile orientieren sich an Tätigkeitsfeldern der Berufspraxis.
Moderne Meisterprüfungen in der Landwirtschaft sind in drei Prüfungsteile gegliedert:
– Teil 1: fachlicher Teil mit Produktionsverfahren und Dienstleistungen,
– Teil 2: Betriebs- und Unternehmensführung,
– Teil 3: Berufsausbildung und Mitarbeiterführung.
Jeder Prüfungsteil wird durch die Anforderungen an den Prüfling beschrieben.
Im Bereich der Berufsausbildung wird die Bezeichnung „Prüfungsteil“ nur noch für die beiden zeitlich auseinanderfallenden Teile der gestreckten Abschlussprüfung benutzt. Ein Prüfungsteil ist hier also eine zeitliche Strukturierung.

Prüfungstermin

Die zuständige Stelle bestimmt in der Regel zwei für die Durchführung der Prüfung maßgebende Zeiträume im Jahr. Diese Zeiträume sollen auf den Ablauf der Berufsausbildung und des Schuljahres abgestimmt sein. Die zuständige Stelle setzt die einzelnen Prüfungstage fest.
Die zuständige Stelle gibt die Zeiträume einschließlich der Anmeldefristen in geeigneter Weise öffentlich mindestens einen Monat vor Ablauf der Anmeldefrist bekannt. Wird die Anmeldefrist überschritten, kann die zuständige Stelle die Annahme des Antrags verweigern.
Werden für schriftlich durchzuführende Prüfungsbereiche einheitliche über-regionale Aufgaben verwendet, sind dafür entsprechende überregional abgestimmte Prüfungstage anzusetzen.

Prüfungsunterlagen

Zur Dokumentation der Prüfung und der Bewertung der Prüfungsleistungen und der Feststellung des Gesamtergebnisses sind durch den Prüfungsausschuss verschiedene Unterlagen auszufertigen. Dafür sind die von der zuständigen Stelle genehmigten Formulare zu nutzen. Rechtliche Grundlage für die Dokumentation bilden das Berufsbildungsgesetz und die Prüfungsordnungen für die Abschlussprüfung oder die Fortbildungsprüfung.
Wichtige Prüfungsunterlagen sind:
– allgemeine Niederschrift über den Prüfungsverlauf,
– Niederschrift über die Belehrung der Prüflinge über den Prüfungsablauf, die zur Verfügung stehende Zeit, die erlaubten Arbeits- und Hilfsmittel, die Folgen von Täuschungshandlungen und Ordnungsverstößen, Rücktritt und Nichtteilnahme,
– Dokumentation über die wesentlichen Abläufe und die für die Bewertung erheblichen Tatsachen einer einzelnen Prüfungsleistung im Berichterstatterprinzip,
– Niederschrift über die Feststellung Bewertung der einzelnen Prüfungsleistungen und der Feststellung des Gesamtergebnisses.
Die Dokumentation zur Bewertung einzelner Prüfungsleistungen und der Feststellung des Gesamtergebnisses sind immer individuell für jeden Prüfling zu dokumentieren. Unterbleibt die Dokumentation über die wesentlichen Abläufe und die für die Bewertung erheblichen Tatsachen einer einzelnen Prüfungsleistung im Berichterstatterprinzip oder die Feststellung der einzelnen Prüfungsergebnisse und der Feststellung des Gesamtergebnisses ist die Prüfung regelmäßig als rechtsfehlerhaft anzusehen.

Prüfungsverfahren

Rechtlich vorgegebene Verfahrensweise für die Durchführung von Prüfungen. Rechtliche Grundlage für das Verfahren bilden das Berufsbildungsgesetz und die Prüfungsordnungen für die Abschlussprüfung oder die Fortbildungsprüfung.
Zu den Aufgaben im Prüfungsverfahren gehören:
– Gliederung der Prüfung,
– die Festlegung der Prüfungstermine,
– die Vorbereitung der Prüfung mit dem Zulassungsverfahren,
– die Festlegung möglichen Nachteilsausgleichs oder der Befreiung von Prüfungsleistungen,
– Einteilung der Prüflinge und Prüfer,
– Einladungen der Prüflinge und Prüfer,
– Festlegung der Prüfungsaufgaben,
– Vorbereitung der Prüfungsstandorte,
Abnahme der Prüfung,
Bewertung, Feststellung und Beurkundung des Prüfungsergebnisses,
Dokumentation zur Bewertung einzelner Prüfungsleistungen und der Feststellung des Gesamtergebnisses,
– Erteilung des Prüfungszeugnisses oder
– Bescheid über die nicht bestandene Prüfung.
Die Aufgaben werden zwischen zuständiger Stelle und Prüfungsausschuss aufgeteilt.
Zum Prüfungsverfahren gehören die Prüfung und die beiden möglichen Wiederholungsprüfungen.

Prüfungszeiten

Die Prüfungszeiten sind in den Ausbildungsordnungen oder Fortbildungsordnungen mit den Prüfungsinstrumenten für die zu erbringenden Prüfungsleistungen festgelegt.
Die Prüfungszeiten werden in der Regel für jedes einzelne Prüfungsinstrument festgelegt, z. B. „der Prüfling soll berufstypische Aufgaben schriftlich bearbeiten, die Prüfungszeit beträgt 120 Minuten“.
Es kann aber auch eine Kombination der Prüfungsinstrumente und Prüfungszeiten gewählt werden, z. B. „der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe (…) durchführen und hierüber ein auftragsbezogenes Fachgespräch führen, die Prüfungszeit beträgt insgesamt zwei Stunden, innerhalb dieser Zeit soll das Fachgespräch in höchstens 30 Minuten durchgeführt werden“.
Hinsichtlich der Anwendung der Prüfungszeiten gibt es Unterschiede:
– „die Prüfungszeit beträgt“ bedeutet, dass diese Zeit einzuhalten ist,
– „ist von folgenden zeitlichen Höchstwerten auszugehen“ oder „in höchstens“ bedeutet, dass die angegebenen Zeiten unterschritten werden dürfen. Die Unterschreitung soll maximal 30% der angegebenen Zeit betragen.

Prüfungszeugnis

Das Prüfungszeugnis ist ein öffentlich-rechtliches Dokument der zuständigen Stelle als Nachweis über eine bestandene Abschlussprüfung oder Fortbildungsprüfung.
Das Prüfungszeugnis wird auf der Grundlage des Berufsbildungsgesetzes sowie der Prüfungsordnung für Abschlussprüfungen oder der Prüfungsordnung für Fortbildungsprüfungen ausgestellt.
Das Prüfungszeugnis enthält im Allgemeinen:
– die Bezeichnung „Prüfungszeugnis oder Zeugnis“ und den entsprechenden Paragraphen des Berufsbildungsgesetzes,
– die Personalien des Prüflings (Name, Vorname, Geburtsdatum, Geburtsort),
– im Fall der Abschlussprüfung die Bezeichnung des Ausbildungsberufs, ggf. mit Fachrichtung oder prüfungsrelevantem Schwerpunkt,
– im Fall der Fortbildungsprüfung die Bezeichnung des erworbenen Abschlusses, ggf. mit Fachrichtung und die Rechtsgrundlage des Abschlusses,
– das Gesamtergebnis der Prüfung, die Ergebnisse der einzelnen
Prüfungsleistungen und Prüfungsbereiche,
– das Datum des Bestehens der Prüfung und
– die Unterschrift des Beauftragten der zuständigen Stelle mit Siegel.
Es kann geringfügige länderspezifische Abweichungen geben.

Qualifizierungsbaustein

Qualifizierungsbausteine werden überwiegend im Rahmen der Berufsausbildungsvorbereitung genutzt. Es sind inhaltlich und zeitlich abgegrenzte Lerneinheiten, die aus den Inhalten anerkannter Ausbildungsberufe entwickelt werden.
Darüber hinaus werden sie auch im Rahmen der modularen Nachqualifizierung genutzt.

Quereinsteiger

Quereinsteiger sind Beschäftigte, die seit längerem in einem Berufsfeld ohne den entsprechenden Berufsabschluss arbeiten, für die jedoch eine Berufsausbildung oder Umschulung nicht mehr in Betracht kommt.
Quereinsteiger können die Zulassung zur Abschlussprüfung über die sogenannte Externenregelung erlangen. Danach ist zuzulassen, wer nachweist, dass er mindestens das Eineinhalbfache der Zeit, die als Ausbildungszeit (gemeint ist die
Ausbildungsdauer) vorgeschrieben ist, in dem Beruf tätig gewesen ist, in dem die Abschlussprüfung abgelegt werden soll.
Zur Vorbereitung auf die Abschlussprüfung ist die Teilnahme an einem speziellen Vorbereitungslehrgang zu empfehlen.

Rahmenlehrplan

Der Rahmenlehrplan ist eine bundesweite Empfehlungen der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Bundesländer (KMK) für die Durchführung des Berufsschulunterrichts für duale Ausbildungsberufe. Die Rahmenlehrpläne sind mit den für die betriebliche Ausbildung vorgegebenen praktischen Inhalten der  Ausbildungsrahmenpläne abgeglichen. Dieser Abgleich erfolgt im Verfahren der Neuordnung oder Novellierung der dualen Ausbildungsberufe.
Rahmenlehrpläne haben keinen rechtsverbindlichen Charakter, sollen aber in den Bundesländern als Grundlage für die Ausgestaltung der schulischen Lehrpläne genutzt werden. Sie werden von der übergeordneten Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder freigegeben
Die Rahmenlehrpläne werden im Unterschied zu den Ausbildungsordnungen und den darin enthaltenen Ausbildungsrahmenplänen zumeist nicht bundeseinheitlich umgesetzt.. Die einzelnen Bundesländer haben das grundlegende Recht, die Rahmenlehrpläne in ihrem Bereich an die gegebenen Umstände anzupassen. Deshalb ist es für eine gute Abstimmung zwischen Berufsschule und betrieblicher Ausbildung wichtig, den jeweiligen Rahmenlehrplan des Bundeslandes respektive der entsprechenden Berufsschule anzufordern.

Rahmenstoffplan

Bei Prüfungen nach Fortbildungsordnungen des Bundes werden in der Regel nur die Prüfungsanforderungen geregelt. Die Vorbereitung auf die Prüfung bleibt dem Prüfling grundsätzlich selbst überlassen. In der Regel bieten die zuständigen Stellen oder andere Bildungsanbieter sogenannte Vorbereitungskurse auf die Prüfung an.
Um eine gezielte Vorbereitung auf die Fortbildungsprüfung zu ermöglichen werden im Regelfall gezielte inhaltliche Empfehlungen für den Vorbereitungskurs aufgestellt. Diese Inhalte werden in einem Rahmenstoffplan aufgenommen, der nach den Prüfungsanforderungen strukturiert ist. Die Rahmenstoffpläne haben keinen rechtsverbindlichen Charakter.

Regelausbildung

Unter Regelausbildung wird im allgemeinen Sprachgebrauch die Berufsausbildung nach Ausbildungsordnung des Bundes in einem anerkannten Ausbildungsberuf der Landwirtschaft verstanden. Für den Begriff Regelausbildung gibt es keine rechtliche Grundlage.

Ruhen des Berufsausbildungsvertrages

Ruhen des Berufsausbildungsvertrages bedeutet, dass Zeiten der Abwesenheit nicht auf die
Ausbildungszeit angerechnet werden. Die Ausbildungszeit verlängert sich um die Zeit der Abwesenheit „automatisch“. Die Zeiten müssen der zuständigen Stelle gemeldet werden.
Für das Ruhen des Berufsausbildungsvertrages kommen folgende Fälle in Betracht:
– Inanspruchnahme von Elternzeit nach dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG),
– Inanspruchnahme von Pflegezeit nach dem Pflegezeitgesetz (PflegeZG) zur Pflege eines nahen Angehörigen,
– Verlängerung der Ausbildungszeit nach dem Arbeitsplatzschutzgesetz (ArbPlSchG), wenn der Auszubildende zum Wehr- oder Ersatzdienst einberufen wird.
Wer Elternzeit beanspruchen will, muss diese rechtzeitig beantragen und sie spätestens sieben Wochen vor Beginn schriftlich vom Ausbildenden verlangen und gleichzeitig erklären, für welche Zeiten innerhalb von zwei Jahren Elternzeit genommen werden soll. Ab dem Zeitpunkt, von dem an ein Auszubildender Elternzeit verlangt, höchstens jedoch acht Wochen vor der Elternzeit und auch während der Elternzeit, kann das Ausbildungsverhältnis nicht gekündigt werden.
Auszubildende sind von der Berufsausbildung vollständig oder teilweise freizustellen, wenn sie einen pflegebedürftigen nahen Angehörigen in häuslicher Umgebung pflegen (Pflegezeit). Die Pflegezeit beträgt für jeden pflegebedürftigen nahen Angehörigen längstens sechs Monate (Höchstdauer). Wer Pflegezeit beanspruchen will, muss dies dem Ausbildenden spätestens zehn Arbeitstage vor Beginn schriftlich ankündigen und gleichzeitig erklären, für welchen Zeitraum und in welchem Umfang die Freistellung von der Ausbildung in Anspruch genommen werden soll. Auszubildende erhalten für längstens 6 Wochen ihre Ausbildungsvergütung ungemindert weiter.
Die automatische Verlängerung der Ausbildungszeit gilt nicht für Zeiten des Mutterschutzes und der Krankheit.

Rücktritt vor der Prüfung

Der Rücktritt wird von der Prüfungsordnung geregelt. Die Regelungen zum Rücktritt sind bei einer Abschlussprüfung und bei einer Fortbildungsprüfung identisch.
Der Prüfling kann nach erfolgter Anmeldung vor Beginn der Prüfung durch schriftliche Erklärung zurücktreten. In diesem Fall gilt die Prüfung als nicht abgelegt.
Versäumt der Prüfling einen Prüfungstermin, so werden bereits erbrachte selbstständige Prüfungsleistungen anerkannt, wenn ein wichtiger Grund für die Nichtteilnahme vorliegt. Selbstständige Prüfungsleistungen sind solche, die thematisch klar abgrenzbar und nicht auf eine andere Prüfungsleistung bezogen sind sowie eigenständig bewertet werden.
Erfolgt der Rücktritt nach Beginn der Prüfung oder nimmt der Prüfling an der Prüfung nicht teil, ohne dass ein wichtiger Grund vorliegt, so wird die Prüfung mit „ungenügend“ (Note 6) bewertet.

Sachbezüge

Nach Berufsbildungsgesetz können Sachbezüge (Verpflegung und Unterkunft) Teil der Ausbildungsvergütung sein. Sachleistungen können nach festgesetzten Sachbezugswerten angerechnet werden, jedoch nicht über 75 Prozent der Bruttovergütung hinaus. Die Sachbezugswerte dürfen nur bei tatsächlicher Inanspruchnahme angerechnet werden.
Früher waren die Sachbezüge in der Sachbezugsverordnung geregelt. Sie regelte die Bewertung von Sachbezügen von Arbeitnehmern, die im Sozialrecht und Lohnsteuerrecht zum Einkommen zählten. Ab dem Jahr 2007 finden sich die neuen Regelungen in der Sozialversicherungsentgeltverordnung. Die Sachbezugswerte werden jährlich angepasst. Sie orientieren sich an der Entwicklung der Verbraucherpreise.
Die maßgeblichen Werte für Sachbezüge erhöhten sich 2017 lediglich für freie Verpflegung. Der Monatswert für Unterkunft und Miete im Jahr 2017 bleibt gegenüber 2016 unverändert bei 223 Euro. Der Monatswert für Verpflegung wird auf 241 Euro angehoben.
Übersicht über die Sachbezugswerte 2017:

Monatswert
in €
Tageswert
in €
freie Verpflegung * 241,00 8,03
         davon Frühstück 51,00 1,70
         davon Mittag- und Abendessen 95,00 3,17
freie Unterkunft
         Jugendliche und Auszubildende 189,55 6,32

* Arbeitnehmer einschließlich Auszubildende

Sachkunde

Der Begriff der Sachkunde wird in unterschiedlicher Weise angewendet.
Im Berufsbildungsrecht müssen die Mitglieder der Prüfungsausschüsse für die Prüfungsgebiete sowie die Ausbilder im Rahmen der fachlichen Eignung sachkundig sein. Die Sachkunde der Ausbilder wird im Rahmen der Überprüfung der fachlichen Eignung festgestellt. Sachkundig im Prüfungswesen ist, wer das erforderliche berufliche Wissen und Können besitzt um die berufliche oder erweiterte berufliche Handlungsfähigkeit der Prüflinge festzustellen. Die Sachkunde bezieht sich deshalb vor allem auf die Prüfungsanforderungen. Die Erlangung der beruflichen Sachkunde ist für die Auszubildenden das Ziel der Berufsausbildung.
Daneben gibt es fachrechtlich geregelte Vorgaben zur beruflichen Sachkunde
(Sachkundenachweis), die für die Ausübung bestimmter Tätigkeiten in den verschiedenen landwirtschaftlichen Berufsbereichen nachzuweisen sind, z. B. die Sachkunde im Pflanzenschutz.

Sachkundenachweis

Fachrechtlich vorgeschriebener formaler Nachweis über den Erwerb einer beruflichen Sachkunde für bestimmte Tätigkeitsbereiche.
Sachkunderelevante Tätigkeitsbereiche sind beispielsweise:
– Durchführung von Pflanzenschutz,
– Tiertransport, Tierhaltung (bestimmte Tierarten)
– Betäuben, Töten und Schlachten von Tieren
– Schädlingsbekämpfung.
Die Sachkunde kann oft über die Berufsausbildung erworben werden, muss aber teils von den zuständigen regionalen Behörden gesondert bescheinigt werden (z. B. Sachkundenachweis Pflanzenschutz).

Schlichtung

Ebenso wie in einem normalen Arbeitsverhältnis kann es auch in einem Berufsausbildungsverhältnis zu Problemen oder sogar zu ernsthaften Streitigkeiten kommen. Berufsausbildungsverhältnisse sind jedoch keine Arbeitsverhältnisse, es gibt eine ganze Reihe von Vorschriften, die bei Ausbildungsverhältnissen zu beachten sind. Bei Ausbildungsfragen und Problemen können Sie sich an die
Ausbildungsberater wenden, die Ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht.
In vielen Fällen können die Probleme bereits durch die Ausbildungsberater schnell und unproblematisch geklärt werden. Anderenfalls sollte umgehend Kontakt mit dem Schlichtungsausschuss aufgenommen werden.
Wenn der Streit eskaliert und es zu Abmahnungen oder sogar zur Kündigung kommt, kann der Schlichtungsausschuss der zuständigen Stelle für Streitigkeiten aus Ausbildungsverhältnissen oft weiterhelfen. Das Schlichtungsverfahren ist außergerichtlich und bietet die Möglichkeit, den Streit in gütlicher und nicht zu förmlicher Atmosphäre zu erörtern und nach Lösungswegen zu suchen.

Schlichtungsausschuss

Auf der Grundlage des Arbeitsgerichtsgesetzes kann die zuständige Stelle einen Schlichtungsausschuss zur Beilegung von Streitigkeiten zwischen Ausbildenden und Auszubildenden errichten. Der Schlichtungsausschuss muss angerufen werden, bevor eine Klage wegen Streitigkeiten aus bestehenden Berufsausbildungsverhältnissen vor dem Arbeitsgericht erhoben werden kann. Eine dennoch erhobene Klage wird als unzulässig abgewiesen.
Auch dem Schlichtungsausschuss liegt das Sozialpartnerprinzip zu Grunde, denn dem Ausschuss müssen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in gleicher Zahl angehören. Das Schlichtungsverfahren bietet die Möglichkeit, den Streit in gütlicher und nicht zu förmlicher Atmosphäre zu erörtern und nach Lösungswegen zu suchen. Die Ausschussmitglieder helfen dabei durch ihre Sach- und Rechtskunde. Im Idealfall endet die Schlichtung mit einer Einigung.
Es ist umstritten, ob der Schlichtungsausschuss bei Kündigungen in Analogie zum Kündigungsschutzgesetz innerhalb von drei Wochen angerufen werden muss. Die Einhaltung dieser Frist ist empfehlenswert.
Das Verfahren wird mündlich verhandelt. Die Verhandlung kann abgeschlossen werden durch: gütliche Einigung (Vergleich); einstimmigen Spruch des Ausschusses; die Feststellung des Ausschusses, dass weder eine Einigung noch ein Spruch möglich war; Säumnisspruch oder Rücknahme des Antrages.
Kommt eine gütliche Einigung zwischen den Parteien nicht zustande, so ist der weitere Rechtsweg zu den Arbeitsgerichten möglich. Binnen von zwei Wochen ist vor dem zuständigen Arbeitsgericht Klage zu erheben. Allerdings entfällt vor dem Arbeitsgericht die sonst obligatorische Güteverhandlung, da ja eine gütliche Einigung bereits erfolglos versucht wurde.
Ein von den Beteiligten anerkannter Spruch des Schlichtungsausschusses hat die Rechtskraft eines Urteils. Aus einem anerkannten Spruch und aus einem Vergleich findet die Zwangsvoll-streckung statt, wenn der Spruch von dem Vorsitzenden des Arbeitsgerichts, das für die Geltendmachung des Anspruchs zuständig wäre, für vollstreckbar erklärt worden ist.

Schriftliche Prüfung

Die schriftliche Prüfung ist ein Prüfungsinstrument und beschreibt das Vorgehen des Prüfens und den Gegenstand der Bewertung. Für jeden Prüfungsbereich sind die Prüfungsinstrumente festgelegt.
Die schriftliche Prüfung ist ein häufiges Prüfungsinstrument und findet sich in allen
Ausbildungsordnungen und Fortbildungsordnungen der landwirtschaftlichen Berufe.
Die schriftlich zu bearbeitenden Aufgaben sind praxisbezogen und berufstypisch. Es werden eigene Prüfungsanforderungen formuliert, die schriftlich zu bearbeitenden Aufgaben erhalten eine eigene Gewichtung. Bewertet werden:
– fachliches Wissen,
– Verständnis für Hintergründe und Zusammenhänge und/oder
– methodisches Vorgehen und Lösungswege.

Schwangerschaft in der Ausbildung

Auszubildende, die ein Kind erwarten, sollten dem Ausbildenden ihre Schwangerschaft und den mutmaßlichen Tag der Entbindung mitteilen, sobald ihnen dies bekannt ist. Der Ausbildende kann von der Auszubildenden ein ärztliches Attest anfordern.
Pflichten des Ausbildenden sind :
– Unverzügliche Benachrichtigung der Aufsichtsbehörden von der Mitteilung der werdenden Mutter,
– Übernahme der Kosten für das ärztliche Attest,
– Freistellung der Auszubildenden für ärztliche Untersuchungen.
Der Ausbildende muss den betreffenden Ausbildungsplatz und die dazugehörigen Arbeitsabläufe überprüfen und gegebenenfalls umgestalten, damit sie keine Gefahr für Gesundheit und Leben der werdenden Mutter darstellen. Es gelten umfangreiche Beschränkungen und Verbote während der Schwangerschaft und nach der Geburt. Siehe dazu Gesetzestext rechte Spalte.
Es gilt ein allgemeines Beschäftigungsverbot in den letzten 6 Wochen vor der Entbindung sowie in den
8 Wochen nach der Entbindung (bei Früh- und Mehrlingsgeburten 12 Wochen). Im Einzelfall kann die Beschäftigung einer Schwangeren schon vor Beginn der Schutzfrist verboten sein, wenn eine Gefahr für Mutter und Kind besteht. Der ausbildende Betrieb muss während dieser Zeit die Ausbildungsvergütung weiter bezahlen. Während dieses gesetzlichen Mutterschutzes erhält die Auszubildende keine Ausbildungsvergütung, sondern Mutterschaftsgeld. Der Betrieb muss den Differenzbetrag zur eigentlichen Ausbildungsvergütung zahlen.
Die vertraglich vereinbarte Ausbildungszeit verlängert sich nicht um die Zeiten der schwangerschaftsbedingten Beschäftigungsverbote. Sie kann jedoch auf Antrag der Auszubildenden bei der zuständigen Stelle das Ausbildungsverhältnis verlängert werden, wenn die Verlängerung erforderlich ist, um das Ausbildungsziel zu erreichen.
Während der Schwangerschaft und bis zum Ablauf von 4 Monaten nach der Entbindung ist eine Kündigung unzulässig, wenn dem Ausbildenden zum Zeitpunkt der Kündigung die Schwangerschaft oder Entbindung bekannt war oder ihm innerhalb von 2 Wochen nach Zugang der Kündigung mitgeteilt wird.

Schwerpunkte

Schwerpunkte sind ein Strukturelement von Ausbildungsordnungen und
Ausbildungsregelungen. Aktuell gibt es keine landwirtschaftlichen Ausbildungsordnungen mit Schwerpunkten. In Ausbildungsregelungen für behinderte Menschen sind jedoch teils Schwerpunkte als Strukturelement geregelt.
Schwerpunkte sind in den Ausbildungsregelungen differenziert aufgeführt und mit bestimmten Ausbildungsinhalten untersetzt, sie führen jedoch nicht zu einer Änderung des Ausbildungsberufsbilds. Die Differenzierung erfolgt im
Ausbildungsrahmenplan. In landwirtschaftlichen Ausbildungsregelungen werden Schwerpunkte angewandt, um betriebliche Spezialisierungen einerseits und Möglichkeiten zur Anpassung an die individuellen Voraussetzungen behinderter Menschen andererseits zu nutzen.
Die vertiefte Vermittlung Ausbildungsinhalte nach Schwerpunkten erfolgt beim Fachpraktiker Landwirtschaft ab dem 19. Monat. Bis dahin werden gemeinsame berufsprofilgebende Ausbildungsinhalte vermittelt.
Die Prüfungsanforderungen werden für jeden Schwerpunkt gesondert festgelegt.

Seiteneinsteiger

Synonym gebraucht zu Quereinsteiger. Weitere Informationen dort.

Sozialpartner

Arbeitgeber und Arbeitnehmer bilden die Sozialpartner. Sie haben entscheidenden Einfluss auf die Berufsbildung:
– durch Initiative zur Schaffung neuer bzw. zur Novellierung bestehender
Ausbildungsordnungen,
– als Mitglieder der Prüfungsausschüsse,
– als Mitglieder der Berufsbildungsausschüsse,
– als Mitglieder der Schlichtungsausschüsse,
– als Mitglieder der Landesausschüsse für Berufsbildung,
– als Mitglieder des Hauptausschusses für Berufsbildung.
Bei den Prüfungsausschüssen bzw. Berufsbildungsausschüssen werden die Arbeitgeber durch die zuständige Stelle bzw. auf Vorschlag dieser berufen. In die den anderen Fällen werden Arbeitgeber auf Vorschlag der Zusammenschlüsse der Kammern, Arbeitgeberverbände und Unternehmensverbände berufen.
Arbeitnehmer werden auf Vorschlag der bestehenden Gewerkschaften und selbständigen Vereinigungen von Arbeitnehmern mit sozial- oder berufspolitischer Zwecksetzung berufen. In Berufen mit schwachem Organisationsgrad, zu denen die landwirtschaftlichen Berufe gehören, können auch nicht organisierte Personen berufen werden.
Das Konsensprinzip der Sozialpartner ist eines der zentralen Elemente für den Erfolg der Berufsausbildung und beruflichen Fortbildung. Um Verfahren zu einem positiven, gemeinsamen Abschluss zu führen, ist ein Konsens der Sozialpartner im Verfahren erforderlich.

Strukturelemente in Ausbildungsordnungen

Strukturelemente in Ausbildungsordnungen werden, im Gegensatz zu Monoberufen, genutzt um innere berufliche Differenzierungen oder Spezialisierungen des Ausbildungsberufs abzubilden.
Gründe dafür sind:
– Möglichkeit einer hohen beruflichen Identifikation,
– Entwicklung eines gestaltungsoffenen, aber nicht zu abstrakten Berufes,
– größere betriebliche Freiräume für passgenaue Ausbildung in klein- und mittelständigen Betrieben,
– breiteres Ausbildungsangebot für verschiedene Ausbildungsinteressen der Auszubildenden.
Die häufigsten Elemente sind:
–  Fachrichtungen,
–  Einsatzgebiete,
–  Schwerpunkte,
–  Wahlqualifikationen.
Daneben gibt es in einigen landwirtschaftlichen Ausbildungsberufen noch
Betriebszweige und Kulturen als Differenzierungen.
Die meisten der genannten Strukturelemente finden Ihren Niederschlag als Differenzierungen im Ausbildungsberufsbild, im Ausbildungsrahmenplan und in den Prüfungen.
Die Festlegung möglicher Strukturelemente wird in der bildungspolitischen Abstimmung sowie in der Sachverständigenarbeit der Sozialpartner im Konsens mit den entsprechenden Bundesministerien im Rahmen der Entstehung oder Novellierung von Ausbildungsordnungen getroffen.
Die Erläuterungen gelten grundsätzlich auch für Fortbildungsordnungen.

Tarifliche Ausbildungsvergütung

Nach § 17 Berufsbildungsgesetz haben Auszubildende Anspruch auf eine
angemessene Ausbildungsvergütung.
Es ist es gängige Rechtsprechung, dass eine tarifliche Ausbildungsvergütung die Mindestvergütung darstellt und stets angemessen ist. Sind die Vertragsparteien nicht tarifgebunden, müssen sie die Höhe der Vergütung festlegen. Auch hier gilt: Richten sie sich dabei an einem entsprechenden Tarifvertrag aus, ist die Ausbildungsvergütung stets angemessen.
In den meisten Branchen werden daher von den Tarifpartnern (Arbeitgeber und Gewerkschaften) Vereinbarungen über die Ausbildungsvergütungen abgeschlossen. Dies gilt auch für die Landwirtschaft. Die Tarifverträge werden nach Regionen, in der Regel nach Bundesländern, für eine bestimmte Laufzeit abgeschlossen. Es bestehen Unterschiede in der Vergütungshöhe zwischen den Regionen, und zwar insbesondere zwischen West- und Ostdeutschland.
Tarifgebundene Betriebe müssen ihren Auszubildenden mindestens die in ihrer Branche und Region geltenden tariflichen Vergütungssätze zahlen. Nicht tarifgebundene Betriebe können dagegen die für ihre Branche und Region vereinbarte tarifliche Ausbildungsvergütung nach derzeitiger Rechtsprechung um bis zu 20 Prozent unterschreiten.

Tarifvertrag

Ein Tarifvertrag gilt für ein Berufsausbildungsverhältnis unmittelbar (also ohne dass seine Geltung noch individuell vertraglich vereinbart werden müsste) und zwingend (mit der Folge, dass vertragliche Abweichungen zum Nachteil des
Auszubildenden unwirksam sind), wenn beide Vertragsparteien tarifgebunden sind. Hingegen sind Abweichungen zugunsten des Auszubildenden erlaubt. Damit der Tarifvertrag auf das Berufsausbildungsverhältnis anwendbar ist, müssen daneben der Betrieb in den fachlichen und örtlichen, der Auszubildende in den persönlichen Geltungsbereich des Tarifvertrags fallen.
Die Tarifbindung folgt aus der Mitgliedschaft in einer der Tarifvertragsparteien (Arbeitgeberverband oder Gewerkschaft). Tarifgebunden ist auch der Arbeitgeber, der einen Tarifvertrag direkt mit der Gewerkschaft schließt. Ausnahmsweise kann ein Arbeitgeber trotz Mitgliedschaft im Arbeitgeberverband nicht tarifgebunden sein, wenn die Satzung des Verbandes eine Mitgliedschaft ohne Tarifbindung (so genannte OT-Mitgliedschaft) vorsieht und der Arbeitgeber diese Form der Mitgliedschaft innehat.

Teilzeitberufsausbildung

Bei der Teilzeitausbildung werden die tägliche und wöchentliche Ausbildungszeit gekürzt (Teilzeitberufsausbildung).Sie ist somit eine duale Berufsausbildung, die unter bestimmten Bedingungen nach dem Teilzeitprinzip durchgeführt werden kann. Das Berufsbildungsgesetz beschreibt diese „bestimmten“ Bedingungen als „berechtigtes Interesse“.
Als berechtigtes Interesse kann beispielsweise anerkannt werden:
– ein eigenes Kind,
– die Betreuung eines pflegebedürftigen Familienmitglieds,
– gesundheitliche Einschränkungen des Auszubildenden,
– die Ausübung eines Leistungssports.
Auch für Menschen mit Behinderung ist die Teilzeitausbildung eine Option.
Die Teilzeitausbildung muss durch den Ausbildenden und Auszubildenden vertraglich vereinbart und beantragt werden. Bei Teilzeitausbildung handelt es sich immer um Einzelfälle, die der Genehmigung der zuständigen Stelle unterliegen.
In der Regel wird eine wöchentliche Ausbildungszeit zwischen 25 und 36 Stunden vereinbart, die Ausbildungsvergütung verringert sich dann entsprechend. Die Berufsschule sowie die
überbetriebliche Ausbildung müssen jedoch in jedem Fall in Vollzeit besucht werden. Teilzeitauszubildende haben wie alle Teilzeitbeschäftigten den gleichen Urlaubsanspruch wie Vollzeitarbeitskräfte. Bei Teilzeitauszubildenden, die nicht an jedem Arbeitstag in der Woche arbeiten, wird der Urlaubsanspruch im Verhältnis zu den wöchentlichen Arbeitstagen berechnet.
Im Einzelfall kann die reduzierte wöchentliche Arbeitszeit mit einer  Verlängerung der
Ausbildungsdauer verbunden sein, wenn dies zur Erreichung des Ausbildungsziels erforderlich ist.
Der betriebliche Ausbildungsplan muss an die Teilzeitausbildung angepasst werden.

Täuschungshandlung

Eine prüfungsrechtlich relevante Täuschungshandlung liegt vor, wenn der Prüfling eine eigenständige und reguläre Prüfungsleistung vorspiegelt, bei deren Erbringung er sich in Wahrheit unerlaubter Hilfe bedient hat. Ebenso liegt eine Täuschungshandlung, wenn er Beihilfe zu einer Täuschung oder einem Täuschungsversuch leistet.
Wird während der Prüfung festgestellt, dass der Prüfling eine Täuschungshandlung begeht oder einen entsprechenden Verdacht hervorruft, ist der Sachverhalt von der Aufsichtsführung festzustellen und zu protokollieren. Der Prüfling setzt die Prüfung vorbehaltlich der Entscheidung des Prüfungsausschusses über die Täuschungshandlung fort.
Liegt eine Täuschungshandlung vor, wird die von der Täuschungshandlung betroffene Prüfungsleistung mit „ungenügend“ (Note 6) bewertet. In schweren Fällen, insbesondere bei vorbereiteten Täuschungshandlungen, kann der Prüfungsausschuss den Prüfungsbereich oder die gesamte Prüfung mit „ungenügend“ (Note 6) bewerten.
Maßgeblich für die Angemessenheit der aus einem Täuschungsversuch resultierenden Sanktion sind die Erheblichkeit oder Intensität der Täuschungs-handlung, der Grad der Verletzung der „Spielregeln des Wettbewerbs“, das Maß der Beeinträchtigung der Chancengleichheit mit anderen Prüflingen und der Grad des Verschuldens. Es ist rechtlich nicht zu beanstanden, wenn der Prüfungsausschuss bei einer vorbereiteten Täuschungshandlung die Prüfung für nicht bestanden erklärt.
Vor dem Erlass von Sanktionen ist der Prüfling anzuhören.

Überbetriebliche Ausbildung

Die überbetriebliche Ausbildung ergänzt die betriebliche Ausbildung inhaltlich und kann diese auch vertiefen.
Diese Form der Ausbildungsorganisation soll einerseits zu einer breiten beruflichen Grundbildung beitragen und andererseits die Aneignung vertiefter Fachkenntnisse ermöglichen. Im Rahmen der Berufsausbildung im dualen System haben die überbetrieblichen Berufsbildungsstätten auch dazu beizutragen, eine möglichst gleichmäßig hohe Ausbildungsqualität herbeizuführen und zu erhalten. Sie erleichtert so den Auszubildenden die Bewältigung von Lernproblemen, die durch die technische Entwicklung entstehen. Sie entlastet gleichzeitig die Ausbildenden von schwierigen Unterweisungsaufgaben, die unter Einbeziehung der Lerninhalte aus den Berufsschulen intensives und systematisches Lernen erfordern. Mit möglichst breit aufgestelltem Angebot können sie die Probleme der zunehmenden Spezialisierung der Betriebe abfedern. Darüber hinaus gewinnt die Vermittlung integrativer Inhalte, wie Umweltschutz, Tierwohl, Gesundheits- und Arbeitsschutz, an Bedeutung.
Die Entwicklung hat gezeigt, dass die überbetrieblichen Berufsbildungsstätten bei der Bewältigung dieser Aufgabe ihren Anteil dazu erbringen und einen wichtigen Beitrag zur Qualitätssicherung in der Berufsausbildung leisten. Durch ihr, den betrieblichen Teil ergänzendes Ausbildungsangebot, haben sie die Ausbildungsfähigkeit und -bereitschaft der Betriebe wesentlich gefördert und leisten somit auch einen Beitrag zur Fachkräftesicherung.
In der Regel findet die überbetriebliche Ausbildung in Form von Wochenkursen statt. Die Anzahl der Kurse und die Inhalte unterscheiden sich zwischen den Bundesländern. Hier werden regionale Unterschiede berücksichtigt. Die Entscheidungen zur Durchführung überbetrieblicher Ausbildung sind eine wesentliche Aufgabe des Berufsbildungsausschusses der zuständigen Stellen.

Überbetriebliche Ausbildungsstätte

Überbetriebliche Ausbildungsstätte ist ein landhäufig häufig verwendeter Begriff für die Stätten der überbetrieblichen Ausbildung. Der rechtlich korrekte Begriff nach
Berufsbildungsgesetz ist überbetriebliche Berufsbildungsstätte.

Überbetriebliche Berufsbildungsstätte (ÜBA)

Die überbetrieblichen Berufsbildungsstätten sind ein Lernort der betrieblichen Ausbildung im dualen System. Die überbetriebliche Ausbildung ergänzt die betriebliche Ausbildung und kann sie auch vertiefen.
Überbetriebliche Berufsbildungsstätten haben sich in den letzten Jahren zunehmend zu multifunktionalen Bildungszentren weiter entwickel. So sind sie in der Fortbildung, u.a. im Rahmen von Meisterkursen, und in der Weiterbildung aktiv. Darüber hinaus engagieren sie sich teils auch in der Berufsorientierung und/oder Berufsvorbereitung sowie auf vielfältigen anderen Gebieten wie der Erschließung neuer Zielgruppen z.B. durch die Gewinnung ausländischer Fachkräfte.
Die überbetrieblichen Berufsbildungsstätten in der Landwirtschaft sind überwiegend in Trägerschaft der Landwirtschaftskammern oder, in den Bundesländern ohne Kammer, in Trägerschaft dieser Bundesländer. Darüber hinaus haben die Deutschen Lehranstalten für Agrartechnik (DEULA) Bedeutung als überbetriebliche Ausbildungsstätten in der Landwirtschaft. Die regionalen DEULA Stätten befinden sich in unterschiedlicher Trägerschaft.

Überwachung

Insbesondere das Schutzbedürfnis minderjähriger Auszubildender, aber auch die umfangreichen Ziele der Berufsausbildung und der Tatbestand der öffentlich – rechtlichen Anerkennung von Prüfungen zeigen die Notwendigkeit der Überwachung der Berufsbildung. Dazu wurden vom Gesetzgeber im Berufsbildungsgesetz Festlegungen getroffen. Danach haben die zuständigen Stellen für Berufsbildung als zuständige regionale Verwaltungseinrichtung für die Beratung und Überwachung der Berufsbildung zu sorgen.
Die zuständige Stelle überwacht die Durchführung
– der Berufsausbildungsvorbereitung,
– der Berufsausbildung und
– der beruflichen Umschulung.
Darüber hinaus haben die zuständigen Stellen weitere Aufgaben, Erläuterungen unter zuständige Stellen.

Umschulung

Die berufliche Umschulung ist Teil der Berufsbildung und soll zu einer anderen beruflichen Tätigkeit befähigen, Sie ist im § 58 Berufsbildungsgesetz geregelt. Die Umschulung in der Landwirtschaft richtet sich auf einen anerkannten Ausbildungsberuf aus. Deshalb sind das Ausbildungsberufsbild, der Ausbildungsrahmenplan und die Prüfungsanforderungen des anerkannten Ausbildungsberufes zugrunde zu legen.
Die Umschulung setzt voraus, dass der Umzuschulende in der Vergangenheit in einem Beschäftigungsverhältnis beruflich tätig war. Wenn jemand im unmittelbaren Anschluss an seine Berufsausbildung eine weitere Berufsausbildung in Anspruch nimmt, dann ist das erneut Berufsausbildung und nicht Umschulung.
Umschulende haben die Durchführung der beruflichen Umschulung vor Beginn der Maßnahme der zuständigen Stelle schriftlich anzuzeigen. Die Anzeigepflicht erstreckt sich auf den wesentlichen Inhalt des Umschulungsverhältnisses. Bei Abschluss eines Umschulungsvertrages ist eine Ausfertigung der Vertrags-niederschrift beizufügen.
Obwohl in einer Umschulungsprüfung die gleichen Prüfungsanforderungen bestehen, gibt es Besonderheiten. Nach Berufsbildungsgesetz ist der Prüfling auf Antrag von der Ablegung einzelner Prüfungsbestandteile durch die zuständige Stelle zu befreien, wenn er eine andere vergleichbare Prüfung vor einer öffentlichen oder staatlich anerkannten Bildungseinrichtung oder vor einem staatlichen Prüfungsausschuss erfolgreich abgelegt hat und die Anmeldung zur Umschulungsprüfung innerhalb von fünf Jahren nach der Bekanntgabe des Bestehens der anderen Prüfung erfolgt.

Verbundausbildung

Verfahrensordnungen für Prüfungen

Die Prüfungsordnung für die Abschlussprüfung oder die Prüfungsordnung für die Fortbildungsprüfung regeln das grundsätzliche Verfahren dieser Prüfungen. Für die Ausgestaltung der Verfahrensdetails werden oft noch Verfahrensregeln in Form von Verfahrensordnungen für die Abschlussprüfungen oder Fortbildungsprüfungen festgelegt, meist auf ganz konkrete Berufe bezogen.

Verkürzung der Ausbildungszeit

Grundlage für die Verkürzung der Ausbildungszeit ist das Berufsbildungsgesetz. Danach hat die zuständige Stelle die Ausbildungszeit auf gemeinsamen Antrag der Auszubildenden und Ausbildenden zu kürzen, wenn zu erwarten ist, dass das Ausbildungsziel in der verkürzten Zeit erreicht wird. Die Verkürzung der Ausbildungszeit muss zwischen Auszubildenden und Auszubildenden vereinbart werden. Es kann jedoch individuelle Argumente geben, die eine Verkürzung trotz Vorliegen der Gründe nicht rechtfertigen.
a) Die „Ausbildungszeit“ (tatsächlich wird die Ausbildungsdauer in Monaten verkürzt) kann von Anfang an, das heißt mit Beginn der Berufsausbildung, verkürzt werden durch:
– Anrechnung des Besuch eines Bildungsganges berufsbildender Schulen
(z. B. Berufsgrundbildungsjahr),
– Anrechnung bereits geleisteter Ausbildungszeit (z. B. nach Betriebswechsel oder Wechsel in einen anderen Beruf der Landwirtschaft),
– Anrechnung einer bereits abgeschlossenen Berufsausbildung,
– Anrechnung höherer allgemeinbildender Qualifikationen (z. B. Fachhochschulreife, Abitur).
b) Die „Ausbildungszeit“ (auch hier Verkürzung der Ausbildungsdauer in Monaten) kann während der Berufsausbildung verkürzt werden:
– nachträglich, wenn einer der oben genannten Fälle vorliegt,
– durch vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung.
c) Daneben gibt es die tatsächliche Verkürzung der täglichen und wöchentlichen Ausbildungszeit im Rahmen der Teilzeitberufsausbildung.
Die Ausbildungsdauer soll bei landwirtschaftlichen Berufen, auch beim Zusammentreffen mehrerer Verkürzungsgründe bzw. bei vorzeitiger Zulassung, 18 Monate nicht unterschreiten.

Empfehlung des Hauptausschusses für Berufsbildung zur Verkürzung (und Verlängerung)

Verlängerung der Ausbildungszeit

Grundlage für die Verlängerung der Ausbildungszeit ist das Berufsbildungsgesetz.
In Ausnahmefällen kann die zuständige Stelle auf Antrag des Auszubildenden die Ausbildungszeit (tatsächlich wird die Ausbildungsdauer verlängert) verlängern, wenn die Verlängerung erforderlich ist, um das Ausbildungsziel zu erreichen. Vor der Entscheidung sind die Ausbildenden zu hören.
a) Der Antrag soll rechtzeitig vor Ablauf des Berufsausbildungsverhältnisses gestellt werden. Der Auszubildende muss glaubhaft machen, dass die Verlängerung erforderlich ist, um das Ausbildungsziel zu erreichen. Nachfolgende Gründe können eine Verlängerung während der Ausbildung erforderlich machen:
– erkennbare schwere Mängel in der Ausbildung,
– längere, vom Auszubildenden nicht zu vertretende Ausfallzeiten (z.B. infolge Krankheit),
– körperliche, geistige und/oder seelische Behinderung des Auszubildenden, die dazu führen, dass das Ausbildungsziel nicht in der vereinbarten Ausbildungsdauer erreicht werden kann,
– Teilzeitbetreuung eigener Kinder oder von Angehörigen,
– verkürzte tägliche oder wöchentliche Ausbildungszeit (Teilzeitausbildung).
Es besteht aber grundsätzlich kein Verlängerungsanspruch. In jedem Einzelfall ist eine entsprechende Beurteilung unter Berücksichtigung von Leistungsfähigkeit und Leistungswille des Auszubildenden vorzunehmen. Nicht zuletzt das eigene Bemühen des Auszubildenden um das Erreichen des Ausbildungszieles wird eine erhebliche Rolle bei der Entscheidung der zuständigen Stelle spielen.
b) Im Fall der Teilzeitausbildung kann es Gründe geben, die eine Verlängerung von Anfang an erforderlich machen.
Eine „echte“ Verlängerung der Ausbildungszeit kann nur eintreten, wenn Auszubildende von der Teilzeitausbildung zur Vollzeitausbildung wechseln.
Bestehen Auszubildende die Abschlussprüfung nicht, so verlängert sich das Berufsausbildungsverhältnis auf ihr Verlangen bis zur nächstmöglichen Wiederholungsprüfung, höchstens um ein Jahr. Gleiches gilt, wenn der Auszubildende zum Zeitpunkt der Prüfung wegen Krankheit entschuldigt fehlt.
Daneben gibt es noch das Ruhen der Berufsausbildung im Fall von Elternzeit oder Pflegezeit. Das Ende der Ausbildung verlängert sich hier „automatisch“ um die Zeit der Abwesenheit.

Empfehlung des Hauptausschusses für Berufsbildung zur Verlängerung (und Verkürzung

Vertragslösung

Erläuterungen zur Lösung eines Berufsausbildungsvertrags unter Kündigung und Auflösungsvertrag bei gegenseitigem Einvernehmen.

Das kann auch ein Ausbildungsabbruch sein.

Vertragsmuster für Berufsausbildungsverhältnisse

Alle zuständigen Stellen in der Landwirtschaft haben Vertragsmuster für Berufsausbildungsverhältnisse. Die Ausstellung des Vertrags nach dem Vertragsmuster garantiert, dass alle gesetzlichen Vorgaben an einen Berufsausbildungsvertrag eingehalten werden und bei Einhaltung aller Vorgaben eine Eintragung in das
Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse nicht aus formellen Gründen angelehnt wird. Mit dem entsprechenden Vertragsmuster werden den Vertragspartnern zeitraubende und schwierige Überlegungen über den notwendigen Inhalt und über dessen juristische Formulierung erspart. Den zuständigen Stellen erleichtert die Verwendung des Vertragsmusters die Verwaltung und beschleunigt die Eintragung in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse.
Das Vertragsmuster der zuständige Stelle bedarf der Abstimmung mit dem
Berufsbildungsausschuss.
In der Regel sind die Vertragsmuster auch als elektronische Form verfügbar, um die Handhabung zu erleichtern. Der ausgefüllte Vertrag muss jedoch ausgedruckt und unterschrieben werden, da die elektronische Form des Vertragsabschlusses nach
Berufsbildungsgesetz nicht zulässig ist.

Vertragspartner

Beteiligte Vertragspartner im Rahmen der betrieblichen Berufsausbildung sind
Ausbildender und Auszubildender. Diese schließen auch den Berufsausbildungsvertrag ab. Ist der Auszubildende noch nicht volljährig, treten an seine Stelle die Eltern oder ein Elternteil. Es kann auch ein Vormund sein.
Der vertragschließende Ausbildende trägt immer die Gesamtverantwortung für die Berufsausbildung.

Verzeichnis der anerkannten Ausbildungsberufe

Das Verzeichnis der anerkannten Ausbildungsberufe wird beim Bundesinstitut für Berufsbildung geführt und regelmäßig im Bundesanzeiger veröffentlicht.
Dort sind alle Ausbildungsberufe und Fortbildungsberufe mit ihren Rechtsgrund-lagen aufgenommen und klassifiziert sowie nach verschiedenen Kriterien zusammengestellt.
Aus dem Verzeichnis der anerkannten Ausbildungsberufe ergibt sich auch die
fachliche Zuständigkeit der zuständigen Stellen.

Verzeichnis der Berufsausbildungsverträge

Ausbildende haben unverzüglich nach Abschluss des Berufsausbildungsvertrages die Eintragung in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse bei den zuständigen Stellen zu beantragen.
Nach Berufsbildungsgesetz umfasst die Eintragung:
– Name, Vorname, Geburtsdatum, Anschrift der Auszubildenden;
– Geschlecht, Staatsangehörigkeit, allgemeinbildender Schulabschluss, vorausgegangene Teilnahme an berufsvorbereitender Qualifizierung oder beruflicher Grundbildung, berufliche Vorbildung;
– erforderlichenfalls Name, Vorname und Anschrift der gesetzlichen Vertreter;
Ausbildungsberuf einschließlich Fachrichtung;
– Datum des Abschlusses des Ausbildungsvertrages, Ausbildungsdauer, Dauer der Probezeit;
– Datum des Beginns der Berufsausbildung;
– Art der Förderung bei überwiegend öffentlich, insbesondere auf Grund des Dritten Buches Sozialgesetzbuch geförderten Berufsausbildungsverhältnissen;
– Name und Anschrift der Ausbildenden, Anschrift der Ausbildungsstätte, Wirtschaftszweig, Zugehörigkeit zum öffentlichen Dienst;
– Name, Vorname, Geschlecht und Art der fachlichen Eignung der
Ausbilder.
Die Eintragung ist für den Auszubildenden kostenfrei.

Vollberuf

Bezeichnung im allgemeinen Sprachgebrauch, für die es keine rechtliche Grundlage gibt. Die Berufsausbildung in einem Vollberuf wird nach einer Ausbildungsordnung des Bundes in einem anerkannten Ausbildungsberuf durchgeführt. Diese Berufsausbildung wird oft Regelausbildung genannt.

Vollständige berufliche Handlung

Handlungsorientiertes Lernen wird nach dem Modell der „vollständigen Handlung“ organisiert. Jetzt geht es nicht mehr allein um die korrekte Ausführung von vorgegebenen Plänen, sondern auch um eine selbständige Planung beruflicher Handlungen und um eine ebenso selbständige Kontrolle des Handlungsergebnisses.
Dieses methodische Modell wird auch von der Vorstellung getragen, dass Lernprozesse und Arbeitsprozesse am besten gelingen, wenn sie von den
Auszubildenden und Prüflingen im Zusammenhang mit konkreten Handlungssituationen selbst organisiert und handlungswirksam umgesetzt werden. Es geht darum, durch selbständiges Denken anhand realer Aufgabenstellungen Lernprozesse zu durchlaufen und ergebnisorientiert in Handlungen zu realisieren.
Die Schritte der vollständigen Handlung sind:
– Informieren,
– Planen,
– Entscheiden,
– Durchführen,
– Kontrollieren.
– Bewerten.

Vorbereitungskurs

Ein Vorbereitungskurs (teils auch Vorbereitungsmaßnahme) ist in den meisten Fällen ein inhaltliches und organisatorisches Bildungsangebot zur Vorbereitung auf eine Fortbildungsprüfung nach einer Fortbildungsordnung des Bundes oder einer Fortbildungsprüfungsregelung der zuständigen Stellen.
In Fortbildungsordnungen des Bundes werden ausschließlich und in den Fortbildungsprüfungsregelungen der zuständigen Stellen werden meist nur die Prüfungsanforderungen geregelt. Vorbereitungskurse werden deshalb oft nicht geregelt und sind deshalb selten formal zwingend vorgegeben. Die Vorbereitung auf die Prüfung bleibt dem Prüfling grundsätzlich selbst überlassen.
In der Regel bieten die zuständigen Stellen oder andere Bildungsanbieter Vorbereitungskurse für Fortbildungsprüfungen an. Um eine gezielte Vorbereitung auf die Fortbildungsprüfung zu ermöglichen, haben die zuständigen Stellen und teils auch die Sozialpartner gezielte inhaltliche Empfehlungen für den Vorbereitungskurs aufgestellt. Diese Inhalte werden in einem Rahmenstoffplan aufgenommen und nach den Prüfungsanforderungen strukturiert. Die Rahmenstoffpläne haben keinen rechtsverbindlichen Charakter.
Daneben gibt es in einigen Ländern auch Vorbereitungskurse auf die Externenprüfung zum Berufsabschluss nach § 45, Abs. 2 Berufsbildungsgesetz.

Vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung

Grundlage für die vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung ist § 45 des
Berufsbildungsgesetzes . Danach können Auszubildende nach Anhörung der
Ausbildenden und der Berufsschule vor Ablauf ihrer Ausbildungszeit (gemeint ist die Ausbildungsdauer) zur Abschlussprüfung zugelassen werden, wenn ihre Leistungen dies rechtfertigen. Der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung empfiehlt folgende Anwendung:
a) Der Antrag ist schriftlich bei der zuständigen Stelle zu stellen. Eine vorzeitige
Zulassung ist gerechtfertigt, wenn der Auszubildende sowohl in der Praxis (Betrieb) als auch in der Berufsschule (Durchschnittsnote aller prüfungsrelevanten Fächer oder Lernfelder) überdurchschnittliche Leistungen nachweist.
b) Überdurchschnittliche Leistungen liegen in der Regel vor, wenn das letzte Zeugnis der Berufsschule in den prüfungsrelevanten Fächern oder Lernfeldern einen Notendurchschnitt besser als 2,49 enthält und die praktischen Ausbildungsleistungen als überdurchschnittlich bzw. besser als 2,49 bewertet werden.
c) Neben dem Zeugnis der Berufsschule sind für den Nachweis das Leistungszeugnis oder eine entsprechende Bescheinigung des ausbildenden Betriebs und die Vorlage der Zwischenprüfungsbescheinigung erforderlich. Der ordnungsgemäß geführte Ausbildungsnachweis ist vorzulegen oder das ordnungsgemäße Führen des Ausbildungsnachweises vom Betrieb und vom Auszubildenden schriftlich zu bestätigen.
Die zuständige Stelle mit ihrem Berufsbildungsausschuss können ergänzende und / oder abweichende Regelungen festlegen.

Wahlqualifikationen

Wahlqualifikationen sind ein Strukturelement von Ausbildungsordnungen. Es gibt aktuell keine landwirtschaftlichen Ausbildungsberufe mit Wahlqualifikationen.

Werker

Abschlussbezeichnung für Personen die eine Abschlussprüfung nach einer
Ausbildungsregelung (gem. § 66 Berufsbildungsgesetz) der zuständigen Stellen für behinderte Menschen bestanden haben, zum Beispiel Gartenbauwerker.
Andere Abschlussbezeichnungen sind Helfer, Fachpraktiker, Fachwerker. Der
Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung empfiehlt die einheitliche Anwendung der Abschlussbezeichnung Fachpraktiker.

Wiederholungsprüfungen

Der Prüfungsausschuss fasst die Beschlüsse über die Noten zur Bewertung einzelner Prüfungsleistungen, der Prüfung insgesamt sowie über das
Bestehen oder Nichtbestehen der Abschlussprüfung oder der Fortbildungsprüfung.
Die nicht bestandene Abschluss- oder Fortbildungsprüfung kann nach Berufsbildungsgesetz zweimal wiederholt werden. Somit sind innerhalb eines Prüfungsverfahrens insgesamt drei Prüfungen möglich. Die Prüfung kann frühestens zum nächsten Prüfungstermin wiederholt werden.
Die einmal erteilte Zulassung zur Prüfung bleibt erhalten, die Teilnahme an der Wiederholungsprüfung aber muss bei der zuständigen Stelle beantragt werden.
Hat der Prüfling bei nicht bestandener Prüfung in einer selbstständigen Prüfungs-leistung mindestens ausreichende Leistungen erbracht, so ist diese auf Antrag des Prüflings nicht zu wiederholen, sofern der Prüfling sich innerhalb von zwei Jahren
– gerechnet vom Tage der Feststellung des Ergebnisses der nicht bestandenen Prüfung an – zur Wiederholungsprüfung anmeldet. Die Bewertung in einer selbstständigen Prüfungsleistung, die zum Nichtbestehen geführt hat, ist im Rahmen der Wiederholungsprüfung zu überprüfen.
Hat der Prüfling die zweite Wiederholungsprüfung nicht bestanden, erhält er einen Bescheid der zuständigen Stelle über die endgültig nicht bestandene Prüfung. Er kann sich danach zu einem neuen Prüfungsverfahren anmelden. Dafür können dann jedoch keine mit ausreichend bewerteten Prüfungsleistungen aus vorherigen Prüfungsverfahren übernommen werden, jede Prüfungsleistung ist neu zu erbringen.

Zertifikat

Ein Zertifikat ist eine Teilnahmebescheinigung über eine besuchte Bildungsmaßnahme. Zertifikate sind im Bildungsrecht nicht geregelt.

Zeugnis

Auszubildende können im Verlauf ihrer Berufsausbildung oder danach verschiedene Zeugnisse erhalten:
– vom Ausbildenden ein Ausbildungszeugnis nach § 16 Berufsbildungsgesetz mit Angaben über Art, Dauer und Ziel der Berufsausbildung sowie über die erworbenen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten des Auszubildenden (zum Abschluss der Berufsausbildung oder auch bei
Betriebswechsel und Kündigung),
– das Prüfungszeugnis als öffentlich-rechtliches Dokument der zuständigen Stelle zum Nachweis über eine bestandene Abschlussprüfung,
– ein Zeugnis der Berufsschule.
Prüflinge mit bestandener Fortbildungsprüfung erhalten von der zuständigen Stelle ein Prüfungszeugnis.

Zulassung zur Abschlussprüfung

Die Zulassung zur Abschlussprüfung werden durch das Berufsbildungsgesetz und durch die
Prüfungsordnung zur Durchführung der Abschlussprüfung geregelt.
Bei der Zulassung zur Abschlussprüfung sind verschiedene Fälle zu unterscheiden:
a) Auszubildende werden zugelassen:
– wenn die Ausbildungszeit zurückgelegt ist oder wessen Ausbildungszeit nicht später als zwei Monate nach dem Prüfungstermin endet. Zurückgelegt bedeutet nicht, dass nur die Ausbildungszeit nach Berufsausbildungsvertrag kalendarisch abgelaufen ist. Die Ausbildung muss in dieser Zeit auch tatsächlich stattgefunden haben. Fehlzeiten können zur Ablehnung der Zulassung führen.
– Wenn sie an vorgeschriebenen Zwischenprüfungen teilgenommen sowie vorgeschriebene schriftliche Ausbildungsnachweise geführt haben und
– Wenn der Berufsausbildungsvertrag in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse eingetragen oder aus einem Grund nicht eingetragen ist, den weder der Auszubildende noch dessen gesetzliche Vertreter oder Vertreterinnen zu vertreten haben.
b) Auszubildende können bei überdurchschnittlichen Leistungen vor Ablauf der Ausbildungszeit
vorzeitig zugelassen werden.
c) Zugelassen wird, wer in einer berufsbildenden Schule oder einer sonstigen Berufsbildungseinrichtung ausgebildet worden ist, wenn dieser Bildungsgang der Berufsausbildung in einem
anerkannten Ausbildungsberuf entspricht.
d) Zulassung im besonderen Fall zur sogenannten Externenprüfung (gem. § 45 Abs. 2 BBIG).
Die Prüfungsordnung bestimmt, welche konkreten Unterlagen vorzulegen sind.
Die zuständige Stelle bestimmt für jeden Prüfungstermin Anmeldefristen und gibt diese bekannt. Eine verspätete Anmeldung führt nicht automatisch zur Ablehnung der Zulassung. Sie kann aber dazu führen, dass die Prüfung erst zum nächsten Prüfungstermin durchgeführt werden kann.
Über die Zulassung zur Abschlussprüfung entscheidet die zuständige Stelle. Hält sie die Zulassungsvoraussetzungen nicht für gegeben, so entscheidet der Prüfungsausschuss.

Zulassung zur Fortbildungsprüfung

Die Zulassung zur Abschlussprüfung wird berufsunabhängig und einheitlich im Berufsbildungsgesetz geregelt.
Demgegenüber werden die Zulassungsvoraussetzungen für Fortbildungsprüfungen in jeder
Fortbildungsordnung oder Fortbildungsprüfungsregelung einzeln festgelegt. Darüber hinaus gilt die Prüfungsordnung zur Durchführung der Fortbildungsprüfung.
Nachfolgende Zulassungsvoraussetzungen gelten beispielsweise bundesweit einheitlich für alle landwirtschaftlichen Meisterprüfungen. Zur Meisterprüfung ist zuzulassen, wer:
– eine mit Erfolg abgelegte Abschlussprüfung in dem anerkannten Ausbildungsberuf (konkrete Berufsbezeichnung) und danach eine mindestens zweijährige Berufspraxis oder
– eine mit Erfolg abgelegte Abschlussprüfung in einem anderen anerkannten landwirtschaft-lichen Ausbildungsberuf und danach eine mindestens dreijährige Berufspraxis oder
– eine mindestens fünfjährige Berufspraxis nachweist.
Die Berufspraxis muss in Unternehmen der Landwirtschaft oder vergleichbaren Unternehmen in Bezug auf den jeweiligen Ausbildungsberuf nachgewiesen werden und soll zum Zeitpunkt der Zulassung vollständig abgeleistet sein. Beim Nachweis der Zeiten der praktischen Tätigkeiten ist von einer Vollzeitbeschäftigung mit 40 Arbeitsstunden je Woche auszugehen. Bei Teilzeitbeschäftigung verlängern sich die Zeiten entsprechend.
Abweichend von den vorgenannten Voraussetzungen kann zur Prüfung auch zugelassen werden, wer durch Vorlage von Zeugnissen oder auf andere Weise glaubhaft macht, dass Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten (berufliche Handlungsfähigkeit) erworben worden sind, die die Zulassung zur Prüfung rechtfertigen.
Über die Zulassung zur Fortbildungsprüfung entscheidet die zuständige Stelle. Hält sie die Zulassungsvoraussetzungen nicht für gegeben, so entscheidet der Prüfungsausschuss.

Zulassung zur Prüfung

Zu jeder öffentlich rechtlichen Prüfung ist eine Zulassung erforderlich. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um eine Abschlussprüfung oder eine Fortbildungsprüfung handelt.
Die Zulassung ist bei der zuständigen Stelle zu beantragen. Bei einer Abschlussprüfung beantragen in der Regel Auszubildender und Ausbildender gemeinsam die Zulassung zur Prüfung, bei einer Fortbildungsprüfung beantragt der Prüfling selbst.
Die Voraussetzungen der Zulassung unterscheiden sich bei der Zulassung zur Abschlussprüfung und bei der Zulassung zur Fortbildungsprüfung. Weitere Informationen dort.

Zusatzqualifikationen

Zusatzqualifikationen sind über das in einer Ausbildungsordnung beschriebene
Ausbildungsberufsbild hinaus gehende zusätzliche berufliche Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten, die die berufliche Handlungsfähigkeit ergänzen oder erweitern.
Bereits die Ausbildungsordnung kann den Erwerb von Zusatzqualifikationen beschreiben. Zusatzqualifikationen werden gesondert geprüft und bescheinigt. Wenn sie bereits in Ausbildungsordnungen enthalten sind, berührt das Ergebnis der Prüfung der Zusatzqualifikation nicht das Ergebnis der Abschlussprüfung.
Bislang sind in Ausbildungsordnungen der anerkannten Ausbildungsberufe in der Landwirtschaft keine Zusatzqualifikationen enthalten. Sie können nur darüber hinaus erworben werden.

Zuständige Behörde für Berufsbildung

Die Aufgaben der in den einzelnen Bundesländern zuständigen Behörde für Berufsbildung werden im Berufsbildungsgesetz geregelt. Wer zuständige Behörde ist, wird durch eine Verordnung des Landes geregelt.
Die zuständige Behörde nimmt folgende Aufgaben wahr:
 Anerkennung der Ausbildungsstätten in der Landwirtschaft,
– Zuerkennung der fachlichen Eignung für Ausbilder,
– die Entgegennahme von Mängelanzeigen zur Eignung der Ausbildungsstätte oder der fachlichen bzw. persönlichen Eignung des Ausbildenden oder Ausbilders,
– Untersagung des Einstellens und Ausbildens für Ausbildungsstätten,
– Untersagung derBerufsausbildungsvorbereitung,
– Berufung der Mitglieder des Berufsbildungsausschusses.
Die in den ersten fünf Anstrichen aufgeführten Aufgaben können durch eine Landesverordnung auf die zuständigen Stellen übertragen werden.

Zuständige Stelle für Berufsbildung

Die zuständige Stelle für Berufsbildung ist die gemäß Berufsbildungsgesetz zuständige regionale Verwaltungseinrichtung für die Beratung und Überwachung der Berufsbildung.
Welche Einrichtung zuständige Stelle ist, richtet sich nach dem § 71 des Berufsbildungsgesetzes. Sofern in den Ländern Landwirtschaftskammern bestehen, sind diese auch zuständige Stelle für die Berufsbildung in der Landwirtschaft. In den Bundesländern ohne Landwirtschaftskammern wird die zuständige Stelle durch eine Verordnung des Landes bestimmt.
Die zuständige Stelle überwacht die Durchführung
– der Berufsausbildungsvorbereitung,
– der Berufsausbildung und
– der beruflichen Umschulung.
Dabei nimmt sie folgende Aufgaben wahr:
– Beratung von Betrieben und Auszubildenden,
– Überprüfung der Eignung der Ausbildungsstätte,
– Überprüfung der Eignung des Ausbilders,
– Eintragen, ändern und löschen von Ausbildungsverträgen
– Entscheidung über die Zulassung zur Abschlussprüfung,
Durchführen der Zwischen- und Abschlussprüfungen
– Durchführen der Fortbildungsprüfungen.
Darüber hinaus erlässt die zuständige Stelle Ausbildungsregelungen für behinderte Menschen oder Fortbildungsprüfungsregelungen.
Zu ihrer personellen Unterstützung bestellt sie  Ausbildungsberater.

Zuständigkeit

Auch wenn eine zuständige Stelle für Berufsbildung das Wort zuständig im Namen hat, hat dennoch jede regionale zuständige Stelle ihre eigene Zuständigkeit.
Bei der Frage nach der realen Zuständigkeit einer zuständigen Stelle sind die fachliche und die örtliche Zuständigkeit zu unterscheiden.
Fachlich zuständig sind die zuständigen Stellen für Berufsausbildung für :
– alle anerkannten Ausbildungsberufe der Landwirtschaft
(die grünen Berufe),
– die von den anerkannten Ausbildungsberufen abgeleiteten
Ausbildungsregelungen für behinderte Menschen
– und auf die Ausbildungsberufe aufbauenden Fortbildungsberufe der Landwirtschaft.
Die anerkannten Ausbildungsberufe werden dem Ausbildungsbereich Landwirtschaft zugeordnet, aus dem sich die fachliche Zuständigkeit ergibt. (siehe auch Verzeichnis der anerkannten Ausbildungsberufe). Die fachliche Zuständigkeit ist für alle Stellen gleich.
Bei der Frage nach der örtlichen Zuständigkeit, also welche Stelle ist für den konkreten Ausbildungsbetrieb, den Prüfling etc. zuständig, gibt es Unterschiede hinsichtlich der örtlichen Zuständigkeit für die Berufsausbildung und der örtlichen Zuständigkeit für die Fortbildungsprüfung. Weitere Informationen dort.

Liste der zuständigen Stellen in der Landwirtschaft auf Bildungsserver agrar:

http://www.landwirtschaftskammern.de/pdf/berufsausbildung.pdf

Zwischenprüfung

Während der dualen Berufsausbildung ist zur Ermittlung des Ausbildungsstandes eine Zwischenprüfung entsprechend der Ausbildungsordnung durchzuführen.
Jede Ausbildungsordnung in anerkannten Ausbildungsberufen und jede Ausbildungsregelung sieht eine Zwischenprüfung vor. Sie soll vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres durchgeführt werden.
Die Zwischenprüfung erstreckt sich auf die für die ersten 18 Monate in der Ausbildungsordnung aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf den im Berufsschulunterricht entsprechend dem Rahmenlehrplan zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.
Wie in der Abschlussprüfung sind auch in der Zwischenprüfung die Prüfungsbereiche, die Prüfungsinstrumente, die Prüfungsanforderungen und die
Prüfungszeiten festgelegt.
Die Zwischenprüfung dient der Ermittlung des Ausbildungsstandes und gibt den
 Auszubildenden und Ausbildenden Hinweise dazu, ob die Abschlussprüfung gefährdet sein könnte. Diese Ergebnisse sind in der Zwischenprüfungsbescheinigung zusammengefasst.
Die Teilnahme an der Zwischenprüfung ist eine der Zulassungsvoraussetzungen zur Abschlussprüfung.

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